Arsentrioxid (Trisenox)

Arsentrioxid (Handelsname: Trisenox, auch Arsen(III)-oxid, As2O3, Diarsentrioxid, (Weiß-)Arsenik) wird für die Behandlung von akuter Promyelozytenleukämie, einer Unterform der akuten myeloischen Leukämie eingesetzt.

Akute promyelozytische Leukämie: EU weitet Zulassung aus

21.11.2016 Die europäischen Regulierungsbehörden haben den Anwendungsbereich von Trisenox (aktive Substanz ist Arsentrioxid) von Teva Pharmaceutical erweitert und die Indikation auf die Behandlung von Patienten mit neu diagnostizierter akuter promyelocytischer Leukämie (APL) erweitert – einer seltenen und aggressiven Form von Blutkrebs, der unbehandelt innerhalb von Stunden oder Tagen töten kann.

arsentrioxidDie AML ist eine maligne Erkrankung des blutbildenden Systems. Sie führt zu einer zum Teil massiven Vermehrung unreifer Vorstufen der Myelopoese im Knochenmark und in der Mehrzahl der Fälle auch im Blut (Leukozytose).

Trisenox wurde erstmals 2002 in Europa für die Behandlung von rezidivierter oder refraktärer APL bei Patienten zugelassen, die nicht auf die Behandlung mit Retinoiden und Antikrebsarzneimitteln ansprachen oder wenn ihre Krankheit nach dieser Behandlung zurückgekehrte.

Durch diese jüngste Entscheidung erhalten die Patienten Zugang zu der ersten Chemotherapie-freien Behandlungsoption für die Erkrankung in einem First-Line-Setting, die, wenn sie in Kombination mit Retinoid-Säure verabreicht wird, zu einer Gesamtüberlebensrate (APL0406 Studie) von 99 Prozent und nahezu Rückfallsfreiheit nach mehr als vier Jahren (50 Monate – medianes Follow-up) führte.

In einer früheren Studie wurde das Medikament in zwei Studien bei insgesamt 52 Patienten mit diagnostizierter akuter promyelocytischer Leukämie untersucht, die zuvor mit einem Anthracyclin und einem Retinoid behandelt worden waren. Die
Anzahl der erwachsenen Studienteilnehmer betrug 45. In jener Studie erreichten 87 % der Patienten eine Vollremission. Durchschnittlich dauerte es 57 Tage, bis die Patienten eine volle Remission erreichten.

APL wird durch eine genetische „Translokation“ verursacht, die die Art und Weise beeinflusst, wie die weißen Blutzellen wachsen, und es ihnen fehlt die Fähigkeit, Retinsäure (Vitamin A) zu benutzen. Wie Trisenox bei der Therapie von APL wirkt ist noch nicht ganz klar, aber es wird angenommen, dass Arsentrioxid die Produktion der DNS der Leukämie-Zellen hemmt laut der Europäischen Arzneimittel-Agentur.
© arznei-news.de – Quelle: Teva Pharmaceutical, Nov. 2016



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