Acetylsalicylsäure (Aspirin) gegen Aneurysma

Kann Aspirin die Wachstumsrate von intrakraniellen Aneurysmen senken?

29.10.2019 Forscher führten eine Datenbankrecherche durch, um zu untersuchen, ob Aspirin (Wirkstoff Acetylsalicylsäure) bei der Prävention eines intrakraniellen Aneurysma-Risses helfen kann, indem es das Wachstum des Aneurysmas hemmt.

Die Forscher um Mario Zanaty von der University of Iowa führten eine retrospektive Überprüfung einer prospektiv gepflegten Datenbank für den Zeitraum Juli 2009 bis Januar 2019 durch. Die Patientendaten wurden einbezogen, wenn die folgenden Kriterien erfüllt waren:

  • der Patient beherbergte mehrere intrakranielle Aneurysmen;
  • bestimmte primäre Aneurysmen wurden mit chirurgischen/endovaskulären Mitteln behandelt;
  • die verbleibenden Aneurysmen wurden auf das Wachstum beobachtet; und
  • es gab eine Nachbeobachtungszeit von mindestens 5 Jahren nach Verfügbarkeit der Erstbehandlung.

Demographische Daten, frühere Krankengeschichte, der Rupturstatus von bestimmten primären Aneurysmen, die angiographischen Merkmale der Aneurysmen und die Behandlungsmethoden wurden erfasst.

Verknüpfung mit Aspirin

Die Wissenschaftler identifizierten 146 Patienten mit insgesamt 375 intrakranielle Aneurysmen (IA). Bei der ersten Datenaufnahme waren 146 Aneurysmen behandelt worden und die restlichen 229 Aneurysmen (2-5 mm) wurden beobachtet. Während des Follow-up-Zeitraums wuchsen 24 (10,48%) der 229 Aneurysmen.

Alle Aneurysmen, die später wuchsen, wurden behandelt. Keines der beobachteten Aneurysmen ist gerissen. Die multivariate Analyse zeigte, dass Aspirin signifikant mit einer verminderten Wachstumsrate einherging (Odds Ratio [OR] 0,19).

Faktoren, die ein Wachsen begünstigten

Zu den Faktoren, die mit einer erhöhten Wachstumsrate verbunden waren, gehörten

  • Bluthochdruck (OR 14,38),
  • Drogenmissbrauch (OR 11,26),
  • polyzystische Nierenerkrankungen in der Vorgeschichte (OR 9,48) und
  • Subarachnoidalblutungen bei der Vorstellung (OR 5,91).

© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of Neurosurgery – DOI: https://doi.org/10.3171/2019.6.JNS191273