Acetylsalicylsäure (Aspirin) – Krebs, Tumor

Einsatz bei / Auftreten von:
Atherosklerose, Blutungen, Blutungsrisiko, Brustkrebs, Bypass, Entzündungen, Herzerkrankungen, Kardiovaskuläres Risiko, Krebs, Leberkrebs, Lebererkrankungen, Leberzellkarzinom, Magen-Darm-Krebs, Operationen, Prostatakrebs, Präeklampsie, Venenthrombose, Zahnwiederaufbau / Zahn-Selbstheilung

Verbessert Wirksamkeit von Krebsmedikament bei verschiedenen Tumoren

05.12.2017 Hinzufügen von Aspirin (Wirkstoff Acetylsalicylsäure) zu einigen verfügbaren Krebsmedikamenten könnte deren Wirksamkeit gegen eine Gruppe von Tumoren erhöhen, die gegen eine Behandlung resistent sind, wie neue Forschungsergebnisse zeigen.

Wissenschaftler der University of Queensland hoffen, dass bald klinische Studien für Menschen mit Lungen-, Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs durchgeführt werden könnten, die nicht auf andere Therapien angesprochen haben.

RAS-Mutationen

Helmut Schaider vom UQ Diamantina Institute sagte, dass Krebserkrankungen, die durch Mutationen bei einer Gruppe von Genen, bekannt als RAS, hervorgerufen werden, ein geringes Ansprechen auf Behandlungen zeigen, wobei derzeit kein Medikament direkt auf sie abzielt.

Die Gruppe der Tumoren umfasst einige Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Darmkrebsarten mit sehr niedrigen Überlebensraten sowie einem kleinen Prozentsatz von Melanomen.

Sorafenib

Die Forscher fanden, dass die zusätzliche Verabreichung von Aspirin zum Krebshemmer-Medikament Sorafenib stark dessen Wirksamkeit gegen Lungenkrebs und Melanom mit RAS-Mutationen bei Maus-Modellen erhöhte, sagte Dr. Schaider.

In einer multizentrischen Phase-3-Studie mit Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zeigte Sorafenib allein eine marginale Verbesserung für die Patienten.

Die Forschung legt nahe, dass die Kombination mit Aspirin Patienten mit RAS-Mutationen, die sonst nicht auf andere Behandlungen ansprechen, zugute kommen könnte, schreiben die Wissenschaftler.

Dr. Schaider sagte, dass die Medikamentenkombination möglicherweise die erforderliche Dosis von Sorafenib reduzieren könnte, was die Lebensqualität der Patienten verbessert, indem sie die negativen Auswirkungen reduziert, die einige Patienten dazu bringen können, die Behandlung zu stoppen.

Dualer Therapieansatz

Durch die Kombination mit einer relativ hohen Dosis Acetylsalicylsäure werden zwei molekulare Prozesse aktiviert, die gemeinsam die RAS-mutierten Krebszellen abtöten.

Diese doppelte Aktivierung könnte auch verhindern, dass die Tumoren Resistenzen gegen die Behandlung entwickeln, was passieren kann, wenn der Inhibitor allein verabreicht wird.

Dr. Schaider sagte, dass auch unerwünschte Wirkungen von Aspirin in Betracht gezogen werden müssten, aber die erforderlichen Dosen wären höchstwahrscheinlich klinisch kontrollierbar für Patienten, die keine verbleibenden Behandlungsmöglichkeiten haben.

Eine klinische Studie der Kombination könnte relativ schnell durchgeführt werden, möglicherweise Huckepack bei anderen, bereits laufenden Studien.

Dr. Schaider, der am Translational Research Institute arbeitet, sagte, dass der duale Therapieansatz das progressionsfreie Überleben von Krebspatienten verbessern könnte.

Die Forscher glauben auch, dass die Zugabe von Aspirin einen Rückfall von Tumoren bei Patienten verhindern könnte.
© arznei-news.de – Quelle: Clinical Cancer Research, Dez. 2017

Einnahme verringert nicht Krebs-Auftreten bei älteren Patienten mit Typ 2 Diabetes

26.06.2018 Für japanische Patienten mit Typ-2-Diabetes war niedrig dosiertes Aspirin nicht mit einem reduzierten Auftreten von Krebs verbunden – außer bei denjenigen, die jünger als 65 Jahre waren – laut einer in Diabetes Care veröffentlichten Studie.

Dr. Sadanori Okada von der Nara Medical Universität in Kashihara und Kollegen führten eine Nachuntersuchung der japanischen Primärprävention von Atherosklerose mit Aspirin (Acetylsalicylsäure – ASS) bei Diabetes durch.

Insgesamt wurden 2.536 Patienten mit Typ-2-Diabetes auf die Einnahme von Aspirin (81 oder 100 mg täglich) oder kein Aspirin randomisiert. Die Teilnehmer wurden vom Versuchsende 2008 bis 2015 begleitet.

Die Forscher fanden heraus, dass 318 Krebserkrankungen während eines medianen Follow-up von 10,7 Jahren auftraten.

Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen der ASS- und der Non-ASS-Gruppe hinsichtlich der Krebsinzidenz (Hazard Ratio, 0,92; P = 0,4).

Acetylsalicylsäure hatte keinen Einfluss auf die Häufigkeit des Krebsauftretens bei Männern, Frauen oder Personen im Alter von ≥65 Jahren in Untergruppenanalysen.

Es gab einen Rückgang der Krebsinzidenz im Zusammenhang mit der Verwendung von Aspirin bei Personen im Alter von <65 Jahren (Hazard Ratio, 0,67; P = 0,048).

Acetylsalicylsäure war mit einer signifikant reduzierten Krebsinzidenz bei Teilnehmern im Alter von <65 Jahren nach Anpassung an Geschlecht, Hämoglobin A1c, Rauchstatus und Verabreichung von Metformin und Statinen assoziiert (angepasstes Hazard Ratio, 0,66; P = 0,04).

Niedrig dosiertes Aspirin hat die Auftretensrate von Krebs bei japanischen Patienten mit Typ-2-Diabetes nicht reduzieren können, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Diabetes Care – Diabetes Care 2018 Jun; dc180368. https://doi.org/10.2337/dc18-0368



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