Acetylsalicylsäure (Aspirin) gegen Atherosklerose

KurzInfo

News zum Einsatz bei Atherosklerose

Nur wenig oder keine Wirkung bei Atherosklerose

06.06.2017 Seit Jahrzehnten wird Aspirin (Acetylsalicylsäure) häufig eingesetzt, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme zu reduzieren. Nun hat ein Team der Universität Florida festgestellt, dass Aspirin keinen oder nur wenig Nutzen bei Atherosklerose-Patienten hat.

Aspirin ist wirksam bei der Behandlung von Schlaganfällen und Herzinfarkten durch die Verringerung der Blutgerinnsel. Die Forscher analysierten die Krankenakten von über 33.000 Patienten mit Atherosklerose – verengten, verhärteten Arterien – und fanden heraus, dass Aspirin für diejenigen, die einen früheren Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere Blutfluss-Probleme mit Arterien hatten, geringfügig Vorteile bot.

Allerdings konnte kein Nutzen bei Atherosklerose-Patienten ohne vorherigen Herzinfarkt oder Schlaganfall durch Aspirin festgestellt werden.

Die Ergebnisse wurden am 18. Mai in der Zeitschrift Clinical Cardiology veröffentlicht.

Weil die Ergebnisse aus einer Beobachtungsstudie stammen, sind weitere (klinische) Studien nötig, bevor endgültig geklärt ist, ob Aspirin wenig oder keine Auswirkungen bei bestimmten Atherosklerose-Patienten hat, sagte Dr. Anthony Bavry.

Bei den mehr als 21.000 Patienten, die einen früheren Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, stellten die Forscher fest, dass das Risiko eines nachfolgenden Herz-Kreislauf-Todes, Herzinfarkts oder Schlaganfalls bei Aspirinnutzern geringfügig niedriger war.

Bei Atherosklerose-Patienten, die keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten, schien Acetylsalicylsäure keine Wirkung zu haben. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall lag bei 10,7 Prozent für Aspirin-Benutzer und 10,5 Prozent für Nicht-Nutzer.

Die Patienten waren mindestens 45 Jahre alt und hatten eine koronare Herzkrankheit, zerebrovaskuläre Erkrankung oder periphere Gefäßerkrankung. Ihre medizinischen Daten wurden zwischen Ende 2003 und Mitte 2009 gesammelt.

Die Forscher identifizierten eine Gruppe, die einen kleinen Nutzen durch Aspirin hatten – Patienten, die einen koronaren Bypass oder Stent, aber keinen Schlaganfall, Herzinfarkt oder arterielle Blutflusserkrankung hatten. Diese Patienten sollten eindeutig auf einem Aspirin-Regime bleiben, sagte Bavry.
© arznei-news.de – Quelle: Clinical Cardiology, Juni 2017

ACC: 81-mg- und 325-mg-Aspirin ähnlich wirksam bei atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

18.05.2021 Bei Patienten mit etablierter atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (Arteriosklerose, Arterienverkalkung) gibt es keinen signifikanten Unterschied bei kardiovaskulären Ereignissen oder größeren Blutungen bei Patienten, die 81 mg oder 325 mg Aspirin (Acetylsalicylsäure) täglich erhalten.

Dies geht aus einer Studie hervor, die am 15. Mai online im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, zeitgleich mit der Jahrestagung des American College of Cardiology, die virtuell vom 15. bis 17. Mai stattfand.

Dr. W. Schuyler Jones vom Duke Clinical Research Institute in Durham, North Carolina, und Kollegen teilten Patienten mit etablierter atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung nach dem Zufallsprinzip in einem offenen, pragmatischen Design einer Behandlungsstrategie von 81 oder 325 mg Aspirin/Tag zu. Insgesamt wurden 15.076 Patienten im Median von 26,2 Monaten beobachtet.

Die Forscher fanden heraus, dass das Kompositum aus Tod, Krankenhausaufenthalt wegen Myokardinfarkts oder Krankenhausaufenthalt wegen Schlaganfalls bei schätzungsweise 7,28 Prozent der Patienten in der 81-mg- bzw. 7,51 Prozent in der 325-mg-Gruppe auftrat (Hazard Ratio: 1,02; 95 Prozent Konfidenzintervall: 0,91 bis 1,14).

Krankenhausaufenthalte wegen schwerer Blutungen traten bei schätzungsweise 0,63 bzw. 0,60 Prozent der Patienten in der 81-mg- bzw. 325-mg-Gruppe auf (Hazard Ratio: 1,18; 95-Prozent-Konfidenzintervall: 0,79 bis 1,77).

Die Inzidenz von Dosiswechseln war bei den Patienten, die 325 mg erhielten, höher als bei denen, die 81 mg erhielten (41,6 versus 7,1 Prozent), und sie hatten weniger mediane Tage der Exposition gegenüber der zugewiesenen Dosis (434 versus 650 Tage).

Eine Behandlungsstrategie von 81 mg täglichem Aspirin hatte eine ähnliche Wirksamkeit wie eine Strategie von 325 mg bei Patienten mit etablierter atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung, und die langfristige Adhärenz war besser bei der 81-mg-Dosierungsstrategie, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: New England Journal of Medicine – DOI: 10.1056/NEJMoa2102137.





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