Asthma durch Antibiotika?

Antibiotikaexposition während der Schwangerschaft und kindliches Asthma

11.02.2021 Die Einnahme von Antibiotika im zweiten bis dritten Trimester der Schwangerschaft ist mit einer gering erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Asthma bei Kindern verbunden, die auf natürlichem Wege geboren wurden, laut einer in Archives of Disease in Childhood veröffentlichten Studie.

Cecilie Skaarup Uldbjerg von der Universität Aarhus in Dänemark und Kollegen führten eine Kohortenstudie durch, um zu untersuchen, ob die Antibiotikaexposition während der Schwangerschaft mit dem von den Eltern berichteten Asthma in der Kindheit im Alter von 11 Jahren verbunden war. Die Studienpopulation umfasste 32.651 Kinder, von denen 17 Prozent von Müttern geboren wurden, die während der Schwangerschaft Antibiotika eingenommen hatten.

Antibiotikaeinnahme im zweiten bis dritten Trimester

Kinder von exponierten Müttern zeigten in bereinigten Analysen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Asthma (Odds Ratio [OR] 1,14; 95 Prozent Konfidenzintervall [CI], 1,05 bis 1,24). Es gab keinen Zusammenhang mit einer Antibiotika-Exposition im ersten Trimester (OR 1,02; 95 Prozent CI, 0,83 bis 1,26), aber die Wahrscheinlichkeit für Asthma war erhöht bei einer Antibiotikaeinnahme im zweiten bis dritten Trimester (OR 1,17; 95 Prozent CI, 1,06 bis 1,28).

Insgesamt gab es jedoch keinen Zusammenhang zwischen einer Antibiotika-Exposition während der Schwangerschaft und kindlichem Asthma bei Kindern, die über einen Kaiserschnitt geboren wurden; nur bei vaginalgeborenen Kindern gab es diese Verknüpfung (OR 1,17; 95 Prozent CI, 1,07 bis 1,28).

Bei exponierten vaginalgeborenen Kindern war die Wahrscheinlichkeit, dass Asthma im Kindesalter im vorangegangenen Jahr behandelt werden musste, um 34 % höher (OR 1,34, 95% CI 1,21 bis 1,49), verglichen mit nicht-exponierten vaginalgeborenen Kindern.

Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Schwangerschaft sollte gegen die zunehmende Evidenz für negative Langzeitfolgen bei den Nachkommen sowie gegen die allgemeinen Bedenken hinsichtlich antimikrobieller Resistenz abgewogen werden, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Archives of Disease in Childhood – dx.doi.org/10.1136/archdischild-2020-319659.

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