Avapritinib (Ayvakyt)

Infos

Indikation / Anwendung / Krankheiten

AYVAKYT ist als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit inoperablen oder metastasierten gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), die die Thrombozyten-Wachstumsfaktor-Rezeptor-alpha (PDGFRA)-D842V-Mutation aufweisen, indiziert.

News

  • 10.01.2020 FDA genehmigt Ayvakit zur Behandlung einer seltenen Mutation bei Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren … zum Artikel
  • 24.07.2020 EU: Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) – CHMP-Zulassungsempfehlung für Ayvakyt … zum Artikel
  • 28.09.2020 EU: Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) – Die Europäische Kommission erteilt AYVAKYT (Avapritinib) die Zulassung … zum Artikel

FDA genehmigt Ayvakit zur Behandlung einer seltenen Mutation bei Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren

10.01.2020 Die U.S. Food and Drug Administration hat Ayvakit (Wirkstoff ist Avapritinib) für die Behandlung von Erwachsenen mit inoperablen (nicht operativ entfernbaren) oder metastasierenden (wenn sich Krebszellen in andere Körperteile ausbreiten) gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) zugelassen – eine Tumorart, die im Magen-Darm-Trakt, meist im Magen oder Dünndarm, auftritt und eine von Blutplättchen abgeleitete Wachstumsfaktor-Rezeptor-Alpha (PDGFRA)-Mutation des Exon 18 enthält.

Diese Zulassung schließt GIST ein, das eine PDGFRA D842V-Mutation beherbergt – die häufigste Exon-18-Mutation.

Avapritinib ist ein Kinase-Inhibitor, d.h. es blockiert ein Enzym (Kinase) und hilft, das Wachstum der Krebszellen zu hemmen, schreibt die FDA.

Wirksamkeit

Die FDA genehmigte Ayvakit auf der Grundlage der Ergebnisse einer klinischen Studie mit 43 Patienten mit GIST, die eine PDGFRA-Exon-18-Mutation aufwiesen, darunter 38 Patienten mit der PDGFRA-D842V-Mutation.

Dosis

Die Patienten erhielten Ayvakit 300 mg oder 400 mg einmal täglich oral bis zum Fortschreiten der Krankheit oder bis sie eine inakzeptable Toxizität zeigten. Die empfohlene Dosis wurde auf 300 mg einmal täglich festgelegt.

In der Studie wurde gemessen, wie viele Patienten während der Behandlung eine vollständige oder teilweise Schrumpfung (um einen bestimmten Betrag) ihrer Tumoren erreichten (Gesamtansprechrate).

Ansprechen

Bei Patienten mit einer PDGFRA-Exon-18-Mutation betrug die Gesamtansprechrate 84%, wobei 7% vollständig und 77% teilweise ansprachen.

Bei der Untergruppe der Patienten mit PDGFRA-D842V-Mutationen betrug die Gesamtansprechrate 89%, wobei 8% vollständig und 82% teilweise ansprachen.

Während der Median der Ansprechdauer nicht erreicht wurde, zeigten 61% der ansprechenden Patienten mit Exon-18-Mutationen ein Ansprechen, das sechs Monate oder länger anhielt (31% der Patienten mit einem anhaltenden Ansprechen wurden weniger als sechs Monate lang beobachtet).

Häufige Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen bei mit Avapritinib behandelten Patienten waren Ödeme (Schwellungen), Übelkeit, Erschöpfung/Asthenie (abnormale körperliche Schwäche oder Energiemangel), kognitive Beeinträchtigung, Erbrechen, verminderter Appetit, Durchfall, Veränderungen der Haarfarbe, vermehrte Tränensekretion, Bauchschmerzen, Verstopfung, Ausschlag und Schwindel.

Avapritinib kann intrakranielle Blutungen (Blutungen, die innerhalb des Schädels auftreten) verursachen, wobei die Dosis reduziert oder das Medikament abgesetzt werden sollte. Avapritinib kann auch Wirkungen auf das zentrale Nervensystem verursachen, einschließlich kognitiver Beeinträchtigung, Schwindel, Schlafstörungen, Stimmungsstörungen, Sprachstörungen und Halluzinationen.

Wenn dies geschieht, sollte Avapritinib je nach Schweregrad ausgesetzt werden und dann mit der gleichen oder reduzierten Dosis bei Verbesserung wieder aufgenommen oder dauerhaft abgesetzt werden.

Schwangerschaft

Das medizinische Fachpersonal sollte schwangere Frauen darauf hinweisen, dass Avapritinib einem sich entwickelnden Fötus oder Neugeborenen Schaden zufügen kann. Zusätzlich rät die FDA Fachleuten des Gesundheitswesens, Frauen mit reproduktivem Potential und Männern mit weiblichen Partnern mit reproduktivem Potential zu sagen, dass sie während der Behandlung mit Avapritinib und für sechs Wochen nach der letzten Dosis eine wirksame Verhütung anwenden sollen.
© arznei-news.de – Quellenangabe: FDA.

EU: Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) – CHMP-Zulassungsempfehlung für Ayvakyt

24.07.2020 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Ayvakyt (aktive Substanz ist Avapritinib) der Firma Blueprint Medicines als Filmtabletten (100 mg, 200 mg und 300 mg) für die Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST).

Die häufigsten Nebenwirkungen (bei ≥20% der Patienten) sind Übelkeit, Erschöpfung, Anämie, periorbitales Ödem, Gesichtsödem, Hyperbilirubinämie, Durchfall, Erbrechen, Ödeme in der Peripherie, vermehrte Tränensekretion, verminderter Appetit und Gedächtnisstörungen.

Die vollständige Indikation bei Zulassung wäre:

Ayvakyt ist als Monotherapie für die Behandlung erwachsener Patienten mit inoperablen oder metastasierenden gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), die die PDGFRA-Mutation (PDGFRA = Platelet-Derived Growth Factor Receptor Alpha) D842V beherbergen, indiziert.

© arznei-news.de – Quelle: EMA

Aus der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels der Europäischen Kommission:

Wirkstoff / Wirkung / Wirkmechanismus / Wirkweise

Avapritinib ist ein Typ-1-Kinase-Inhibitor, der eine biochemische In-vitro-Aktivität auf die PDGFRA- D842V- und KIT-D816V-Mutanten gezeigt hat, die mit einer Resistenz gegen Imatinib, Sunitinib und Regorafenib, mit halben maximalen Hemmkonzentrationen (IC 50 ) von 0,24 nM bzw. 0,27 nM und einer größeren Wirksamkeit gegen klinisch relevante KIT-Exon-11- und KIT-Exon-17-Mutanten als gegen das KIT-Wildtyp-Enzym assoziiert sind.

Schwangerschaft / Stillen

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft:

Sofern nicht absolut notwendig, wird dieses Arzneimittel nicht zur Anwendung während der Schwangerschaft empfohlen. Vermeiden Sie eine Schwangerschaft während Sie mit diesem Arzneimittel behandelt werden, da es Ihr ungeborenes Kind schädigen kann. Ihr Arzt wird mit Ihnen die möglichen Risiken der Einnahme von AYVAKYT während der Schwangerschaft besprechen.

Ihr Arzt sollte überprüfen ob Sie schwanger sind, bevor Sie die Behandlung mit diesem Arzneimittel beginnen.
Frauen sollten während der Behandlung und für mindestens 1 Monat nach Abschluss der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über zuverlässige Verhütungsmethoden, die für Sie geeignet sein könnten.

Stillzeit:

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie stillen oder planen, dies zu tun. Es ist nicht bekannt, ob AYVAKYT in die Muttermilch übergeht. Sie sollten während der Behandlung mit diesem Arzneimittel und für mindestens 2 Wochen nach der letzten Dosis nicht stillen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie Sie Ihr Kind in dieser Zeit am besten ernähren.

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen / Verträglichkeit

Wie alle Arzneimittel kann auch AYVAKYT Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Häufigste schwere Nebenwirkungen

Manche Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt:

  • starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, starke Schläfrigkeit, starke Schwäche auf einer Seite Ihres Körpers (Anzeichen einer Hirnblutung)
  • Gedächtnisverlust, Veränderungen des Gedächtnisses oder Verwirrung (Anzeichen einer kognitiven Wirkung)

Andere Nebenwirkungen können einschließen:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • verminderter Appetit
  • Gedächtnisverlust, Veränderungen des Gedächtnisses oder Verwirrung (kognitive Wirkungen)
  • Schwindel
  • veränderter Geschmackssinn
  • erhöhte Tränenproduktion
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen
  • Durchfall
  • trockene Augen, trockene Lippen, Mundtrockenheit und trockene Haut
  • Sodbrennen
  • Veränderung der Haarfarbe
  • Ausschlag
  • Schwellung (z. B. Füße, Knöchel, Gesicht, Augen, Gelenke)
  • Müdigkeit
  • erniedrigte Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie) und weißer Blutkörperchen gemäß Blutuntersuchung
  • erhöhte Belastung der Leber und hohe Werte für Bilirubin, einer von der Leber produzierten Substanz, gemäß Blutuntersuchung

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • rote oder schmerzende Augen, verschwommenes Sehen
  • Dehydrierung
  • niedriges Albumin im Blut
  • Depression
  • Angst
  • Probleme beim Einschlafen (Schlaflosigkeit)
  • Blutungen in Ihrem Gehirn
  • verringerte Sinnesempfindung, Taubheit, Kribbeln oder erhöhte Schmerzempfindlichkeit in Armen und Beinen
  • Schwächegefühl oder ungewöhnlich schläfrig
  • Sprachstörungen oder Heiserkeit
  • Bewegungsstörung
  • Kopfschmerzen
  • Tremor
  • Blutungen in das Auge
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • erhöhter Blutdruck
  • Kurzatmigkeit
  • verstopfte Nase
  • Husten, einschließlich Husten mit Schleimbildung
  • gastrointestinale Blutung
  • vermehrte Flüssigkeit im Bauch
  • Verstopfung, Flatulenz (Blähungen)
  • Schluckstörung
  • Schmerzen in Mund, Lippen oder Zunge, Soor
  • Zunahme der Speichelproduktion
  • rote oder juckende Haut – Verfärbung der Haut
  • Haarausfall
  • Schmerzen
  • Muskelspasmen
  • Blut im Urin
  • Fieber oder Gefühl allgemeinen Unwohlseins
  • Veränderungen der elektrischen Aktivität des Herzens
  • Gewichtszunahme oder -verlust
  • niedrige Anzahl an Blutplättchen gemäß Blutuntersuchung, häufig in Verbindung mit leicht auftretenden Blutergüssen oder Blutungen
  • veränderte Mengen an Mineralstoffen im Blut gemäß Blutuntersuchung
  • verminderte Nierenfunktion gemäß Blutuntersuchung
  • erhöhter Abbau der Muskelmasse gemäß Blutuntersuchung

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

  • Blutungen im Tumor
  • Flüssigkeitsansammlung am Herzen
  • Blutungen in der Leber

Arznei-News.de – Quellenangabe: Europäische Kommission – EPAR – 28.09.2020

EU: Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) – Die Europäische Kommission erteilt AYVAKYT (Avapritinib) die Zulassung

28.09.2020 Die Europäische Kommission hat am 25.09.2020 dem Medikament AYVAKYT (Wirkstoff ist Avapritinib) der Firma Blueprint Medicines (Netherlands) B.V. die Zulassung für die Behandlung von inoperablen oder metastasierten gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) erteilt (zur genauen Indikation).
© arznei-news.de – Quelle: EC, 2020


Schreiben Sie uns >> hier << über Ihre Erfahrungen und lesen Sie die Erfahrungsberichte zu diesem Medikament.