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Beruhigungs-, Schlafmittel und das Frakturrisiko

Studie findet leicht erhöhtes Frakturrisiko nach Einnahme von Sedativa / Hypnotika

Beruhigungs-, Schlafmittel und das Frakturrisiko

14.12.2023 Forscher des Center for Safe Medication Practice and Research (CSMPR) der Abteilung für Pharmakologie und Pharmazie der LKS-Fakultät für Medizin der Universität Hongkong (HKUMed) haben in einer Studie den Zusammenhang zwischen bestimmten Beruhigungs- und Schlafmitteln und dem Risiko für Knochenbrüche bei mehr als 6 Millionen Menschen in 11 Ländern/Regionen untersucht.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Einnahme bestimmter Sedativa und Hypnotika mit einem moderat erhöhten Risiko für Knochenbrüche verbunden ist, das auf 30 bis 40 % geschätzt wird. Die Studie unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung bei der Verschreibung von Sedativa und Hypnotika, insbesondere bei Patienten mit einem hohen Knochenbruchrisiko. Die Ergebnisse wurden in Sleep Medicine Reviews veröffentlicht.

Die Studie

Das Forscherteam untersuchte 20 Beobachtungsstudien, die in 11 Ländern/Regionen durchgeführt wurden und mehr als 6 Millionen Personen umfassten. Die Studien enthielten sechs Kohortenstudien, acht Fall-Kontroll-Studien und sechs Fall-Crossover-Studien, von denen eine auch ein selbstkontrolliertes Fallseriendesign beinhaltete. Elf der Studien wurden in eine anschließende Metaanalyse einbezogen. Alle Studien wurden nach der Newcastle-Ottawa-Skala, einem weithin anerkannten Instrument zur Bewertung der Qualität von Studien, mit 7 bis 9 von 10 Sternen als qualitativ gut eingestuft.

Die Überprüfung ergab, dass 18 der 20 Studien einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Einnahme von Beruhigungsmitteln und Schlafmitteln und einem erhöhten Frakturrisiko zeigten. Eine Metaanalyse schätzte, dass Anwender von Sedativa und Hypnotika ein um 30 % höheres Frakturrisiko haben als Nichtanwender. Insbesondere zeigte eine gepoolte Analyse, dass die Einnahme von Benzodiazepinen mit einem 32 % höheren Risiko für Hüftfrakturen und die Einnahme von Z-Drugs mit einem 41 % höheren Risiko für Frakturen an einer beliebigen Stelle des Körpers verbunden war. Das Risiko war für lang- und kurzwirksame Sedativa, Hypnotika war ähnlich.

Trotz der Einschränkungen, wie z. B. nicht erfasste Störfaktoren, weist die Studie auf die seltene, aber mögliche Nebenwirkung von Frakturen bei der Einnahme von Beruhigungs- und Schlafmitteln hin. Die Ursache für das erhöhte Frakturrisiko muss noch weiter erforscht werden, aber Stürze tragen wahrscheinlich zu diesem Zusammenhang bei.

Die Studie legt nahe, dass Patienten mit einem höheren Frakturrisiko, wie etwa Patienten im Alter von 85 Jahren oder darüber oder allein lebende Patienten, mit Vorsicht Beruhigungsmittel verschrieben werden sollten. Vor der Verschreibung dieser Medikamente sollten die Patienten angemessen beraten werden, und das Sturz- und Frakturrisiko sollte überwacht und gemindert werden. Präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Stürzen bei Anwendern von Beruhigungsmitteln können ebenfalls dazu beitragen, das Frakturrisiko zu verringern.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Sleep Medicine Reviews (2023). DOI: 10.1016/j.smrv.2023.101866

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