Unterstützen Sie bitte Arznei-News durch eine Spende (und lesen Sie werbefrei).

Betablocker bei Arthrose

Studie untersuchte den Einsatz von Betablockern bei Arthrose und das Risiko einer Kniegelenksprothese

Betablocker bei Arthrose

07.09.2023 Bei Patienten mit Knieschmerzen scheinen diejenigen, die eine weit verbreitete Klasse von blutdrucksenkenden Medikamenten erhalten – die sogenannten Betablocker (auch Beta-Rezeptorenblocker, β-Blocker oder Beta-Adrenozeptor-Antagonisten genannt) – ein geringeres Risiko für eine Knie-Totalendoprothese (TKA; Totalersatz des Kniegelenks) zur Behandlung einer fortgeschrittenen Arthrose zu haben, so eine Studie im Journal of Bone & Joint Surgery.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Verwendung von Betablockern, insbesondere von nicht-selektiven Blockern, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit eines Kniegelenk-Totalersatzes verbunden ist“, so Dr. Iskandar Tamimi von der Universitario de Malaga, Spanien, und Kollegen. Betablocker können das Fortschreiten von Arthrose verlangsamen, indem sie Entzündungsmediatoren reduzieren, die an der Knorpeldegeneration beteiligt sind – was Hinweise auf die Entwicklung neuer Behandlungsansätze für Arthrose liefern könnte.

Nicht-selektive Betablocker verringerten das TKA-Risiko um 54 %

Anhand einer spanischen Krankenhausdatenbank identifizierten die Forscher 300 Patienten, die zwischen 2010 und 2019 wegen Knieschmerzen untersucht wurden und sich zwischen 2018 und 2019 einer TKA unterzogen. Diese Fallpatienten wurden hinsichtlich Alter, Geschlecht, Kalenderjahr und Grad der Arthritis mit 300 Kontrollpersonen verglichen, die wegen Knieschmerzen untersucht wurden, sich aber keiner TKA unterzogen.

Die Betablocker-Behandlung wurde auf mögliche Auswirkungen auf das Risiko einer TKA untersucht. Die Analyse umfasste die Dauer der Betablocker-Behandlung und als Maß für die Therapietreue den Prozentsatz der Tage, an denen ein Rezept eingelöst wurde. Ein validiertes Tool der künstlichen Intelligenz wurde eingesetzt, um Verzerrungen bei der Bereinigung um andere Faktoren, die möglicherweise mit dem TKA-Risiko zusammenhängen, zu minimieren.

In der bereinigten Analyse war die Wahrscheinlichkeit, dass sich Betablocker einnehmende Patienten einer TKA unterzogen, etwa halb so hoch. Die Assoziation war spezifisch für nicht-selektive Betablocker, die sowohl auf Beta-1- als auch Beta-2-Adrenorezeptoren wirken. Bei Patienten mit Knieschmerzen, die diese Medikamente einnahmen, war das Risiko für eine Knie-Totalendoprothese um 54 % geringer. Im Gegensatz dazu hatten Patienten, die selektive Betablocker einnahmen – die auf Beta-1-Rezeptoren, die sich hauptsächlich im Herzen befinden, wirken – kein signifikant geringeres TKA-Risiko.

Ergebnisse könnten auf neue Behandlungen zur Verzögerung des Fortschreitens der Arthrose hinweisen

Der schützende Effekt war bei längerer Einnahme von Betablockern sogar noch stärker: Patienten, die fünf Jahre oder länger Betablocker einnahmen, hatten ein um 64 % verringertes TKA-Risiko. Die Assoziation war auch stärker bei Patienten mit einer höheren Therapietreue, die an mindestens 75 % der Tage ein Rezept einlösten.

Frühere Studien haben gezeigt, dass Betablocker verschiedene Entzündungsmediatoren, die an der Arthrose beteiligt sind, herunterregulieren. Mehrere dieser Mediatoren werden durch die adrenergen Signalwege reguliert, die für die blutdrucksenkende Wirkung von Betablockern verantwortlich sind.

„Daher könnte die Herunterregulierung des adrenergen Signals möglicherweise den Knorpelabbau verringern und das Fortschreiten der Arthrose verzögern“, schreiben die Forscher. Sie weisen darauf hin, dass ihre Studie keine Rückschlüsse auf einen „echten Kausalzusammenhang“ zwischen der Behandlung mit Betablockern und dem Risiko für eine Knie-Totalendoprothese ziehen kann.

„Wir glauben, dass die Rolle von β-Blockern bei der Behandlung von Arthrose über eine schmerzlindernde Behandlung hinausgehen könnte und dass diese Medikamente möglicherweise in die degenerativen Prozesse im Knorpel eingreifen könnten“, schlussfolgern Tamimi und Koautoren. Zwar sind weitere Forschungen erforderlich, aber die Studie „liefert eine Hypothese für die Entwicklung künftiger therapeutischer Ansätze, die auf das adrenerge System bei der Behandlung von Arthrose abzielen.“

© arznei-news.de – Quellenangabe: The Journal of Bone and Joint Surgery ():10.2106/JBJS.22.01189, September 5, 2023. | DOI: 10.2106/JBJS.22.01189

Weitere Infos / News zu diesem Thema:





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

Welche Erfahrung haben Sie mit diesem Medikament gemacht, oder haben Sie eine Frage dazu?

Hat das Medikament geholfen (Dosierung, Dauer der Anwendung)? Was hat sich verbessert/verschlechtert? Welche Nebenwirkungen haben Sie bemerkt?


Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen. Vermeiden Sie unangemessene Sprache, Werbung, themenfremde Inhalte. Danke.

Ads Blocker Image Powered by Code Help Pro

Wir haben festgestellt, dass Sie einen Ad-Blocker aktiviert haben.

Bitte erwägen Sie, uns zu unterstützen, indem Sie Ihren Ad-Blocker deaktivieren, es hilft uns bei der Aufrechterhaltung dieser Website.

Es ist auch möglich uns mit einer kleinen Spende finanziell zu unterstützen, so dass wir auf Arznei-News die Werbung deaktivieren können. Mehr dazu hier.

Um den Inhalt zu sehen, deaktivieren Sie bitte den Adblocker und aktualisieren Sie die Seite.