Bisphosphonate – Atypische Frakturen

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Ein längerer Einsatz von Bisphosphonaten kann das Risiko für atypische Femurfrakturen erhöhen

21.08.2020 Laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie ist die längere Einnahme von Bisphosphonaten mit einem erhöhten Risiko für atypische Femur- (Oberschenkelknochen) Frakturen verbunden.

Dennis M. Black von der University of California in San Francisco und Kollegen untersuchten Frauen im Alter von 50 Jahren oder älter, die Bisphosphonate erhielten. Die Frauen wurden vom 1. Januar 2007 bis zum 30. November 2017 hinsichtlich des primären Endpunktes einer atypischen Fraktur des Femurs (Oberschenkels) untersucht.

Die Forscher fanden heraus, dass 277 atypische Femurfrakturen bei 196.129 Frauen auftraten. Das Risiko für atypische Frakturen stieg mit einer längeren Einnahme von Bisphosphonaten nach multivariabler Anpassung mit einem Hazard Ratio von 8,86 bei drei bis fünf Jahren bzw. 43,51 bei acht Jahren oder mehr, verglichen mit weniger als drei Monaten.

Rasse, Größe, Gewicht und Glukokortikoid-Einsatz waren ebenfalls Risikofaktoren. Die Einstellung der Bisphosphonateinnahme war mit einem raschen Rückgang des atypischen Frakturrisikos verbunden.

Während einer ein- bis zehnjährigen Einnahme von Bisphosphonaten überwog die Abnahme des Risikos für osteoporotische und Hüftfrakturen das erhöhte Risiko für atypische Frakturen bei Weißen, jedoch weniger bei Asiaten.

Bei Weißen wurden 149 Hüftfrakturen verhindert und zwei Bisphosphonat-assoziierte atypische Frakturen traten nach drei Jahren auf, verglichen mit 91 bzw. acht Frakturen bei Asiaten.

Diese Ergebnisse in einer heterogenen Population tragen zu den vorhandenen, aber begrenzten Erkenntnissen über die Risiken und Vorteile der Behandlung bei einzelnen Patienten oder Bevölkerungsgruppen bei, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: N Engl J Med 2020; 383:743-753 DOI: 10.1056/NEJMoa1916525.



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