Calciumkanalblocker / Calciumantagonisten

Calciumkanalblocker (auch Calciumantagonisten, Kalziumkanalblocker,  Calciumkanalantagonisten – im Engl. Calcium channel blockersCCB) sind Medikamente, die die Bewegung von Calcium (Ca2+) durch die Calciumkanäle stören. Kalziumkanalblocker werden als blutdrucksenkende Medikamente eingesetzt, d.h. als Medikamente zur Senkung des Blutdrucks bei Patienten mit Bluthochdruck.

Liste

  • Amlodipin (Norvasc)
  • Clevidipin (Clevipres)
  • Diltiazem (Dilzem)
  • Felodipin (Plendil, Modip, Munobal)
  • Gallopamil (Procorum)
  • Isradipin (Lomir, Vascal)
  • Lacidipin (Motens)
  • Lercanidipin (Carmen, Corifeo)
  • Manidipin (Manyper)
  • Nicardipin (Antagonil)
  • Nifedipin (Adalat)
  • Nilvadipin (Escor, Nivadil)
  • Nimodipin (Nimotop)
  • Nisoldipin (Baymycard)
  • Nitrendipin (Bayotensin)
  • Verapamil (Isoptin)

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen dieser Medikamente können unter anderem sein:

  • Verstopfung
  • Schwindel, Kopfschmerzen, Rötung im Gesicht
  • Flüssigkeitsansammlung in den Beinen und Knöchelödem
  • Gingivale Überwucherung
  • Schnelle Herzfrequenz
  • Langsame Herzfrequenz
  • Risiko für Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)

Calciumkanalblocker können Risiko für Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) bei Frauen erhöhen

18.04.2018 Der Einsatz von kurzwirksamen Calziumkanalblockern (CCB) ist mit einem erhöhten Risiko für Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) bei postmenopausalen Frauen verbunden laut einer auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research in Chicago vorgestellten Studie.

Dr. Zhensheng Wang vom Baylor College of Medicine in Houston und Kollegen führten eine prospektive Studie unter 145.553 postmenopausalen Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren ohne prävalenten Krebs aus der Women’s Health Initiative durch, die durchschnittlich 13,8 Jahre lang beobachtet wurden. Bei 842 Teilnehmerinnen dieser Frauen wurden die Serumspiegel des löslichen Rezeptors für das Endprodukt der fortgeschrittenen Glykierung (sRAGE) untersucht.

Die Forscher identifizierten 841 Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs bis zum 29. August 2014. Nach Anpassung an Alter, Ethnizität, Body-Mass-Index, Raucherstatus, Diabetes-Geschichte und Verwendung von β-Blockern, Angiotensin-konvertierenden Enzym-Inhibitoren oder Diuretika hatten die Anwenderinnen von Calciumantagonisten ein erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs (Hazard Ratio 1,33).

Nach Berücksichtigung konkurrierender Risiken blieb die Korrelation bestehen (Hazard Ratio 1,36).

Die Hazard Ratio für Pankreaskarzinom lag bei 1,48 für Langzeitnutzerinnen von Kalziumkanalblockern (mehr als drei Jahre) versus Frauen, die sie nie einnahmen; die Korrelation war im konkurrierenden Risikomodell leicht abgeschwächt, blieb aber signifikant (Hazard Ratio 1,35).

Im Vergleich zu CCB-nicht-nutzenden Teilnehmerinnen hatten CCB-Nutzerinnen einen niedrigeren durchschnittlichen Serum-SRAGE-Wert (1.284 gegenüber 1.457 pg/ml).

Die Forscher waren jedoch über das unerwartet erhöhte Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Anwenderinnen von kurzwirksamen Calciumantagonisten überrascht, sagte Wang in einer Erklärung.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Baylor College of Medicine; American Association for Cancer Research



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