Canakinumab gegen Lungenkrebs

Lungenkrebs: Medikament verringert Risiko

30.08.2017 Bei der European Society of Cardiology Sitzung veröffentlichten Forscher einen Studienbericht, wonach der monoklonale Antikörper Canakinumab (Handelsname Ilaris) eine deutliche Verringerung der Inzidenz von Lungenkrebs und Lungenkrebs-Mortalität erreicht.

In der risikoreichen Population der Herzerkrankten wurde der Todesfall durch Krebs in der Gruppe der Menschen, die die höchste Dosierung des Medikaments erhielten, um die Hälfte reduziert lt. Bericht im Fachblatt The Lancet.

Die Studie CANTOS ist eine randomisierte, doppelblinde Studie mit dem entzündungshemmenden Medikament Canakinumab. Die Studie hatte das primäre Ziel zu untersuchen, ob das Medikament die Rate für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Tod senken könnte. Mehr als 10.000 Patienten mit vorherigen Herzinfarkten mit hohen Werten von C-reaktivem Protein (hsCRP) – ein Entzündungsbiomarker – wurden in die Studie eingeschrieben. Keiner der Teilnehmer war mit Krebs diagnostiziert worden.

Tod durch Lungenkrebs seltener

Die Teilnehmer der Studie erhielten 50 mg, 150 mg oder 300 mg Canakinumab oder ein Placebo, die alle drei Monate subkutan injiziert wurden. Sie wurden bis zu fünfeinhalb Jahren beobachtet. Die Forscher stellten eine deutliche Senkung der Sterberate aufgrund von Krebs fest, aber vor allem bei Tod durch Lungenkrebs, sowie in der Inzidenz von Lungenkrebs bei Patienten, die das Medikament erhielten.

Dieser Effekt war dosisabhängig – zum Beispiel wurden die Lungenkrebsraten um 26 Prozent, 39 Prozent bzw. 67 Prozent für die niedrigen, mittleren und hohen Dosen von Canakinumab reduziert.

Patienten, die die höchste Dosis des Medikaments (300 mg) erhielten, zeigten etwa die Hälfte der Rate der gesamten Krebstodesfälle und ein Viertel der Rate des tödlichen Lungenkrebses im Vergleich zu denen, die das Placebo erhielten.

CANTOS evaluierte Teilnehmer mit einer Vorgeschichte von Herzinfarkten, die für eine erhöhte hsCRP ausgewählt wurden, selbst ein Risikomarker für Lungenkrebs. Studienautor Paul M. Ridker und Kollegen wussten, dass diese Population – viele von ihnen Raucher – ein hohes Risiko für Lungenkrebs haben würde. Daher hatte das Team im Rahmen ihres Sicherheitsüberwachungsplans eine Jury aus führenden Krebsexperten gebildet, die auf krebsrelevante Ergebnisse wartete.

Das Forscherteam bemerkt, dass es unwahrscheinlich ist, dass Canakinumab neue Lungenkrebserkrankungen direkt verhindert – stattdessen halten sie es für wahrscheinlicher, dass das Medikament zu einer langsameren Lungenkrebs-Progression und Invasivität beiträgt.

Primärer Endpunkt erreicht

Die Wissenschaftler verfolgten die Entwicklung genau und stellten fest, dass bei etwa einem von 1.000 behandelten Patienten ein erhöhtes Risiko für tödliche Infektionen bestand.

Die Studie hat ihren primären kardiovaskulären Endpunkt erreicht und damit das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod (zusammen) um 15 Prozent reduziert. Das Forscherteam fand auch signifikante Verringerungen bei Arthritis, Gicht und Osteoarthritis aufgrund der entzündungshemmenden Eigenschaften des Medikaments.
© arznei-news.de – Quelle: European Society of Cardiology, Aug. 2017



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