Carfilzomib (Kyprolis)

Carfilzomib (Handelsname Kyprolis, Onyx Pharmaceuticals, Inc.) ist ein selektiver Proteasom-Inhibitor zur Behandlung von Krebs. Chemisch ist es ein Tetrapeptid Epoxyketon und ein Analogon von Epoxomicin.

Multiples Myelom: Zulassungsantrag für Kyprolis in USA, EU gestellt

28.01.2015 Amgen und deren Tochtergesellschaft Onyx Pharmaceuticals haben in Europa und in den USA Anträge auf Zulassung für ihr Medikament Kyprolis (Carfilzomib) zur Behandlung des Multiplen Myeloms gestellt.

carfilzomibDie Unternehmen möchten ihr Arzneimittel für die Behandlung von Patenten mit rezidiviertem multiplen Myelom, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben, zur Vermarktung genehmigen lassen.

In den USA ist Kyprolis bereits durch die beschleunigte Zulassung zur Anwendung bei Patienten mit multiplem Myelom, die bereits mindestens zwei andere Behandlungen erhalten haben und deren Krankheit fortgeschritten ist, frei; ein ergänzender Zulassungsantrag wurde nun eingereicht, um eine volle reguläre Zulassung zu erhalten und die Zielgruppe zu erweitern.

In der Europäischen Union hat Carfilzomib Orphan-Drug-Status erhalten und der Marktzulassung wurde die beschleunigte Prüfung gewährt.

FDA: vorrangige Prüfung bei multiplem Myelom

Die US-Regulierungsbehörden werden eine rasche Beurteilung des Amgen-Antrags auf Zulassungserweiterung des Krebsmedikaments Kyprolis auf Patienten mit rezidivierendem multiplen Myelom gewähren.

Die Firma hat einen ergänzenden Zulassungsantrag für Kyprolis (mit der aktiven Substanz Carfilzomib) gestellt, um die Genehmigung für die Verwendung zusammen mit Dexamethason bei Patienten zu bekommen, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben.

Das Medikament ist bereits in den USA in Kombination mit Celgenes REVLIMID (Lenalidomid) und Dexamethason zur Behandlung von erneut aufgetretenem MM bei Patienten zugelassen, die 1-3 vorherige Therapielinien erhalten haben.

Der Bedarf an neuen Behandlungsmöglichkeiten ist besonders dringend für Patienten mit diesem Blutkrebs, da sich ihre Prognose nach jedem Rückfall erheblich verschlechtert.

Die Entscheidung basiert auf Daten aus der Phase-II-Head-to-Head Studie ENDEAVOR, in der die Patienten, die Carfilzomib und niedrig dosiertes Dexamethason bekamen, doppelt so lange ohne Fortschreiten der Krankheit lebten – im Vergleich zu denen, die Janssens Velcade (Bortezomib) und niedrig dosiertes Dexamethason bekamen (medianes progressionsfreies Überleben 18,7 Monate gegenüber 9,4 Monaten).
© arznei-news.de – Quelle: Amgen, Jan., Sept. 2015

EMA-Zulassung für EU bei multiplem Myelom

23.05.2015 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Kyprolis 60 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung der Firma Amgen Europe B.V. für die Behandlung eines multiplen Myeloms.

Das Medikament mit dem Wirkstoff Carfilzomib soll das Fortschreiten der Krankheit verzögern, wenn es in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason verwendet wird.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind

  • Blutarmut,
  • Müdigkeit,
  • Durchfall,
  • Thrombozytopenie,
  • Übelkeit,
  • Fieber,
  • Atemnot,
  • Infektionen der Atemwege,
  • Husten und
  • periphere Ödeme.

Schwerere Nebenwirkungen sind Blutanomalien und kardiale Ereignisse.

Wirksamkeit

Die Wirksamkeit von Kyprolis wurde in einer multizentrischen Open-Label Phase-III-Studie gezeigt. In dieser Studie wurden 792 Patienten mit rezidiviertem multiplen Myelom randomisiert der Behandlung mit Carfilzomib kombiniert mit Lenalidomid und Dexamethason zugewiesen oder erhielten nur Lenalidomid und Dexamethason.

Die Studie ergab, dass Patienten, die die Kombination mit Carfilzomib erhielten, eine durchschnittliche Erhöhung von 8,7 Monaten erlebten, in denen die Krankheit nicht fortschritt, im Vergleich zu Lenalidomid und Dexamethason (26,3 Monate gegenüber 17,6 Monate).

Die vollständige Indikation würde lauten: Kyprolis soll in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom indiziert sein, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben.

EU-Zulassung bei multiplem Myelom

Die Europäische Kommission hat Kyprolis von der Firma Amgen in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom zugelassen, die mindestens eine vorherige Therapie erhielten.

Das macht den Wirkstoff Carfilzomib zum ersten irreversiblen Proteasom-Inhibitor in der Europäischen Union, der für eine Kombinationsbehandlung von Patienten mit rezidiviertem multiplem Myelom zugelassen wurde.

Die Zulassung stützt sich auf Daten aus der Phase-3-Studie ASPIRE. Näheres dazu hier.

Amgen plant, Daten aus der Phase-3-Studie ENDEAVOR für die potenzielle Zulassung des Medikaments in Kombination mit Dexamethason in der EU vorzulegen. Diese Daten dienen auch als Grundlage der zusätzlichen New Drug Application von Kyprolis in Kombination mit Dexamethason für Patienten mit rezidiviertem multiplem Myelom, die für die Prioritätsüberprüfung der US Food and Drug Administration akzeptiert wurde.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Amgen, Sept., Nov. 2015

Empfehlung zur Erweiterung der Indikation bei MM

28.05.2016 EMA-Empfehlung zur Erweiterung der Zulassung von Kyprolis in Kombination entweder mit Lenalidomid und Dexamethason oder Dexamethason allein für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben.

Erweiterung der Zulassung bei MM

04.07.2016 Die Europäische Kommission hat eine Änderung der Zulassung für Amgens Medikament Carfilzomib genehmigt, es auch in Kombination mit Dexamethason allein bei erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom anzuwenden, die mindestens eine vorherige Therapie erhalten haben.

Die Entscheidung basiert auf Daten aus der Phase-III-Studie ENDEAVOR, in der Patienten mit multiplem Myelom behandelt wurden und mit Kyprolis plus Dexamethason (Kd) eine Überlegenheit beim progressionsfreien Überleben (PFS) von 18,7 Monaten erreichten im Vergleich zu 9,4 Monaten bei den Patienten, die mit der Kombination Bortezomib plus Dexamethason (Vd) behandelt wurden. Kd demonstrierte auch Verbesserungen im Vergleich zu Vd bei den sekundären Endpunkten, einschließlich der Raten des gesamten Ansprechens, die sich bei mit Kd behandelten Patienten verdoppelten im Vergleich zu den mit Vd behandelten Teilnehmern.
© arznei-news.de – Quelle: Amgen, Juni 2016

Amgen präsentiert neue Daten bei multiplem Myelom

11.12.2015 Amgen hat neue Daten aus seiner Phase-3-Studie ENDEAVOR veröffentlicht, in der Kyprolis bei Patienten mit rezidivierendem multiplen Myelom eingesetzt wurde.

Die Daten zeigten, dass Carfilzomib in Kombination mit Dexamethason erheblich das Fortschreiten der Krankheit hinauszögerte – im Vergleich zu Bortezomib plus Dexamethason – bei schwierig zu behandelnden Patientengruppen, insbesondere bei denen mit einem hohen Risiko und mit zuvor behandelter Krankheit.

Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom, die mit Kyprolis plus Dexamethason (K+D) behandelt wurden, erreichten ein überlegenes progressionsfreies Überleben (PFS) im Vergleich zu Personen, die mit Bortezomib plus Dexamethason behandelt wurden. Die Subgruppenanalysen evaluierten die K+D Kombination basierend auf der vorherigen Behandlung, zytogenetischen Risikostatus und Alter.

Eine weitere Auswertung analysierte Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie nach Baseline-zytogenetischem Risikostatus, basierend auf Daten aus der Phase-3-Studie ASPIRE, in der Carfilzomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason eine signifikante Verbesserung der PFS gegenüber Lenalidomid und Dexamethason demonstrierte.
© arznei-news.de – Quelle: Amgen, Dez. 2015

ENDEAVOR: Gesamtüberleben bei rrMM-Patienten

24.08.2017 Amgen hat die Ergebnisse einer Gesamtüberlebensanalyse der Phase-3-‚Kopf-an-Kopf“-Studie ENDEAVOR zu Carfilzomib veröffentlicht.

Die im Fachblatt The Lancet Oncology veröffentlichten Daten zeigen, dass 56 mg / m2 Kyprolis zweimal wöchentlich zusammen mit Dexamethason (Kd56) verabreicht das Sterberisiko um 21 Prozent gegenüber Velcade (Bortezomib) plus Dexamethason (Vd) reduzierte, was zu einem 7,6-monatigen Nutzen beim Gesamtüberleben (OS) führte (Median OS 47,6 Monate für Kd56 gegenüber 40,0 für Vd, HR = 0,79, p = 0,01).

Der OS-Nutzen war unabhängig von der vorherigen Velcade-Therapie (HR = 0,75 ohne vorheriges Velcade, HR = 0,84 für vorheriges Velcade) beständig. Dieses Kd56-Regime ist bereits in den USA, der Europäischen Union und anderen Ländern auf der Grundlage der primären Analyse des progressionsfreien Überlebens (PFS) in der ENDEAVOR-Studie zugelassen worden.
© arznei-news.de – Quelle: Amgen, Aug. 2017

A. R. R. R. O. W. Studie erreicht primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens bei Patienten mit rrMM

24.10.2017 Amgen hat die Ergebnisse der Phase-3-Studie A. R. R. R. O. W. bekanntgegeben.

Die Studie zeigte, dass unter Kyprolis (Wirkstoff Carfilzomib), das einmal wöchentlich in der Dosis von 70 mg/m2 mit Dexamethason verabreicht wurde, rezidivierende und refraktäre Patienten mit multiplem Myelom 3,6 Monate länger ohne Verschlechterung der Erkrankung lebten als unter Kyprolis, das zweimal wöchentlich in der Dosis von 27 mg/m2 mit Dexamethason verabreicht wurde. Das Gesamtsicherheitsprofil des einmal wöchentlichen Regimes war mit dem der zweimal wöchentlich verabreichten Therapie vergleichbar.

Die Studie umfasste 478 Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom, die zwei oder drei vorhergehende Therapielinien erhielten, darunter ein Proteasom-Inhibitor und ein Immunmodulator. Die Patienten in der Studie mit der einmal wöchentlichen Carfilzomib-Behandlung erreichten eine statistisch signifikante überlegene progressionsfreie Überlebenszeit mit einem Median von 11,2 Monaten im Vergleich zu 7,6 Monaten für die Behandlung mit dem zweimal wöchentlichen Behandlungsschema (HR = 0,69; 95 Prozent CI, 0,54 – 0,88).

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Nebenwirkungen (größer als oder gleich 20 Prozent) in beiden Behandlungsarmen waren Anämie, Durchfall, Müdigkeit, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit und Pyrexie.
© arznei-news.de – Quelle: Amgen, Okt. 2017


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