Clopidogrel (Plavix) nach Stent-Implantation

Clopidogrel ist Aspirin bei der Langzeitversorgung nach einer Stentimplantation überlegen

19.05.2021 In der vermutlich ersten und größten randomisierten Studie zum Vergleich der Wirksamkeit der beiden Thrombozytenaggregationshemmer als Langzeit-Erhaltungstherapie für Patienten, die nach einem Jahr dualer Thrombozytenaggregations-Therapie (DAPT) nach dem Einsetzen eines Koronarstents keine unerwünschten Ereignisse hatten, schnitt Clopidogrel (Handelsname Plavix) besser ab als Aspirin (Wirkstoff Acetylsalicylsäure).

Todesfälle, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder schwerwiegende Blutungen

Nach einer Nachbeobachtungszeit von zwei Jahren führte die langfristige Erhaltungstherapie mit Clopidogrel zu einer 30-prozentigen Reduktion bei Todesfällen, Herzinfarkten, Schlaganfällen oder schwerwiegenden Blutungen insgesamt laut den auf der American College of Cardiology’s 70th Annual Scientific Session präsentierten und in The Lancet veröffentlichten Studienbefunden.

Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt, ein Kompositum aus Tod aus beliebiger Ursache, Herzinfarkt, Schlaganfall oder einem schweren Blutungsereignis innerhalb von zwei Jahren nach Studienbeginn, das bei 5,7 % der mit Clopidogrel behandelten und 7,7 % der mit Aspirin behandelten Patienten auftrat.

HOST-EXAM

An der Studie HOST-EXAM (EXtended Antiplatelet Monotherapy) nahmen 5.436 Patienten teil, die einen koronaren Stent erhalten hatten. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 63 Jahren, 75% waren Männer, 34% hatten Diabetes und 13% eine chronische Nierenerkrankung. Nachdem die Patienten eine sechs- bis 18-monatige DAPT ohne unerwünschte Ereignisse absolviert hatten, wurden sie nach dem Zufallsprinzip einer Erhaltungstherapie mit Clopidogrel oder Aspirin zugewiesen.

Blutungen

Zusätzlich zum primären Endpunkt trennten die Forscher die Blutgerinnungsereignisse (Tod, Herzinfarkt, Wiederaufnahme ins Krankenhaus aufgrund eines akuten Koronarsyndroms oder eines Blutgerinnsels im Stent) von allen Blutungsereignissen und analysierten sie als sekundäre Endpunkte.

Sie fanden heraus, dass Blutgerinnungsereignisse bei 3,8 % der Patienten auftraten, die Clopidogrel einnahmen, verglichen mit 5,6 % der Patienten, die Aspirin einnahmen; Blutungsereignisse traten bei 2,3 % der Patienten in der Clopidogrel-Gruppe gegenüber 3,3 % der Patienten in der Aspirin-Gruppe auf. Alle Unterschiede zwischen den Gruppen waren statistisch signifikant.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Lancet – DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)01063-1.





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