Clopidogrel (Plavix)

Clopidogrel ist ein Thrombozytenaggregationshemmer, der bewirkt, dass die Blutplättchen (Thrombozyten) sich nicht verbinden. Handelsnamen sind Plavix, Iscover, Clogombix, DuoPlavin, DuoCover, Generika.

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesem Medikament

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Indikation, Anwendung

Anwendungsgebiete

Sekundärprävention atherothrombotischer Ereignisse Clopidogrel ist indiziert bei:

  • erwachsenen Patienten mit Herzinfarkt (wenige Tage bis weniger als 35 Tage zurückliegend), mit ischämischem Schlaganfall (7 Tage bis weniger als 6 Monate zurückliegend) oder mit nachgewiesener peripherer arterieller Verschlusskrankheit,
  • erwachsenen Patienten mit akutem Koronarsyndrom:
    • akutes Koronarsyndrom ohne ST-Strecken-Hebung (instabile Angina Pectoris oder Non-Q-Wave-Myokardinfarkt), einschließlich Patienten, denen bei einer perkutanen Koronarintervention ein Stent implantiert wurde, in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS),
    • akuter Myokardinfarkt mit ST-Strecken-Hebung, in Kombination mit ASS bei medizinisch behandelten Patienten, für die eine thrombolytische Therapie infrage kommt.

Bei Patienten mit transitorischer ischämischer Attacke (TIA) mit mäßigem bis hohem Risiko oder bei Patienten mit leichtem ischämischem Schlaganfall (IS)

Clopidogrel in Kombination mit ASS ist indiziert bei:
erwachsenen Patienten mit TIA mit mäßigem bis hohem Risiko (ABCD2 1 -Skala ≥ 4) oder mit leichtem IS

  • (NIHSS 2 ≤ 3) innerhalb von 24 Stunden nach entweder der TIA oder dem IS.

Prävention atherothrombotischer und thromboembolischer Ereignisse bei Vorhofflimmern

Bei erwachsenen Patienten mit Vorhofflimmern, bei denen wenigstens ein Risikofaktor für vaskuläre Ereignisse vorliegt, die keine Vitamin-K-Antagonisten-(VKA-)Therapie erhalten können und die ein geringes Blutungsrisiko aufweisen, ist Clopidogrel in Kombination mit ASS angezeigt zur Prophylaxe atherothrombotischer und thromboembolischer Ereignisse, einschließlich Schlaganfall.

Risiko erworbener Hämophilie bei Clopidogrel

Sanofi-Aventis und Winthrop Arzneimittel informieren über einen Zusammenhang bei der Einnahme von Clopidogrel mit erworbener Hämophilie.

Clopidogrel (Monopräparate)

Risiko erworbener Hämophilie bei Clopidogrel
Clopidogrel Strukturformel

Monopräparate mit dem Wirkstoff Clopidogrel sind: Plavix®, Iscover®, Clogombix®, DuoPlavin®, DuoCover®, diverse Generika.

Die Zulassungsinhaber informieren in Abstimmung mit EMA und BfArM, dass es zu einigen wenigen Fällen erworbener Hämophilie bei Patienten, ohne Hämostase-Störungen in der Anamnese, nach dem Beginn einer Behandlung mit Clopidogrel-Medikamenten gekommen ist.

Erworbene Hämophilie

Es wird darauf hingewiesen, dass bei einer erworbenen Hämophilie sofort ärztlich eingegriffen werden muß, um das Blutungsrisiko zu minimieren.

Im Falle einer bestätigten Hämophilie-Diagnose muß der Patient von einem Spezialisten behandelt und Clopidogrel abgesetzt werden.

Bei bestätigter isolierter Verlängerung der aPTT sollte eine erworbene Hämophilie in Betracht gezogen werden.

Quelle: BfArM, Sept. 2013

Plavix zusätzlich zu Aspirin schützt nicht vor zweitem Schlaganfall

Wenn man einer Tagesdosis Aspirin das Anti-Blutgerinnungsmittel Plavix (Wirkstoff Clopidogrel) hinzufügt, zeigt dies keine bessere Wirkung, als wenn man Aspirin alleine nimmt.

Es konnte nicht besser einen zweiten Schlaganfall bei Menschen verhindern, die zuvor einen durch chronisch hohen Blutdruck verursachten Schlaganfall hatten.
In der Tat erhöhte die Kombination das Risiko für gastrointestinale Blutungen und Tod, berichten die kanadischen Forscher.

Kombination von Acetylsalicylsäure und Clopidogrel

„Eine Therapie mit Thrombozytenaggregationshemmer ist für die Verhütung eines zweiten Schlaganfalls normal“, sagte Studienautor Dr. Robert Hirsch, Professor für Neurologie an der McMaster Universität in Hamilton, Ontario. „Wir wollten sehen, ob die Kombination von zwei Thrombozytenaggregationshemmer Medikamenten, Aspirin (Acetylsalicylsäure) mit Clopidogrel, zusammen besser wirken und mehr Schlaganfälle verhindern könnten“.

Nebenwirkungen: hohe Sterblichkeit und Blutungen erhöht

„Wir waren enttäuscht, dass die Kombination von Aspirin und Plavix einen nicht-bedeutsamen Trend zur Reduktion von Schlaganfällen zeigte“, sagte Hirsch. „Auf der anderen Seite verursachten die beiden Arzneimittel zusammen mehr Blutungen und eine höhere Sterblichkeit. Die höhere Sterblichkeit war völlig unerwartet.“

„Es ist klar, dass die zwei Medikamente zusammen nicht routinemäßig bei Menschen mit lakunären Hirninfarkten verwendet werden sollten“, fügte er hinzu.

Lakunäre Hirninfarkte

Lakunäre Hirninfarkte treten in den kleinen Blutgefäßen im Gehirn auf und entstehen am wahrscheinlichsten durch chronisch hohen Blutdruck; sie stellen rund ein Fünftel aller Schlaganfälle und kommen häufig bei Menschen mit Diabetes vor.
Obwohl lakunäre Hirninfarkte oft eher kleiner sind, können sie auch Behinderungen bewirken, je nachdem wo im Gehirn sie auftreten.
© arznei-news.de – Quelle: New England Journal of Medicine, August 2012

Reduzierte Wirksamkeit bei Patienten, die schlechte Metabolisierer des Medikaments sind

27.03.2016 Die US-Food and Drug Administration (FDA) hat einen Warnhinweis dem Anti-Blutgerinnungsmittel Plavix hinzugefügt. Die Boxed Warning betrifft Patienten, die nicht effektiv das Medikament verstoffwechseln („schlechte Metabolisierer“) und damit unter Umständen nicht den vollen Nutzen des Medikaments erhalten.

Der Warnhinweis enthält:

  • Eine Warnung zur verminderten Wirksamkeit bei Patienten, die schlechte Metabolisierer des Wirkstoffes Clopidogrel sind. Schlechte Verstoffwechsler können das Medikament nicht effektiv in seine aktive Form im Körper umwandeln.
  • Informationen für das medizinische Fachpersonal, dass Tests zur Verfügung stehen, die die genetischen Unterschiede der CYP2C19-Funktion identifizieren.
  • Die Empfehlung, dass medizinische Dienstleister andere Anti-Thrombozyten-Medikamente oder alternative Dosierungsstrategien für Plavix bei schlechten Metabolisierern in Betracht ziehen sollten.

Damit Clopidogrel wirkt, müssen Enzyme in der Leber (vor allem CYP2C19) das Medikament in seine aktive Form umwandeln. Patienten, die schlechte Metabolisierer des Wirkstoffes sind, können es nicht effektiv in seine aktive Form umwandeln. Bei diesen Patienten zeigt es weniger Wirkung auf die Blutplättchen und damit eine geringere Fähigkeit Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulären Tod zu verhindern.

Es wird geschätzt, dass 2 bis 14% der Bevölkerung schlechte Metabolisierer sind; die Rate hängt vom ethnischen Hintergrund ab.

Patienten sollten nicht aufhören, das Medikament zu nehmen, es sei denn, ihr Arzt sagt es ihnen. Sie sollten mit ihrem Arzt sprechen, wenn sie irgendwelche Bedenken bezüglich Plavix haben, oder um herauszufinden, ob sie schlechte Metabolisierer sind.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, März 2016

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Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

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