Clozapin (Clopin, Leponex)

Neuroleptikum – Psychopharmaka

News

  • 17.11.2015 Clozapin: Neue Medikamentenempfehlung für behandlungsresistente Schizophrenie … zum Artikel
  • 25.02.2016 Studie zur Darmträgheit, Verstopfung durch Clozapin … zum Artikel
  • April 2016 Risiko-Allel für Nebenwirkungen identifiziert … zum Artikel
  • 19.07.2017 Erhöhtes Risiko für Darmträgheit, Obstipation (Verstopfung), Darmverschluss … zum Artikel
  • 05.02.2018 Clozapin + Natriumbenzoat: Lebensmittelkonservierungsstoff verbessert Schizophrenie-Behandlung … zum Artikel
  • 12.06.2020 Das Antipsychotikum Clozapin kann Besessenheit und Zwänge hervorrufen … zum Artikel

Wirkung, Indikation

Einordnung unter: Neuroleptika, Psycholeptika, Diazepine, Oxazepine und Thiazepine.

Wirkstoff: Clozapin (Handelsnamen u.a. Clopin, Elcrit, Froidir, Lanolept, Leponex.)
Wirkweise auf das Nervensystem / die Psyche als: antipsychotisch. Es ist ein atypisches Antipsychotikum von mittelpotenter Wirkung.
Einsatz bei Schizophrenie, Psychosen, Parkinson-Krankheit (psychotischen Zuständen), Chorea Huntington.

Wirksamkeit

In einem Studienvergleich von 15 Neuroleptika hinsichtlich der Wirksamkeit bei der Behandlung schizophrener Symptome war Clozapin das Wirksamste. 25% wirkungsvoller als Amisulprid, 33% wirkungsvoller als Olanzapin und doppelt so wirkungsvoll wie Haloperidol, Quetiapin und Aripiprazol. (The Lancet. 382 (9896): 951-62. doi:10.1016/S0140-6736(13)60733-3)

Die Wirkung spiegelt sich jedoch zumindest kurzfristig nicht in Werten des globalen Funktionierens, wie z. B. der Fähigkeit, das Krankenhaus zu verlassen und einen Beruf auszuüben wider. Die Rückfallquote ist geringer und die Patientenakzeptanz besser. Es gibt einige Hinweise darauf, dass Clozapin bei schizophrenen Patienten die Neigung zu Drogenmissbrauch verringern könnte.

Es kann besser als andere Antipsychotika bei Menschen mit Schizophrenie und Parkinson-Krankheit eingesetzt werden.

Es wird nicht für die Behandlung von Verhaltensproblemen bei älteren Erwachsenen mit Demenz empfohlen.

Mögliche Nebenwirkungen von Clozapin

Sehr häufige Nebenwirkungen von Clozapin können sein:

  • Schläfrigkeit bzw. Sedierung,
  • Schwindelanfälle,
  • Puls über 100 bpm (Tachykardie),
  • Darmträgheit (Obstipation),
  • starke Speichelproduktion.

Häufig bei Clozapin: Leukopenie / verminderte Leukozytenzahl / Neutropenie, Eosinophilie, Leukozytose; Gewichtszunahme; verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen, Tremor, Rigor, Akathisie, extrapyramidale Symptome, Krampfanfälle / Konvulsionen, myoklonische Zuckungen; EKG-Veränderungen; Hypertonie, orthostatische Hypotonie, Synkope; Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, trockener Mund; erhöhte Leberenzymwerte; Harninkontinenz, Harnverhalten; Müdigkeit, Fieber, benigne Hyperthermie, Störung der Schweiß- und Temperaturregulation. Gelegentlich bei Clozapin: Agranulozytose; malignes neuroleptisches Syndrom.

Selten: Verminderte Glukosetoleranz und Diabetes mellitus; Unruhe, Agitation; Konfusion, Delirium; Kreislaufkollaps, Arrhythmie, Myokarditis, Perikarditis / Perikarderguss; Thromboembolie; Aspiration von aufgenommener Nahrung; Dysphagie; Hepatitis, cholestatischer Ikterus, Bauchspeicheldrüsenentzündung; erhöhte Kreatinphosphokinase-Werte.

Sehr selten bei Clozapin: Mangel an Thrombozyten, Thrombozythämie; Ketoazidose, hyperosmolares Koma, schwere Hyperglykämie, Hypertriglyzeridämie, Hypercholesterolämie; Spätdyskinesie; Erkrankungen des Herzmuskels, Herzstillstand; Atemdepression / Atemstillstand; Vergrößerung der Ohrspeicheldrüse, Darmverschluss / paralytischer Ileus / Koprostase; fulminante Lebernekrose; Hautreaktionen; interstitielle Nephritis; Priapismus; unerklärlicher plötzlicher Tod.

Einzelfälle: Leukämie.

Warnhinweise, Gegenanzeigen

Clozapin sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Kontraindiziert.
Während der Stillzeit: Kontraindiziert.

Gegenanzeigen:

Erkrankungen des Blutes oder der blutbildenden Systeme, Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose. Akute Vergiftung mit zentralwirksamen Mitteln (Alkohol u. Medikamente), Epilepsie, Kreislaufkollaps und/oder ZNS-Depression, vergiftungsbedingte Psychosen und Bewusstseinstrübungen, schwere Erkrankungen des Herzens. Schwere Erkrankungen der Gallenwege, der Niere, aktive und progressive Lebererkrankungen, Leberschaden, Darmatonie, Engwinkelglaukom, Kombination mit trizyklischen Depotneuroleptika. Bei Überempfindlichkeit gegen Clozapin.

Nur vorsichtig und geringer dosiert einsetzen bei: Reduzierter Allgemeinzustand, Thrombose – Immobilisierung vermeiden, Parkinson-Syndrom (oder andere Stammhirnerkrankungen), Lungenemphysem, Pneumonitis.

Wenn Alter über 65 Jahre oder unter 16.

Bei Arteriosklerose, Asthma bronchiale, chronischen Atemstörungen, Blutbildungsstörung, Darmstenosen, schwere Depression, Engwinkelglaukom, Epilepsie (antiepileptische Therapie nicht unterbrechen, da die Senkung der Krampfschwelle durch Clozapin möglich ist).

Glaukom, Harnverhaltung, Kardiomyopathie, organischen Hirnschäden, schwere Hypotonie, Krampfanfälle in der Anamnese, schwere Leberdysfunktionen, Niereninsuffizienz, Nierenschaden, Magenausgangsstenose, malignes neuroleptisches Syndrom in der Vorgeschichte, prolaktinabhängige Tumoren, chronische Obstipation, orthostatische Hypotonie, Phäochromozytom (mögliche Rebound-Hypertonie), Prostatahyperplasie mit Restharnbildung; Pylorusstenose, Sonnenexposition (wegen evtl. Photosensibilisierung).

Kombination mit anderen potenziell blutschädigenden Arzneimitteln meiden.

Arzneimittelwechselwirkungen von Clozapin

Mit folgenden Medikamenten/Wirkstoffen kann es zu Wechselwirkungen bei der Einnahme von Clozapin bzw. der Präparate, die den Wirkstoff enthalten, kommen:

Wirkstoffe, die die Knochenmarkfunktion supprimieren (z. B. Carbamazapin, Chloramphenicol, Sulfonamide (z. B. Co-Trimoxazol), Pyrazolone, Analgetika ( z. B. Phenylbutazon), Penicillamin, zytotoxische Stoffe und lang wirkende Depot-Injektionen von Neuroleptika), Benzodiazepine, and.

Psychopharmaka, Anticholinergika, Antihypertonika, Alkohol, MAO-Hemmer, ZNS-dämpfende Substanzen einschließlich Narkosemittel, Antihistaminika, Substanzen mit sehr hoher Proteinbindung (z. B. Warfarin und Digoxin), Phenytoin, Lithium, andere ZNS-aktive Substanzen, Noradrenalin, andere alpha-adrenergen Substanzen, Adrenalin, Cytochrom P450-Isoenzym Inhibitoren (Koffein, Fluvoxamin, möglicherweise Paroxetin), Zigarettenrauchen, Cytochrom P450-Isoenzym Induktoren (Phenytoin, Rifampicin), Omeprazol, Valproinsäure.

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