COVID-19-Impfstoffbooster bietet guten Antikörperschutz gegen Omicron

Dreifach-Impfung führt zu neutralisierenden Antikörpern gegen Omicron; Sotrovimab kann Omicron-Variante neutralisieren

20.01.2022 Eine dritte „Auffrischungsdosis“ des COVID-19-Impfstoffs erhöht erfolgreich die Antikörperspiegel, die die Omicron-Variante neutralisieren.

Dies geht aus Laborergebnissen des Francis Crick Institute und des National Institute for Health Research (NIHR) UCLH Biomedical Research Centre hervor, die als Forschungsbericht in The Lancet veröffentlicht wurden.

Neutralisation der Omicron-Variante

Die Forscher fanden heraus, dass die Antikörper von Personen mit nur zwei Dosen des Oxford/AstraZeneca-Impfstoffs oder des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech weniger in der Lage waren, die Omicron-Variante zu neutralisieren als die Alpha- und Delta-Varianten.

Auch fielen die Antikörperspiegel in den ersten drei Monaten nach der zweiten Dosis ab, eine dritte „Boosterdosis“ konnte jedoch die Antikörperspiegel erhöhen, die die Omicron-Variante wirksam neutralisieren.

Höhere Antikörperspiegel nach drei Impfungen

Bei Personen, die alle drei Dosen des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech erhalten hatten, waren die Antikörperspiegel gegen Omicron nach der dritten Dosis ähnlich hoch wie die Antikörperspiegel gegen Delta, die zuvor nach nur zwei Dosen erreicht worden waren. Insgesamt waren die Antikörperspiegel gegen Omicron nach drei Dosen fast 2,5-mal höher als nach zwei Dosen.

Höhere Antikörperspiegel gegen die Omicron-Variante wurden auch bei Personen gefunden, die zwei Dosen eines der beiden Impfstoffe erhalten hatten und auch angaben, zuvor COVID-19-Symptome gehabt zu haben, im Vergleich zu Personen, die zuvor keine COVID-19-Symptome hatten.

Die Antikörperspiegel allein sagen zwar nicht die Wirksamkeit des Impfstoffs voraus, sind aber ein sehr guter Indikator für den Schutz vor schweren COVID-19-Erkrankungen. Die Studie bestätigt, dass drei Dosen des COVID-19-Impfstoffs erforderlich sind, um die Antikörper auf ein quantifizierbares Niveau zu bringen und den Schutz vor schwerer Krankheit und Krankenhausaufenthalt zu maximieren. 

Die Forscher haben ihre Ergebnisse dem Genotype-to-Phenotype National Virology Consortium (G2P-UK), der New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group (NERVTAG) und dem Joint Committee on Vaccination and Immunisation (JCVI) vorgelegt.  

Die Studie

Im Rahmen der SARS-CoV-2-Legacy-Studie, die vom Crick-Institut und Partnern des UCL und des University College London Hospitals NHS Foundation Trust (UCLH) geleitet wird, haben Beschäftigte des Gesundheitswesens und Mitarbeiter der Einrichtungen regelmäßig Blut- und Abstrichproben gespendet, damit die Forscher die Entwicklung des Infektionsrisikos und die Reaktion auf die Impfung verfolgen können. 

Das Legacy-Team analysierte 620 Blutproben von 364 Personen, die sich für die Studie angemeldet hatten. Sie verwendeten robuste am Crick entwickelte Hochdurchsatz-Virusneutralisationstests, um die Fähigkeit von Antikörpern, den Eintritt des Virus in die Zellen zu blockieren (sogenannte „neutralisierende Antikörper“) gegen verschiedene Varianten von SARS-CoV-2 – einschließlich Omicron – zu testen.

Höhere Antikörpertiter (die höchste Verdünnungsstufe, die noch 50 % der Virusinfektion im Labor blockiert) sind ein guter Prädiktor für die Wirksamkeit des Impfstoffs und einen besseren Schutz gegen COVID-19.  

Sotrovimab wirksam

Wichtig ist, dass die Forscher auch synthetische neutralisierende Antikörper, die derzeit zur Behandlung von COVID-19 klinisch eingesetzt werden, in ihre Analyse einbezogen haben, um zu prüfen, ob diese synthetischen Antikörper eine neutralisierende Wirkung gegen Varianten von SARS-CoV-2 einschließlich Omicron haben.

Die Forscher fanden heraus, dass Xevudy (Sotrovimab), ein kürzlich zugelassener synthetischer monoklonaler Antikörper, der zur Vorbeugung und Behandlung von Patienten mit dem Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung eingesetzt wird, in der Lage war, die Omicron-Variante zu neutralisieren. 

© arznei-news.de – Quellenangabe: The LancetDOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(22)00092-7





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