Daridorexant

Insomnie (Schlaflosigkeit): Positive Ergebnisse der zweiten Phase-3-Studie mit Daridorexant

06.07.2020 Idorsia hat positive Topline-Ergebnisse der zweiten zulassungsrelevanten Phase-3-Studie veröffentlicht, in der 10 und 25 mg Dosierungen des dualen Orexin-Rezeptor-Antagonisten Daridorexant bei 924 erwachsenen und älteren Patienten (39,3% ≥ 65 Jahre) mit Insomnie (Schlaflosigkeit) untersucht wurden.

Wirksamkeit in Studie I

Die Studie bestätigt die Ergebnisse der ersten zulassungsrelevanten Studie, in der die Wirksamkeit der Behandlung mit Daridorexant auf objektive und subjektive Schlafparameter sowie positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit am Tag nachgewiesen wurden, wobei die Patienten keine morgendliche Schläfrigkeit und keine Anzeichen von Rebound oder Entzugserscheinungen nach Behandlungsabbruch berichteten.

Am 20. April 2020 berichtete das Unternehmen (Medienmitteilung) über die Ergebnisse der ersten zulassungsrelevanten Studie zu Daridorexant, in der 25 als auch 50 mg Daridorexant sowohl den Schlafbeginn als auch die Aufrechterhaltung des Schlafes signifikant verbesserten. Daridorexant 50 mg verbesserte auch die Leistungsfähigkeit am Tag signifikant. Alle Ergebnisse wurden über die 3 Monate der Studie aufrechterhalten.

Wirksamkeit in 2. Studie

In der zweiten Studie verbesserte Daridorexant 25 mg signifikant die Aufrechterhaltung des Schlafs, objektiv in einem Schlaflabor mittels Polysomnographie gemessen. Daridorexant 25 mg verbesserte ebenfalls signifikant die subjektive Gesamtschlafzeit, die täglich mit einem Patiententagebuch zu Hause gemessen wurde. Die Ergebnisse waren bei diesen Schlafmessungen im ersten und im dritten Monat statistisch signifikant und zeigten einen anhaltenden Nutzen.

Ausserdem war die Wirkung von Daridorexant 25 mg auf den Schlafbeginn und die Tagesfunktion numerisch konsistent mit den in der ersten Studie beobachteten Effekten. Aufgrund der Kontrolle der Typ-1-Fehlerrate für 16 Vergleiche erreichten diese Endpunkte jedoch – trotz der niedrigen p-Werte – keine statistische Signifikanz, berichtet das Unternehmen.

Die Dosis von 10 mg Daridorexant zeigte über alle Wirksamkeitsmaße hinweg numerische Verbesserungen in einer geringeren Größenordnung als bei 25 mg, von denen keiner statistische Signifikanz erreichte.

Die Ergebnisse der beiden grossen Zulassungsstudien, in denen Daridorexant in drei Dosierungen von 10 bis 50 mg getestet wurde, liefern nun fundierte Einsichten in das Wirksamkeits- und Verträglichkeitsprofil von Daridorexant. Darüber hinaus erlaubt das ähnliche Design der beiden Phase-3-Studien, die beiden Gruppen von 25 mg und Placebo zusammenzufassen und eine vorab geplante Analyse durchzuführen. Diese gepoolte Analyse wird die Wirkung von Daridorexant weiter charakterisieren.

Sicherheit; Nebenwirkungen

Das Sicherheitsprofil stimmte mit den Ergebnissen der ersten Studie überein. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (bzw. Nebenwirkungen; TEAE) während des doppelblinden Studienzeitraums wurden bei 38,2% bzw. 39,3% der mit 10 bzw. 25 mg Daridorexant behandelten Patienten berichtet (32,7% bei Placebo).

Die häufigsten TEAE, die bei 25 mg Daridorexant über 3% Inzidenz und höher als bei Placebo berichtet wurden, waren Nasopharyngitis, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und Müdigkeit.

Die Zahl der Patienten, bei denen schwere unerwünschte Ereignisse auftraten, war gering und über die Behandlungsgruppen hinweg ausgewogen (10 mg, 3 Patienten; 25 mg, 3 Patienten; Placebo, 4 Patienten).

Auf der Grundlage der Bewertung des unabhängigen verblindeten Bewertungsausschusses war die Zahl der Patienten, die übermäßige Tagesschläfrigkeit als Nebenwirkungen angaben, gering (10 mg, 1 Patient; 25 mg, 4 Patienten; und Placebo, 1 Patient); 3 Patienten hatten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Schlafparalyse und Halluzinationen, die von besonderem Interesse waren.

Es wurden keine Ereignisse berichtet oder festgestellt, die auf kataplexieähnliche Ereignisse hindeuteten.

Es gab keine Restwirkung am nächsten Morgen, die jeden Morgen von den Patienten anhand einer visuellen Analogskala beurteilt wurde; 2 Patienten berichteten über Suizidgedanken (10 mg, 1 Patient; 25 mg, 1 Patient) mit klaren anderen Ursachen; es wurde kein Suizid oder Selbstverletzung registriert.

Es gab keine Hinweise auf eine Rebound-Schlaflosigkeit und keine Entzugserscheinungen nach Absetzen der Behandlung.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Idorsia.



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