Diabetes Typ I: Vitamin D₂ in der Remissionsphase

Wirkung von Ergocalciferol (Vitamin D₂) auf die β-Zellfunktion bei neu auftretendem Typ-1-Diabetes

Diabetes Typ I: Vitamin D₂ in der Remissionsphase

12.03.2024 Ein Team von medizinischen Forschern und Ärzten mehrerer Universitäten und zweier Krankenhäusern in den USA berichtet, dass die Verabreichung von Vitamin D2 (Ergocalciferol) an Patienten, bei denen Diabetes Typ 1 erstmals diagnostiziert wurde, die sogenannte Honeymoon-Phase (Remissionsphase) der Krankheit verlängern kann.

In ihrer in der Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlichten Studie führte die Gruppe eine klinische Studie durch, bei der Kindern mit erstmalig diagnostiziertem Diabetes Vitamin D2 Präparate verabreicht wurden.

Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass zum Zeitpunkt der Diagnose bei den meisten Patienten mit Diabetes Typ 1 die Betazellen der Bauchspeicheldrüse noch zu etwa 30 bis 50 % funktionsfähig sind (Diabetes entsteht, wenn diese Zellen kein Insulin mehr produzieren). Manchmal funktionieren die Betazellen noch mehrere Monate oder sogar Jahre lang. Diese Zeitspanne wird als „Honeymoon-Phase“ bezeichnet, weil sie den Patienten Zeit gibt, sich an ihre Krankheit zu gewöhnen, und das Auftreten belastender Symptome hinauszögert.

Die meisten neuen Forschungsarbeiten zur Behandlung oder Vorbeugung von Diabetes Typ 1 zielen darauf ab, die Betazellen daran zu hindern, die Insulinproduktion einzustellen. In dieser neuen Studie hat das Forscherteam Belege dafür gefunden, dass die Gabe von Vitamin D2 bei neu diagnostizierten Patienten die „Honeymoon“-Phase verlängern kann.

Die Studie

Die Arbeit des Teams umfasste die Durchführung einer randomisierten klinischen Studie mit 36 jungen freiwilligen Patienten, bei denen Typ-1-Diabetes neu diagnostiziert worden war. Ein Teil der Probanden erhielt zwei Monate lang jede Woche Vitamin-D2-Präparate, während die anderen über den gleichen Zeitraum ein Placebo erhielten. Bei allen Teilnehmern wurden regelmäßig Blutuntersuchungen durchgeführt.

Bei der Untersuchung der Daten aus der klinischen Studie stellte das Forscherteam fest, dass sich bei den mit Vitamin-D2-Präparaten behandelten Probanden die Kapazität der Insulinsekretion in den Betazellen verbesserte – sie beobachteten eine Verringerung des PI:C-Verhältnisses im Vergleich zu einem Placebo. Sie stellten außerdem fest, dass die %∆AUC von C-Peptid bei den Probanden, die das Vitaminpräparat erhielten, langsamer abnahm, was zu einer längeren Verzögerung des C-Peptidverlustes führte.

Es ist laut den Wissenschaftlern davon auszugehen, dass der Nutzen von Vitamin D2 während der Remissionsphase von Patient zu Patient unterschiedlich sein wird, obwohl jede Verzögerung des Auftretens von Symptomen lebenslange positive Auswirkungen haben kann.

© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Network Open (2024). DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2024.1155

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