Diphenhydramin

Diphenhydramin (kurz DPH oder DHM) ist ein H1-Antihistaminikum und wirkt anticholinerg und hemmend auf die Serotonin-Wiederaufnahme im Gehirn. Es wird bei Übelkeit, Erbrechen und in den USA bei Schlafstörungen und zur Beruhigung und als Antiallergikum sowie bei Parkinson und extrapyramidalen Dyskinesien eingesetzt.

Handelsnamen sind u.a. Abopretten, Benocten, Betadorm, Bonox, Calmaben, Dibondrin, Dolestan, Dormutil, Emesan, Halbmond, Hevert-Dorm, Moradorm, Nardyl, Nervo OPT, Noctor, Sediat, Vivinox Sleep, Dorm.

Diphenhydramin erhöht die Sedierung bei chronischen Opioid-Anwendern

17.10.2017 Für Patienten, die chronische Opioide verwenden, scheint der Gebrauch von Diphenhydramin zusätzlich zu den herkömmlichen Beruhigungsmitteln, Schmerzen zu verringern und ist mit erhöhter Sedierung während der Koloskopie laut einer Studie verbunden, die auf dem Weltkongress für Gastroenterologie vorgestellt wurde.

Dr. Salman Nusrat von der Universität Oklahoma und Kollegen leiteten eine randomisierte, doppelblinde Studie mit Patienten mit einer chronischen Opioidbehandlung, die sich einer Darmspiegelung unterziehen sollten. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip verteilt und erhielten zu Beginn des Eingriffs Diphenhydramin (61 Teilnehmer) oder Placebo (58 Teilnehmer).

Die Forscher stellten fest, dass es keinen Unterschied zwischen den Gruppen in der Menge an verwendetem Fentanyl und Midazolam gab (P = 0,88 und P = 0,79).

Die mittleren Sedierungswerte fielen statistisch signifikant zugunsten der Diphenhydramin-Gruppe aus. Die Patientenwerte fielen zugunsten von Diphenhydramin für Schmerzen (P = 0,047) und Amnesie (P = 0,047) aus.

In der qualitativen Bewertung wurde kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt. Statisch signifikante Unterschiede gab es weder bei der Induktionszeit (P = 0,86), der Verfahrensdauer (P = 0,98) noch bei den Erholzeiten (P = 0,16).
© arznei-news.de – Quelle: World Congress of Gastroenterology, American College of Gastroenterology, Okt. 2017



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