Protonenpumpenhemmer Nebenwirkungen

Ein Protonenpumpenhemmer, auch Protonenpumpen-Inhibitor genannt und ein oft gegen Sodbrennen eingenommenes Medikament, kann Nebenwirkungen verursachen.

Die American Academy of Family Physicians listet diese Faktoren auf, die man vor der Anwendung eines Protonenpumpenhemmers (PPI) berücksichtigen sollte:

Protonenpumpenhemmer

Protonenpumpenhemmer

  • Wenn Sie sich in der Postmenopause befinden, sollten Sie mit Ihrem Arzt reden, weil ein PPI Ihr Risiko für Knochenbrüche erhöhen könnte.
  • Wenn Sie aufgrund einer Clostridium difficile Infektion behandelt worden sind, fragen Sie erst Ihren Arzt, denn PPI können das Risiko für eine Rückkehr der Infektion erhöhen.
  • Wenn Sie Probleme mit Ihrem Immunsystem haben oder älter sind, fragen Sie erst Ihren Arzt, weil Protonenpumpen-Inhibitoren das Risiko für eine Lungenentzündung erhöhen können.

Weitere Nebenwirkungen

Im Allgemeinen sind Protonenpumpeninhibitoren gut verträglich, und das Auftreten kurzfristiger nachteiliger Effekte ist relativ gering. Die langfristige Verwendung von PPI wurde nicht so gut untersucht wie die kurzfristige Nutzung, und der Mangel an Daten macht es schwierig, endgültige Aussagen zu treffen. Das Ausmaß und das Auftreten von Nebenwirkungen sind für alle PPI ähnlich, obwohl sie häufiger unter Omeprazol gemeldet wurden. Dies kann auf die längere Verfügbarkeit und damit auf die klinische Erfahrung zurückzuführen sein.

Häufige Nebenwirkungen sind

  • Kopfschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Durchfall,
  • Bauchschmerzen,
  • Müdigkeit und
  • Schwindel.

Weitere Nebenwirkungen können sein:

Selten auftretende Nebenwirkungen der PPI sind evtl. Myopnathien, einschließlich der schweren Rhabdomyolyse.

© arznei-news.de – Quelle: American Academy of Family Physicians, April 2013

PPI mit erhöhtem Risiko für ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt), Myokardinfarkt (Herzinfarkt) verbunden

19.10.2017 Protonenpumpen-Hemmer (PPI) sind mit einem erhöhten Risiko eines ischämischen Schlaganfalls und Myokardinfarkts (auch Herzinfarkt genannt) verbunden, so eine Studie, die im Journal of Internal Medicine veröffentlicht wurde.

Dr. Thomas S. G. Sehested von der Danish Heart Foundation und Kollegen ermittelten alle dänischen Personen ohne Vorgeschichte von Herzinfarkt oder Schlaganfall, die zwischen 1997 und 2012 eine elektive Magen-Darm-Endoskopie durchgeführt hatten. Die Autoren untersuchten die Korrelation zwischen der aktuellen PPI-Verwendung / Dosis und dem Risiko eines ischämischen Schlaganfalls und Myokardinfarkts.

Die Forscher identifizierten 7.916 ischämische Schlaganfälle und 5.608 Myokardinfarkte unter 214.998 Personen während einer medianen Nachbeobachtung von 5,8 Jahren.

Nach Bereinigung um Alter, Geschlecht, Komorbiditäten und Begleitmedikamente stiegen die Raten der Hirninfarkte und der Herzinfarkte mit der aktuellen PPI-Exposition signifikant an (Hazard Ratios 1,13 bzw. 1,31).

Hochdosis-PPI waren mit erhöhten ischämischen Schlaganfall- und Herzinfarkt-Raten (Hazard Ratios 1,31 bzw. 1,43) verbunden. Es gab keinen signifikanten Zusammenhang für Histamin H2-Rezeptorantagonisten mit ischämischen Schlaganfall oder Myokardinfarkt.

Verglichen mit Nichtbenutzern hatten langfristige Anwender von Protonenpumpen-Inhibitoren innerhalb von sechs Monaten 29 bzw. 36 Prozent höhere absolute Risiken für Hirn- und Herzinfarkte.
© arznei-news.de – Quelle: Journal of Internal Medicine – DOI: 10.1111/joim.12698, Okt. 2017



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