Dulaglutid (Trulicity)

Dulaglutid ist ein Glucagon-like-Peptid-1-Rezeptor-Agonist, der bei der Behandlung von Diabetes Typ II zum Einsatz kommt. Handelsname ist Trulicity. Herstellerfirma ist Eli Lilly.

FDA-Zulassung bei Diabetes

Die US Food and Drug Administration hat Eli Lillys Trulicity (Wirkstoff Dulaglutid) zugelassen, einen bei Typ-2 Diabetes einmal wöchentlich zu verabreichenden Glucagon-like-Peptid-1-Rezeptor-Agonisten.

Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments wurden in sechs klinischen Studien bewertet, in denen 3.342 Patienten Trulicity erhielten und eine Verbesserung ihrer Blutzuckerkontrolle (Senkung HbA1c) erfuhren.

Die Genehmigung kommt mit dem Warnhinweis, dass Schilddrüsen C-Zell-Tumore bei Nagetierstudien mit Trulicity beobachtet wurden; es ist aber unbekannt, ob Dulaglutid dies auch bei Menschen verursachen könne.

Die FDA macht die Genehmigung auch abhängig von Post-Marketing-Studien für Trulicity, darunter eine Studie mit pädiatrischen Patienten und ein Vergleich des Lilly Medikaments mit Sanofi (Insulin glargin) hinsichtlich der Blutzuckerkontrolle und moderater oder schwerer Nierenfunktionsstörung. Die Agentur möchte auch eine Herz-Kreislauf Outcome-Studie.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Sept. 2014

Update 26.09.2014

CHMP-Zulassungsempfehlung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt Trulicity der Firma Eli Lilly Nederland B.V. mit der aktiven Substanz Dulaglutid für die Behandlung von Typ 2 Diabetes als Monotherapie zuzulassen.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Hypoglykämien, wenn in bestimmten Kombinationen eingesetzt, und Magen-Darm-Störungen wie Übelkeit und Diarrhö.

Ein Pharmakovigilanz-Plan für Trulicity soll als Teil der Zulassung implementiert werden.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Sept. 2014

EU genehmigt Diabetes-Medikament

Die europäische Regulierungsbehörde hat ihr OK für Eli Lillys Trulicity, ein einmal wöchentlich verabreichter Glucagon-like Peptid-1-Rezeptor-Agonist für die Behandlung von Typ-2-Diabetes, gegeben.

Die Europäische Kommission hat Trulicity (Wirkstoff Dulaglutid) zugelassen in Kombination mit anderen Diabetesbehandlungen und als Monotherapie, wenn Diät und Bewegung allein keine ausreichende glykämische Kontrolle bei Patienten, bei denen Metformin ungeeignet ist, herstellen können. Das Medikament kommt mit einem ready-to-use-Stift mit einer vormontierten, versteckten Nadel und das OK kommt, nachdem die US-FDA vor zwei Monaten das Arzneimittel zugelassen hat.

Die Zulassung basiert in erster Linie auf sechs großen Phase III-Studien und in den ersten fünf war Trulicity 1,5 mg dem Placebo und den vier am häufigsten verwendeten Typ-2-Diabetes-Medikamenten bei der durchschnittlichen Senkung des Blutzuckerspiegels.
© arznei-news.de – Quelle: Eli Lilly, Nov. 2014

Effektiv als Zusatzbehandlung zu Sulfonylharnstoff

02.12.2015 Neue Daten aus einer abgeschlossenen Phase-3-Studie zeigen, dass Lillys Trulicity 1,5 mg plus Sulfonylharnstoff signifikant wirksamer als Sulfonylharnstoff allein bei der Senkung des HbA1c (A1C) vom Ausgangswert nach 24 Wochen der Behandlung war.

Für Patienten, die nicht mit Metformin behandelt werden können, wird oft ein Sulfonylharnstoff als First-Line-Therapie für Typ 2 Diabetes verschrieben, sagte Kathleen Dungan vom The Ohio State University Wexner Medical Centre.

Neben der überlegenen A1C Reduktion vom Ausgangswert erreichten bedeutend mehr mit Trulicity 1,5 mg plus Sulfonylharnstoff behandelte Patienten A1C von weniger als 7 Prozent (55,3 Prozent) im Vergleich zu Sulfonylharnstoff mit Placebo (18,9 Prozent). Auch reduzierte der Wirkstoff Dulaglutid plus ein Sulfonylharnstoff signifikant den Nüchtern-Serumglucosespiegel im Vergleich zu Sulfonylharnstoff + Placebo (-30,60 mg / dl vs. 2,93 mg / dL).

Gewichtsreduktion

Als sekundären Endpunkt der Studie zeigte Trulicity + Sulfonylharnstoff eine Gewichtsreduktion vom Ausgangswert (-0,91 kg), obwohl der Unterschied im Vergleich zu Sulfonylharnstoff + Placebo keine statistische Signifikanz erreichte.

Sicherheit

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren gastrointestinaler Natur, einschließlich Übelkeit und Durchfall, und waren vergleichbar mit früheren Studien.

Es gab keine Fälle von Pankreatitis oder Pankreaskarzinom in beiden Behandlungsgruppen.

Allerdings erfuhren mehr Patienten unter Dulaglutid plus Sulfonylharnstoff Hypoglykämie-Episoden im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit Sulfonylharnstoff, obwohl die Gesamtinzidenz dokumentierter symptomatischer Hypoglykämien in der Trulicity-Gruppe niedrig war (11,3%) und es gab keine schweren Fälle von Hypoglykämie in beiden Gruppen.
© arznei-news.de – Quelle: Eli Lilly, Dez. 2015

Diabetes Typ 2 – Neue Studienergebnisse

14.06.2016 Lilly hat auf der American Diabetes Association 76th Scientific Sessions neue Erkenntnisse aus 2 Studien mit Trulicity (Dulaglutid) bekanntgegeben.

Die Daten aus der Phase-III-Studie AWARD-9 zeigen, dass Trulicity 1,5 mg als Add-on zu Insulin glargin nach 28 Wochen signifikant Hämoglobin HbA1c (A1C) und das Körpergewicht reduzierte im Vergleich zu Placebo in Kombination mit Insulin glargin – ohne das Risiko für einen niedrigen Blutzucker zu erhöhen.

A1C

Nach 28 Behandlungswochen reduzierte Trulicity 1,5 mg plus Insulin glargin (TIg1,5) signifikant A1C im Vergleich zur Basislinie (1,44 Prozent) gegenüber Insulin glargin + Placebo (0,67 Prozent). Auch erreichten deutlich mehr Menschen unter TIg1,5 ein A1C von weniger als 7 Prozent (69,3 Prozent) im Vergleich zu Placebo mit Insulin glargin (35,1 Prozent).

Nüchtern-Serumglucosespiegel

Die mit TIg1,5 behandelte Gruppe erreichte auch eine signifikante Reduktion des Nüchtern-Serumglucosespiegels (die Menge an Zucker im Blut im nüchternen Zustand) mit einer 44,63 mg / dl Reduktion im Vergleich zur Placebo-Gruppe (27,90 mg / dL Reduktion); und die TIg1,5-Teilnehmer erreichten einen signifikanten Gewichtsverlust (-1,91 kg) im Vergleich zu den Placebo-Teilnehmern (0,50 kg).

Nach 28 Wochen brauchten die mit Trulicity 1,5 mg behandelten Teilnehmer durchschnittlich 13,19 Einheiten weniger Insulin glargin als die mit Placebo behandelten (51,42 vs. 64,61 U).

Nebenwirkungen in AWARD-9

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse in der Dulaglutid-Gruppe bezogen sich auf Magen-Darm-Störungen, und standen im Einklang mit früheren Dulaglutid-Studien.

Die Hypoglykämien-Raten waren ähnlich zwischen den beiden Gruppen: TIg (7,69 Ereignisse / Patient / Jahr) bzw. Placebo plus Insulin glargin (8,56 Ereignisse / Patient / Jahr). Ein Auftreten einer schweren Unterzuckerung wurde in der Trulicity 1,5 mg plus Insulin glargin Gruppe dokumentiert.
© arznei-news.de – Quelle: Lilly, Juni 2016

REWIND: Medikament zeigt Überlegenheit bei der Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen bei T2D

06.11.2018 Laut einer Mitteilung von Eli Lilly reduzierte Trulicity (Dulaglutid) signifikant die wichtigsten unerwünschten kardiovaskulären Ereignisse (MACE) – einen kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulären (CV) Tod, nicht-tödlichen Myokardinfarkt (Herzinfarkt) oder nicht-tödlichen Schlaganfall – und erreichte das primäre Effizienzziel in der REWIND-Studie.

Kardiovaskulärer Tod, nicht-tödlicher Myokardinfarkt / Schlaganfall

Die Studie beinhaltete in der Mehrzahl Patienten ohne etablierte kardiovaskuläre Erkrankung zu Studienbeginn, eine Premiere für die GLP-1-Rezeptor-Agonistenklasse.

REWIND bewertete das Risiko von MACE bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes mit einem breiten Spektrum an CV-Risiken. Die Studie verglich den Effekt von einmal wöchentlichen Trulicity (1,5 mg) gegenüber Placebo – zusätzlich zur Standardversorgung verabreicht.

Patienten ohne etablierte kardiovaskuläre Erkrankung zu Studienbeginn

REWIND unterscheidet sich von anderen CV-Ergebnisstudien durch die begrenzte Anzahl von Menschen mit etablierter CV-Erkrankung, die an der Studie teilgenommen haben, so dass der Trulicity-CV-Effekt bei einer breiten Population von Menschen mit Typ-2-Diabetes gemessen werden kann, schreibt das Unternehmen.

Follow-up-Periode von mehr als 5 Jahren

Wichtig sei, dass REWIND eine mediane Follow-up-Periode von mehr als 5 Jahren hatte, die längste für eine CV-Ergebnisstudie in der GLP-1-Rezeptor-Agonistenklasse.

Im Vergleich dazu hatten andere CV-Ergebnisstudien mehr Menschen mit einem höheren HbA1C Ausgangswert und einen höheren Prozentsatz von Patienten, die eine CV-Erkrankung festgestellt hatten.

Von den 9.901 REWIND-Teilnehmern (hatten im Durchschnitt 10 Jahre Diabetes) war der durchschnittliche HbA1C Ausgangswert mit 7,3 Prozent relativ niedrig, und nur 31 Prozent hatten eine etablierte kardiovaskuläre Erkrankung.

Das Sicherheitsprofil von Dulaglutid in REWIND war im Allgemeinen konsistent mit der GLP-1-Rezeptor-Agonistenklasse.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Eli Lilly

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