Ectoin

Ectoin (1,4,5,6-Tetrahydro-2-methyl-4-pyrimidincarbonsäure) ist eine natürliche Verbindung, die in mehreren Arten von Bakterien vorkommt. Es ist ein kompatibler gelöster Stoff, der als schützende Substanz dient, indem er als ein Osmolyt fungiert und somit Organismen hilft, extremen osmotischen Stress zu überleben.

Vorkommen

ectoinEctoin kommt in hohen Konzentrationen in halophilen Mikroorganismen vor und verleiht Organismen Widerstandsfähigkeit gegenüber Salz- und Temperaturbelastungen. Es wurde zuerst im Mikroorganismus Ectothiorhodospira halo- chloris identifiziert, wurde aber inzwischen in einem weiten Bereich von Gram-negativen und Gram-positiven Bakterien gefunden. Andere Arten von Ectoin wurden entdeckt bei:

  • Brevibacterium linens
  • Halomonas elongata
  • Marinococcus halophilus
  • Pseudomonas stutzeri.

Biosynthese

Ectoin wird in drei aufeinanderfolgenden enzymatischen Reaktionen ausgehend von aspartischem β-Semialdehyd synthetisiert. Die an der Biosynthese beteiligten Gene sind ectA, ectB und ectC und sie codieren die Enzyme L-2,4-Diaminobuttersäure-Acetyltransferase, L-2,4-Diaminobuttersäure-Transaminase bzw. L-Ektoin-Synthase.

Einsatz

Ectoin wird als Wirkstoff in Haut- und Sonnenschutzprodukten eingesetzt. Es stabilisiert Proteine und andere zelluläre Strukturen und schützt die Haut vor Stress wie UV-Bestrahlung und Trockenheit.

In der Kosmetik wird es eingesetzt, um die Haut vor Schäden wie Sonnen-Strahlung, Trockenheit, Feinstaub oder Allergene zu schützen. Auch soll es Falten bzw. Faltenbildung verringern.

Es wird auch als Arzneimittel bei Reizungen und entzündlichen Haut- oder Schleimhautkrankheiten eingesetzt – wie

  • Erkältungen,
  • Allergien,
  • Atemwegskrankheiten (wie COPD),
  • Trockenheit in Nase und Augen,
  • Schleimhautentzündungen,
  • Ohren-Juckreiz oder Entzündung
  • oder inflammatorischen Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Ekzeme.

COPD: Arzneistoff reduziert chronische Lungenentzündung

28.10.2016 Laut einer aktuellen im Fachblatt International Journal of Chronic Obstructive Pulmonary Disease veröffentlichten Studie des Leibniz-Instituts für umweltmedizinische Forschung führte der Einsatz von Ectoin bei Menschen mit umweltbedingten, nicht krankhaften, aber leicht erhöhten Inflammationswerten der Lunge zu einer deutlichen Verringerung von Entzündungszellen in den Atemwegen und der Verbesserung typischer Anzeichen einer chronischen Lungenentzündung.

Ectoin (1,4,5,6-Tetrahydro-2-methyl-4-pyrimidincarbonsäure) ist eine natürliche Verbindung, die in mehreren Arten von Bakterien vorkommt.

In mehreren präklinischen Untersuchungen hatten die Forscher bereits zeigen können, dass Extremolyte präventiv gegen die von Partikeln ausgelöste Entzündung in der Lunge wirken und eine bereits bestehende Inflammation schneller zum Abklingen bringen können, sagte Studienleiter Dr. Klaus Unfried. Das Extremolyt Ectoin hatte in diesen Studien besondere Wirksamkeit gezeigt.

In der neuen Studie mit Teilnehmern aus dem Ruhrgebiet hatte sich der Arzneistoff als sehr gut verträglich erwiesen; es konnten keine unerwünschten Arzneimittelwirkungen festgestellt werden.

Laut dem Forschungsinstitut kann eine Inhalationslösung mit dem Naturstoff Ectoin effektiv in der Lunge eingesetzt werden, hier Schäden durch Fremdpartikel reduzieren und einer chronischen Lungenentzündung entgegenwirken. „Da diese Art der Entzündung maßgeblich an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Krankheit COPD beteiligt ist, sehen wir ein großes Potential für die Prävention und Therapie von Patienten mit dieser Erkrankung“, sagte Prof. Jean Krutmann vom IUF.

© arznei-news.de – Quelle: International Journal of Chronic Obstructive Pulmonary Disease – doi: 10.2147/COPD.S115061, Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung, Okt. 2016



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