Nichtsteroidale Antirheumatika NSAR / NSAID

Entzündungshemmer – Schmerzmittel

Die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) – auch nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAP) oder NSAID (non-steroidal anti-inflammatory drugs) genannt – sind wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung symptombezogen auch zur Rheumatherapie eingesetzte Medikamente.

Gesundheitstipp: Sollten Sie nichtsteroidale Antirheumatika einnehmen?

Nonsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAR) – auch nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAP) oder NSAID (non steroidal anti inflammatory drugs) sind beliebte Schmerzmittel und werden normalerweise ohne Verschreibung und Rezept verkauft.

NSAR, NSAP, NSAID sind nicht ungefährlich

Aber es kann sein, dass sie nicht für jeden sicher sind.

Die American Academy of Family Physicians sagt, dass Sie mit Ihrem Arzt sprechen sollten, bevor Sie ein nichtsteroidales Antirheumatikum nehmen, wenn auf Sie einige der folgenden Kriterien zutreffen:

Wann sollten nichtsteroidale Antiphlogistika nicht eingenommen werden

  • ASS oder Aspirin

    Acetylsalicylsäure bzw. ASS

    Wenn Sie eine allgemeine Allergie gegen Schmerzmittel haben, wie Aspirin z.B.

  • Wenn Sie alkoholische Getränke jeden Tag trinken.
  • Bei Vorhandensein von Magengeschwüren oder Blutungen im Darm oder Magen.
  • Wenn eine Herz-, Nieren- oder Lebererkrankung vorliegt.
  • Wenn Bedingungen vorliegen, die Blutverdünnungsmedikamente erfordern.

Nichtsteroidale Antirheumatikua – Wirkstoffe

Die wichtigsten Wirkstoffklassen der NSAR (COX-1/2-Hemmer) sind:

  • Acetylsalicylsäure (z.B.: Aspirin),
  • Arylpropionsäure (z.B.: Ibuprofen),
  • Arylessigsäure (z.B.: Diclofenac),
  • Indolessigsäure (z.B.: Indometacin) und
  • Anthranilsäure (z.B.: Mefenaminsäure),
  • Oxicame (z.B.: Piroxicam).

Nehmen Sie nicht zu viele NSAID / NSAR

Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAID engl. bzw. NSAR deutsch) sind schon seit Jahren im Gebrauch und häufig die Behandlung der Wahl, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern.

Aber, zu viel von dieser Art von Schmerzmitteln einzunehmen, also z.B. Aspirin, Ibuprofen und Naproxen (Handelsnamen sind z.B.: Alacetan, Aleve, Dolormin, Dysmenalgit, Mobilat Schmerztabletten, Proxen), kann zu potenziellen Komplikationen führen, z.B. Magenblutungen oder Geschwüre.

Die American Gastroenterological Association sagt, dass Ursachen für potenzielle Überdosen von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) folgendes einschließen:

  • Zu rasch eine anschließende Dosis nach der vorherigen einnehmen.
  • Mehr als die empfohlende Menge auf einmal einnehmen.
  • Eine höhere Dosis als empfohlen über einen Zeitraum von 24 Stunden einnehmen.
  • Mehr als ein nichtsteroidales Antirheumatikum enthaltendes Medikament gleichzeitig einnehmen.

Quelle: American Gastroenterological Association, Nov. 2011

Schmerzmittel erhöhen Risiko für Herzprobleme und Tod

NSAID (nichtsteroidale Antirheumatika) Schmerzmedikamente werden sehr häufig von Menschen mit Enzündungskrankheiten wie rheumatoide Arthritis genommen, und sie sind einige der am häufigsten eingenommenen Medikamente weltweit.

Gastrointestinale Komplikationen

Frühere Forschungen haben ihren Gebrauch mit einem gesteigerten Risiko für ernste gastrointestinalen Komplikationen verbunden, während eine neue Generation von NSAID (COX-2-Hemmer), die entwickelt wurden, um diese gastrointestinalen Nebenwirkungen zu reduzieren, in Verdacht geraten sind, das Risiko für Herzinfarkte und Tod zu erhöhen.

Risiken von Diclofenac und Ibuprofen

Schmerzmittel erhöhen Risiko für Herzprobleme und TodEine neue Studie zeigt jetzt, dass höhere Dosiskuren älterer NSAID wie Diclofenac 150 mg und Ibuprofen 2400 mg Tagesdosis mit ähnlichen Risiken für Herzkrankheiten verbunden werden können.

So kommen auf 1000 Personen mit einen moderatem Risiko für Herzerkrankungen, die ein Jahr mit hoher Dosis Diclofenac oder Ibuprofen versorgt wurden, etwa drei Personen mit einem vermeidbaren Herzinfarkt, von denen einer tödlich verläuft.

Risiken für Herzversagen und gastrointestinale Komplikationen

Außerdem verdoppelten die nichtsteroidalen Antirheumatika das Risiko von Herzversagen und das erhöhte Risiko ernster oberer gastrointestinaler Komplikationen wie blutende Gschwüre.

Die COX-2-Hemmer und traditionellen NSAID Trialists‘ (CNT) Collaboration untersuchte Daten über die Ergebnisse von 353.000 Patienten, wobei nichtsteroidale Antirheumatika miteinander oder einem Placebo verglichen wurden.

Risiken der Schmerzmittel waren einstufbar

Die Metaanalyse der Patientendaten von 639 randomisierten Versuchen zeigte, dass die Größe dieser Risiken vorhergesagt werden kann, was Ärzten hilft, zu entscheiden, welche Patienten am besten für welche NSAID Kur geeignet sind.

Wichtig auch, dass das gesteigerte Risiko für Herzinfarkte einzelner NSAID proportional zum zugrunde liegenden Risiko für solche Herzinfarkte eines Patienten zu sein scheint, so dass das Risiko am höchsten bei denjenigen mit einer vorherigen Geschichte einer Herzerkrankung oder bei denjenigen mit Herz-Risikofaktoren wie erhöhten Blutdruck oder Cholesterin ist.

© arznei-news.de – Quelle: The Lancet, Mai 2013

Erhöhtes Herzinfarktrisiko bei Atemwegserkrankungen

03.02.2017 Die weit verbreiteten Schmerzmittel – nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) – können das Risiko eines Herzinfarkts bei einer Grippe oder grippeähnlichen Erkrankung erhöhen, so berichtet eine neue Studie im Journal of Infectious Diseases.

Die Ergebnisse legen nahe, dass Ärzte und Patienten Vorsicht bei der Verschreibung oder Einnahme der Medikamente walten lassen sollten, die als nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente, oder NSAID, bekannt sind, wenn sie Symptome der akuten Atemwegserkrankungen lindern möchten.

In einer Beobachtungsstudie analysierten Forscher vom Taiwans National Health Insurance Program über einen Zeitraum von sieben Jahren (2005-2011) Daten von fast 10.000 Patienten, die aufgrund eines Herzinfarkts hospitalisiert wurden. Ziel war es zu untersuchen, ob zwei potentielle kardiale Risikofaktoren – eine akute Atemwegsinfektion, wie eine Erkältung oder Influenza – und die Einnahme von NSAID eine gemeinsame Wirkung auf das Herzinfarktrisiko haben.

Die Forscher verglichen das Risiko jedes Patienten für Herzinfarkt im Laufe der Zeit – über die Phasen der Atemwegserkrankung und NSAID-Einnahme. Sie fanden eine stärkere Verknüpfung mit einem Herzinfarkt, wenn beide Risikofaktoren vorhanden waren.

Die Einnahme der Schmerzmittel während einer akuten Atemwegsinfektion war mit einem 3,4-fach erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt verbunden, und mit einem 7,2-mal größerem Risiko, wenn die Patienten die schmerzlindernden Medikamente – auch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) genannt – intravenös im Krankenhaus erhielten, im Vergleich zu Patienten ohne diese Risikofaktoren.

Das Herzinfarktrisiko für Patienten mit einer akuten Atemwegserkrankung ohne NSAID-Einnahme war 2,7-mal größer, während das Risiko 1,5-mal größer war, wenn die Teilnehmer die Medikamente einnahmen und keine Infektion hatten. Vorherige Untersuchungen haben Atemwegsinfektionen und einige NSAR als mögliche Auslöser für Herzprobleme aufgeführt, aber frühere Studien haben diese Risikofaktoren nur getrennt untersucht.
© arznei-news.de – Quelle: Journal of Infectious Diseases, Feb. 2017

Erhöhtes Risiko für Herzstillstand?

17.03.2017 Schon die kurzfristige Verwendung von nicht-steroidalen entzündungshemmenden Arzneimitteln (NSAID), insbesondere Diclofenac und Ibuprofen, ist scheinbar mit einem erhöhten Risiko für Herzstillstand verknüpft laut einer im European Heart Journal – Cardiovascular Pharmacotherapy veröffentlichten Studie.

Die Studie analysierte zwischen 2001 und 2010 in Dänemark gesammelte Daten zu Patienten, die außerhalb des Krankenhauses einen Herzstillstand hatten, und zu allen eingelösten Rezepten für NSAID in dänischen Apotheken seit 1995, einschließlich der nicht-selektiven NSAID (Diclofenac, Naproxen, Ibuprofen) und COX-2 selektive Inhibitoren (Rofecoxib, Celecoxib).

Ein Fall-Zeit-Kontroll-Design wurde dann verwendet, um die Verbindungen zwischen NSAID-Gebrauch und Herzstillstand zu untersuchen, wobei jeder Patient als Fall und als Kontrolle in zwei verschiedenen Zeiträumen diente, um die störenden Einflüsse chronischer Komorbiditäten zu beseitigen. NSAID-Verwendung während der 30 Tage vor einem Herzstillstand (Fallperiode) wurde mit dem während eines vorangegangenen 30 Tage-Zeitraumes ohne Herzstillstand (Kontrollperiode) verglichen.

Von 28.947 Menschen, die einen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses erlitten hatten, waren 3.376 in den vorangegangenen 30 Tagen mit einem NSAID behandelt worden, wobei Ibuprofen und Diclofenac die am häufigsten verwendeten NSAID waren und 51 Prozent bzw. 22 Prozent ausmachten.

Laut der Studie war der Gebrauch von NSAID mit einem um 31 Prozent erhöhten Risiko für einen Herzstillstand verbunden, wobei Diclofenac und Ibuprofen mit einem um 50 Prozent bzw. 31 Prozent erhöhten Risiko verbunden waren. Naproxen, Celecoxib und Rofecoxib waren nicht mit dem Auftreten von Herzstillstand verknüpft, möglicherweise aufgrund einer geringen Anzahl von Ereignissen.

Die Ergebnisse sind eine deutliche Mahnung, dass NSAID nicht harmlos sind, betonte Studienautor Professor Gunnar H. Gislason, Professor für Kardiologie am Kopenhagener Universitätsklinikum Gentofte, Dänemark. NSAID sollten mit Vorsicht und für eine genehmigte Indikation verwendet werden. Sie sollten vermutlich bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder vielen kardiovaskulären Risikofaktoren vermieden werden, sagte der Wissenschaftler.

Unsere Studie trägt zu den Belegen für die nachteiligen kardiovaskulären Effekte von NSAID bei und bestätigt, dass sie ernst und nur nach Konsultation eines medizinischen Fachmanns genommen werden sollten, schloss er.
© arznei-news.de – Quelle: European Heart Journal – Cardiovascular Pharmacotherapy, März 2017

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