Entresto

Novartis Herzinsuffizienz-Medikament bekommt schnelle US-Zulassung

08.07.2015 Die US-Regulierungsbehörden haben dem langerwarteten Medikament Entresto von Novartis (vormalig LCZ696) 6 Wochen vor dem Zeitplan die Zulassung gewährt.

Wirkstoffe Sacubitril und Valsartan

Das Kombinationspräparat der Wirkstoffe Sacubitril und Valsartan bietet Patienten eine neue Option und viele hoffen, dass es die Behandlung der Erkrankung revolutionieren wird.

Die zweimal täglich einzunehmende Tablette hat einen einzigartigen Wirkmechanismus: Es unterstützt das versagende Herz durch die Verbesserung seiner schützenden neurohormonalen Systeme und durch die gleichzeitige Unterdrückung der schädlichen „RAAS“.

Vergleich mit ACE-Hemmer

Das Medikament ist das erste, das einen erheblichen Mortalitätsvorteil gegenüber einem ACE-Hemmer zeigt. Auf dem European Society of Cardiology Meeting in Barcelona im vergangenen August präsentierte Daten zeigten, dass Entresto Herz-Kreislauf-Todesfälle um 20% verringerte im Vergleich zu Enalapril.

Milton Packer, Ko-Autor der Studie von der University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas, sagte damals: Wenn das Medikament die Zulassung erhielte, „wäre es schwer verständlich, wenn Ärzte weiterhin traditionelle ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker zur Behandlung von Herzversagen nähmen“.

Entresto wird nun in den USA auf Rezept bei Herzinsuffizienz mit verminderter Ejektionsfraktion (HF-REF) bei Patienten, deren Zustand mit NYHA-Klasse II-IV klassifiziert wird, erhältlich sein, um das Risiko für kardiovaskulären Tod und Krankenhausaufenthalte aufgrund von Herzinsuffizienz zu reduzieren. Es wird normalerweise in Verbindung mit anderen Therapien gegen Herzversagen verabreicht werden – anstelle eines ACE-Hemmers oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, Juli 2015

Zulassung in der Schweiz

20.09.2015 Novartis hat die Zulassung von Swissmedic für Entresto erhalten, das die Belastung bei Herzinsuffizienz reduzieren soll.

Das Medikament soll das Risiko kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität bei Patienten mit Herzversagen mit verminderter Ejektionsfraktion (HfrEF) absenken.

Es verbessert die protektiven neurohormonalen Systeme des Herzens (NP-System) und hemmt das schädliche System.

Swissmedics Entscheidung folgte der Genehmigung der US Food and Drug Administration (FDA) im Juli.

Wirksamkeit in der Paradigma-HF-Studie

Die Zulassung von Swissmedic basiert auf den Ergebnissen der Paradigma-HF-Studie mit 8.442 behandelten Patienten.

Die Studie fand heraus, dass das Medikament das Risiko für kardiovaskulären Tod im Vergleich zum ACE-Hemmer Enalapril senkte.

Es wurde auch festgestellt, dass das Sterberisiko aufgrund von Herz-Kreislauf Ursachen um 20% reduziert wurde. Die Studie zeigt, dass Entresto die Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz um 21% und die Gefahr der Gesamtmortalität um 16% verringerte.

Novartis sagte, es gab eine Risikoreduktion von 20% bezüglich des primären Endpunktes: CV-Tod oder Dauer bis zur ersten Einweisung wegen Herzinsuffizienz.

Entresto wird derzeit von den Gesundheitsbehörden in der ganzen Welt, unter anderem in Kanada und der EU, auf die Zulassung überprüft.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, Sept. 2015

EMA-Zulassungsempfehlung für EU bei Herzinsuffizienz

25.11.2015 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) hat die Zulassung von Entresto 24 mg / 26 mg, 49 mg / 51 mg und 97 mg / 103 mg-Filmtabletten der Firma Novartis Europharm Ltd für die Behandlung von Herzerkrankungen (NYHA-Klassen II-IV) empfohlen.

Das Medikament mit den Wirkstoffen Sacubitril und Valsartan soll das Sterberisiko durch kardiovaskuläre Ereignisse und die Notwendigkeit von Krankenhausaufenthalten aufgrund von Herzinsuffizienz im Vergleich zu Enalapril bei Patienten mit symptomatischer chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion senken.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Hypotonie, Hyperkaliämie und Nierenfunktionsstörungen. Angioödeme treten selten auf.

Die vollständige Indikation würde lauten: Entresto soll bei erwachsenen Patienten für die Behandlung symptomatischer chronischer Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Ejektionsfraktion angezeigt sein.

EU-Zulassung bei Herzinsuffizienz

Entresto wurde von der Europäischen Kommission zur Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz und eingeschränkter Ejektionsfraktion zugelassen – bei dieser Erkrankung zieht sich der Herzmuskel nicht effektiv zusammen und pumpt weniger sauerstoffreiches Blut in den Körper.

Wirkweise

Das Arzneimittel enthält zwei aktive Substanzen: Valsartan blockiert den Angiotensin-II-Typ-1-Rezeptor und unterdrückt die schädlichen Wirkungen von Angiotensin II auf das kardiovaskuläre System, während Sacubitril ein Enzym namens Neprilysin blockt, um die neurohormonellen Schutzsysteme des Herzens zu verbessern.

Entresto konnte als erstes Therapeutikum einen signifikanten Mortalitätsvorteil gegenüber einem ACE-Hemmer zeigen. Die PARADIGM-HF-Daten von 8.442 Patienten  demonstrierten eine Verringerung der kardiovaskulären Todesfälle um 20% gegenüber Enalapril, sowie eine Reduktion um 21% bei den Krankenhauseinweisungen aufgrund Herzinsuffizienz und eine Verringerung um 16% bei der Gesamtmortalität.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Novartis, Nov. 2015

Verringert kardiovaskulären Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz

04.04.2016 Neue Analysen zeigen, dass Entresto das Risiko für kardiovaskulären Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz bei Patienten mit verminderter Ejektionsfraktion unabhängig von vorangegangenen Herzinsuffizienz-Krankenhauseinweisungen oder Behandlungen reduzieren konnte.

Novartis sagte, dass die Analyse der Daten aus PARADIGM-HF – in der Entresto (aktive Substanzen sind Sacubitril / Valsartan) mit dem ACE-Hemmer Enalapril verglichen wurde – ergeben hätten, dass die Therapie bei Patienten, die klinisch stabil waren, genauso viel Nutzen brachte wie den Patienten, die am wenigsten stabil waren.

Laut der Analyse zeigten alle mit Entresto behandelten Patienten eine Verringerung um 20% oder mehr bei CV-Tod oder Krankenhausaufenthalt aufgrund von Herzinsuffizienz im Vergleich zu denen, die Enalapril einnahmen.

Eine zweite Analyse zeigte, dass Novartis Medikament einen anhaltenden Nutzen bei Patienten mit Herzinsuffizienz und eingeschränkter Ejektionsfraktion mit sich brachte, und das Risiko für kardiovaskulären Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz um 20% gegenüber Enalapril senkte unabhängig von der Background-Therapie.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, April 2016

Verbessert glykämische Kontrolle

21.03.2017 Novartis hat die Ergebnisse einer neuen Post-Hoc-Analyse einer Untergruppe von Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HF-REF) und Diabetes vorgestellt, die darauf hindeuten, dass Entresto (Sacubitril / Valsartan) Tabletten die glykämische Kontrolle verbessert – gemessen über Tests auf Hämoglobin A1c (HbA1c) – verglichen mit dem ACE-Inhibitor Enalapril.

HFrEF ist auch als systolische Herzinsuffizienz (HF) bekannt.

Entresto ist indiziert, um das Risiko von kardiovaskulärem (CV) Tod und Krankenhausaufenthalt aufgrund von Herzinsuffizienz bei Patienten mit chronischer HF (NYHA Klasse II-IV) und reduzierter Ejektionsfraktion zu verringern. Es ist nicht für die Behandlung von Diabetes indiziert.

Senkung der HbA1c-Werte

Das Medikament senkte die HbA1c-Werte – ein Maß für die durchschnittlichen Blutzuckerwerte der letzten zwei bis drei Monate – nach einem Jahr der Behandlung wegen HF, und dieser Effekt wurde über drei Jahre des Studien-Follow-ups gehalten. In der Analyse wurde in der Entresto-Gruppe auch ein neuer Einsatz von Insulintherapie oder oralen Diabetesmitteln reduziert.

Die Ergebnisse basieren auf in der Fachzeitschrift The Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlichten Daten von PARADIGM-HF, der größten klinischen Studie, die jemals zu HF durchgeführt wurde.

Wirksamkeit im Vergleich zu Enalapril

Die Forscher verglichen die Wirksamkeit auf die Blutzuckerkontrolle von Entresto gegenüber Enalapril bei 3.778 HFrEF-Patienten, die mit Diabetes diagnostiziert worden waren oder Baseline HbA1c-Werte von >= 6,5% ohne Diagnose beim Screening hatten (98% der untersuchten Patienten hatten Typ-2-Diabetes).

Die Wissenschaftler verglichen die Wirksamkeit durch die Messung der HbA1c-Werte der Patienten beim Screening und bei den Follow-up-Besuchen ein, zwei und drei Jahre später, und durch die Auswertung der Einleitung einer oralen antihyperglykämischen oder Insulintherapie während der Studie.

Diese Post-hoc-Analyse ergab, dass Entresto im ersten Jahr des Follow-ups die HbA1c-Werte um 0,26% verringerte, verglichen mit einer Reduktion von 0,16% unter Enalapril (p = 0,0023).

Über drei Jahre blieben die HbA1c-Spiegel bei den mit Entresto behandelten Patienten dauerhaft niedriger im Vergleich zu den mit Enalapril behandelten – mit einer Gesamtreduktion von 0,14% (95% CI [0,06, 0,23], p = 0,0055).

Darüber hinaus initiierten 29% weniger der Entresto-behandelten Patienten eine Insulintherapie zur Erzielung einer glykämischen Kontrolle (114 (7%)) gegenüber 153 (10%) der mit Enalapril behandelten Patienten (HR 0,71, 95% CI, 0,56-0,90, p = 0,0052). Das Medikament zeigte auch, dass es das Risiko für CV-Tod oder HF-Krankenhausaufenthalt im Vergleich zu Enalapril bei Patienten mit oder ohne Diabetes zu Beginn reduzierte.
© arznei-news.de – Quelle: The Lancet Diabetes & Endocrinology, März 2017

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