Esmethadon gegen Depression hilfreich

Phase-II-Studie untersuchte Esmethadon (REL-1017) als Zusatzbehandlung bei Patienten mit behandlungsresistenten Depressionen

11.01.2022 Eine im Fachblatt The American Journal of Psychiatry veröffentlichte Studie zeigte günstige Sicherheits-, Verträglichkeits- und pharmakokinetische Profile von Esmethadon und deutet darauf hin, dass das Medikament im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit behandlungsresistenten Depressionen eine schnelle und anhaltende antidepressive Wirkung haben könnte.

Die Studie

Dr. Maurizio Fava und Kollegen untersuchten in einer Phase-II-Studie die Wirkung von REL-1017 (Esmethadon), einem neuartigen N-Methyl-d-Aspartat-Rezeptor (NMDAR)-Kanalblocker, bei Patienten mit schweren depressiven Störungen, bei denen eine bis drei antidepressive Standardbehandlungen in der aktuellen schweren depressiven Episode nicht geholfen haben.

In einer 7-tägigen, multizentrischen, randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-2-Studie mit drei Studienarmen wurden die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Wirksamkeit von zwei Dosierungen von Esmethadon (25 mg oder 50 mg oral einmal täglich) untersucht. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in einem Verhältnis von 1:1:1 auf Placebo (N=22), Esmethadon 25 mg/Tag (N=19) oder Esmethadon 50 mg/Tag (N=21) verteilt.

Zu den Sicherheitsskalen gehörten die 4-Item Positive Symptom Rating Scale für psychotomimetische Symptome, die Clinician-Administered Dissociative States Scale für dissoziative Symptome, die Clinical Opiate Withdrawal Scale für Absetzerscheinungen und -symptome und die Columbia-Suicide Severity Rating Scale für Suizidalität. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der Wert der Montgomery-Åsberg-Depressionsskala (MADRS). Alle 62 nach dem Zufallsprinzip zugewiesenen Patienten wurden in die vollständige Populationsanalyse einbezogen.

Verträglichkeit und Wirksamkeit

Bei den Patienten traten leichte oder mäßige vorübergehende unerwünschte Ereignisse auf, und es gab keine Hinweise auf dissoziative oder psychotomimetische Wirkungen, Opioideffekte oder Absetzerscheinungen, schreiben die Studienautoren.

Die Verbesserung des MADRS-Scores, die sich am Tag 4 in beiden Esmethadon-Dosierungsgruppen zeigte, hielt bis zum Tag 7 (letzte Dosis) und Tag 14 (7 Tage nach der letzten Dosis) an, mit Effektstärken von 0,7 bis 1,0.

Diese Studie zeigte günstige Sicherheits-, Verträglichkeits- und pharmakokinetische Profile und deutet darauf hin, dass Esmethadon im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf antidepressive Behandlungen eine schnelle und anhaltende antidepressive Wirkung haben könnte. Diese Ergebnisse müssen in größeren und längeren Studien bestätigt werden, schließen die Forscher.

© arznei-news.de – Quellenangabe: The American Journal of Psychiatrydoi.org/10.1176/appi.ajp.2021.21020197

Weitere Infos / News:





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie voller Name, Anschrift etc).