Exenatid (Bydureon, Byetta)

Exenatid (Bydureon, Byetta) ist biotechnologisch hergestelltes Exendin-4 und wird zur Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzt. Es ist ein Inkretinmimetikum aus der Gruppe der Antidiabetika. ATC-Code ist A10BX04: A — Alimentäres System und Stoffwechsel, A10 — Antidiabetika, A10BX — Andere Antidiabetika, exkl. Insuline.

Pankreatitis Risiko verdoppelt durch Sitagliptin und Exenatid

Patienten, die die neueste Klasse von Diabetesmedikamenten einnehmen, um ihren Blutzucker zu kontrollieren, haben eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit an Pankreatitis zu erkranken, wie jene, die andere Formen von Diabetes-Medikamenten nehmen, berichten Johns Hopkins Forscher.

Gesteigertes Risiko für Bauchspeicheldrüsenentzündung

In einem online in JAMA Internal Medicine herausgegebenen Artikel, sagen Wissenschaftler, dass die neuen Medikamente, die dem menschlichen Hormon Glucagon-like Peptid 1 (GLP-1) ähnlich sind – mit einem gesteigerten Risiko für eine Einweisung ins Krankenhaus aufgrund einer akuten Pankreatitis verbunden sind.

Sitagliptin und Exenatid

Die Wirkstoffe Sitagliptin und Exenatid, verkauft unter den Markennamen Januvia und Byetta, scheinen zur Bildung von Läsionen der Bauchspeicheldrüse beizutragen.

Ärzte und Behörden wussten, dass Pankreatitis eine Nebenwirkung von GLP -1 Therapien sein kann, ein Risiko, das in Tierversuchen und Berichten an die U.S. Food and Drug Administration auftauchte.

Die Johns Hopkins Forscher sagen, dass ihre Studie die Erste sei, die das Ausmaß dieses Risikos genau analysiert, und andere Pankreatitis-Risikofaktoren wie Gallensteine, Fettleibigkeit und Alkoholkonsum mit einbezieht.

Symptome der Pankreatitis

Patienten, die Sitagliptin oder Exenatid einnehmen,sollten besonders auf Symptome der Pankreatitis achten, wie

  • Übelkeit,
  • Erbrechen (das nicht aufhören will),
  • Unterleibschmerzen,

und umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn Symptome, die auf dem Beipackzettel vermerkt wurden, auftauchen.

Pankreatitis ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse; das Organ, welches sowohl Hormone wie Insulin und Glucagon, als auch Enzyme freigibt, die dabei helfen die Nahrung zu verstoffwechseln. Pankreatitis ist nicht nur schmerzhaft, sie kann auch sehr gefährlich werden, wenn sie unbehandelt bleibt.

Quelle: JAMA Internal Medicine, Feb. 2013

Diabetes-Medikament erreicht Hauptziele in Ph3-Studie

19.09.2016 AstraZeneca berichtet, dass eine Kombination aus Bydureon und Forxiga Blutzucker, Gewicht und Blutdruck in einer Phase-III-Studie gesenkt hat.

Die Phase-III-Studie DURATION-8 zeigte, dass Bydureon – einmal pro Woche in Kombination mit Forxiga täglich eingenommen – den Blutzucker deutlich reduzierte im Vergleich zu den einzelnen Medikamenten allein bei Typ-2-Diabetes-Patienten, deren Blutzuckerspiegel nur unzureichend mit Metformin kontrolliert werden konnte.

Es war die erste klinische Studie, die zwei verschiedene Anti-Diabetes-Medikamente kombinierte. Die Studie wurde mit fast 700 Patienten in sechs Ländern über einen 28-wöchigen Behandlungszeitraum mit einer Verlängerung bis zu zwei Jahren durchgeführt.

Die Kombinationstherapie führte zu einer Senkung der HbA1c um 1,95% gegenüber 1,58% bzw. 1,37% Reduktion bei jeweils Bydureon und Forxiga allein.

Sie zeigte sich auch in Bezug auf die sekundären Endpunkte – Veränderungen des Körpergewichts und systolischer Blutdruck – überlegen.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Diarrhö, Knötchen an der Injektionsstelle, Übelkeit und Harnwegsinfektionen.
© arznei-news.de – Quelle: AstraZeneca, Sept. 2016

Kein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bei Typ 2 Diabetes mellitus

15.09.2017 Für mit Exenatid (Handelsname ist Bydureon) behandelte Patienten mit Typ-2-Diabetes war die Auftretenshäufigkeit für schwere kardiovaskuläre Ereignisse ähnlich hoch wie für diejenigen, die Placebo erhielten laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie.

Rury R. Holman von der Universität Oxford und Kollegen randomisierten 14.752 Patienten (73,1 Prozent mit früheren Herz-Kreislauf-Erkrankungen) mit Typ-2-Diabetes auf einmal wöchentlich Exenatid mit verlängerter Freisetzung oder Placebo.

Die Forscher fanden, dass 11,4 Prozent der Patienten in der Exenatid-Gruppe und 12,2 Prozent in der Placebo-Gruppe ein erhöhtes Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse insgesamt hatten (Hazard Ratio, 0,91; 95 Prozent Konfidenzintervall, 0,83 bis 1,00); in der Intention-zu-Treat-Analyse, war der Wirkstoff der Placebo-Verabreichung in Bezug auf die Sicherheit nicht unterlegen (P < 0,001), aber war nicht in Bezug auf Wirksamkeit überlegen (P = 0,06).

Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen bei der Rate der Todesfälle durch kardiovaskuläre Ursachen, tödlichen oder nicht-tödlichen Myokardinfarkten, tödlichen oder nicht-tödlichen Schlaganfall, Krankenhausaufenthalten aufgrund einer Herzinsuffizienz oder eines akuten Koronarsyndroms.
© arznei-news.de – Quelle: New England Journal of Medicine – DOI: 10.1056/NEJMoa1612917, Sept. 2017


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