Fampridin (Fampyra)

Fampridin (Markenname Fampyra) ist ein reversibler Kaliumkanal-Blocker, der bei Erwachsenen mit Multipler Sklerose zur Verbesserung der Gehfunktionen eingesetzt wird.

Volle Zulassung für Biogens MS-Medikament in der EU

24.05.2017 Biogens Fampyra (aktivie Substanz ist Fampridin) wurde eine Standard-Zulassung von den europäischen Regulierungsbehörden zur Verbesserung der Gehfähigkeit bei Patienten mit Multipler Sklerose auf der Basis von Phase III Daten erteilt.

Das Medikament erhielt im Jahr 2011 eine bedingte Genehmigung auf der Grundlage vielversprechender Daten zu seinem Nutzen, die später in der Phase-III-Studie ENHANCE bestätigt wurden.

Wirksamkeit Mobilität

Nach den Ergebnissen erzielten signifikant mehr Patienten, die Fampridin einnahmen, eine klinisch bedeutende Verbesserung der Gehfähigkeit im Vergleich zu Patienten, die Placebo erhielten (43,2 Prozent gegenüber 33,6 Prozent).

Auch deutlich mehr Fampyra-Patienten (43,4 Prozent) erreichten eine verbesserte Mobilität im Vergleich zu denen, die Placebo (34,7 Prozent) erhielten, und zeigten größere Verbesserungen bei der Multiple Sklerose Impact Scale 29 als die unter Placebo (-8,00 versus -4,68).

Wirkweise

Das Medikament wirkt auf die geschädigten Nerven, indem es verhindert, dass geladene Kaliumteilchen aus den Nervenzellen entweichen. Dadurch scheint es den elektrischen Impulsen zu ermöglichen, weiter an den Nerven entlang wandern zu können, und so die Muskeln stimulieren und die Gehfähigkeit verbessern zu können.

Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von Fampyra gehören

  • Parästhesien (nicht-schmerzhafte Empfindungen im Versorgungsgebiet eines Hautnervs ohne erkennbare adäquate physikalische Reize),
  • Harnwegsinfekte,
  • Schlafprobleme,
  • Schwindel,
  • Kopfschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Asthenie (Schwäche oder Kraftlosigkeit),
  • Rückenschmerzen,
  • Gleichgewichtsprobleme.

Gegenanzeigen

Zu den Kontraindikation zählen Intoleranz gegenüber Fampridin, Krampfanfälle, chronische Niereninsuffizienz oder eine gleichzeitige Behandlung mit Hemmern des organischen Kationentransporters 2, z. B. Cimetidin.
© arznei-news.de – Quelle: Biogen, Mai 2017



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