Fingolimod (Gilenya)

Fingolimod ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von multipler Sklerose eingesetzt wird. Es ist ein Immunsuppressivum. ATC-Code ist L04AA27: L – Antineoplastische und immunmodulierende Mittel, L04AA – Selektive Immunsuppressiva. Markenname ist Gilenya (Novartis).

Gilenya Warnhinweis: kardiovaskuläre Überwachung bei Therapieunterbrechung

Novartis hat einen Rote-Hand-Brief mit Zusatzempfehlungen herausgegeben, nach dem zur wiederholten kardiovaskulären Überwachung bei Patienten mit Therapieunterbrechungen und wenn nach der 1. Dosis Fingolimod behandlungsbedürftige Symptome einer Bradyarrhythmie aufgetreten sind.

Empfehlungen zu Gilenya (Wirkstoff Fingolimod)

Wie zu Beginn der Therapie empfiehlt Novartis bei Therapieunterbrechungen von Gilenya ein Vorgehen wie bei der ersten Verabreichung, wenn die Therapie

  • für einen oder mehrere Tage in den ersten zwei Wochen der Behandlung,
  • mehr als 7. Tage während der dritten und vierten Woche oder
  • mehr als 2. Wochen nach einem Monat der Behandlung unterbrochen wurde.
  • Oder wenn die Patienten nach der ersten Dosis behandlungsbedürftig sind aufgrund von Symptomen einer Bradyarrhythmie.

Patienten mit Symptomen einer Bradyarrhythmie

Patienten, die während der ersten Verabreichung von Gilenya pharmakologische Behandlung benötigen, sollten über Nacht überwacht werden; was in einer medizinischen Einrichtung geschehen sollte.
Auch bei der 2. Verabreichung von Fingolimod sollte die behandelten Patienten überwacht werden, schreibt das Unternehmen.

Nebenwirkungen

fingolimodEs kann bei Gilenya wie bereits oben erwähnt zu

  • einer vorübergehenden starken Abnahme der Herzfrequenz (Bradyarrhythmie) und zu
  • atrioventrikulären Überleitungsverzögerungen kommen.

Einige weitere Nebenwirkungen von Fingolimod können sein:

  • höhere Anfälligkeit für InfektionenKopfschmerzen,
  • Schwindel,
  • hoher Blutdruck,
  • Schwäche,
  • Durchfall,
  • Atembeschwerden,
  • Sehstörungen, Makulaödem
  • Rückenschmerzen,
  • erhöhte Leberenzyme,
  • Lymphopenie,
  • Leukopenie.

Die vollständigen Nebenwirkungen von Gilenya können dem Beipackzettel entnommen werden.

© arznei-news.de – Quelle: Novartis, Jan. 2012

FDA-Warnung: progressive multifokale Leukenzephalopathie

Die FDA weist in einer Warnung darauf hin, dass ein Patient in Europa mit möglicher Multiple Sklerose (MS) Diagnose eine seltene und schwere Infektion des Gehirns nach der Einnahme des Medikaments Gilenya (Wirkstoff Fingolimod) entwickelte.

Erster Fall einer PML bei Fingolimod

Dies ist der erste Fall einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML), die im Anschluss an die Verabreichung von Fingolimod (Handelsname Gilenya) bei einem Patienten aufgetaucht ist, der zuvor nicht Tysabri (Natalizumab) eingenommen hat, ein MS-Medikament mit einem höheren Risiko für PML.

Progressive multifokale Leukenzephalopathie

 

Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) ist eine seltene und schwerwiegende Infektion des Gehirns durch das John Cunningham (JC) Virus, wodurch die Fettummantelung der Nervenzellen, namens Myelin, geschädigt werden. PML führt in der Regel zum Tod oder zu schweren Behinderungen. Gilenya wird zur Behandlung der schubförmigen MS eingesetzt, einer Erkrankung des Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Novartis berichtet, dass etwa 71.000 Patienten weltweit mit Gilenya behandelt werden.

Die Empfehlung der FDA: Patienten sollten nicht die Einnahme von Gilenya ohne vorherige Rücksprache mit den Angehörigen der Gesundheitsberufe einstellen. Die FDA wird den PML-Fall zusammen mit dem Gilenya-Hersteller, Novartis, untersuchen und ihre endgültigen Schlussfolgerungen und Empfehlungen nach der Auswertung veröffentlichen.

Quelle: FDA, August 2013

Update 15.11.2013

Fingolimod (Gilenya®): Hämophagozytisches Syndrom – Rote-Hand-Brief

Novartis informiert am 15.11.2013 in einem Rote-Hand-Brief über zwei mit Gilenya® (Wirkstoff Fingolimod) behandelte Patienten, die infolge eines hämophagozytischen Syndroms gestorben sind.

Die Firma Novartis fasst in ihrem Rote-Hand-Brief zusammen, dass:

  • es zu zwei Todesfällen aufgrund hämophagozytischem Syndroms (HPS) im Zusammenhang mit einer Infektion gekommen ist; den betroffenen Patienten war Gilenya® verabreicht worden.
  • Novartis möchte mit dem Rote-Hand-Brief das Bewusstsein der Angehörige der Gesundheitsberufe darauf lenken, dass für eine erfolgreichere Behandlung des hämophagozytischem Syndroms und/oder der zugrundeliegenden Infektion (oder einer anderen Krankheit) eine frühe Diagnose wichtig ist.

Symptome / Zeichen eines HPS

Folgende Symptome und Zeichen sind oft mit einem hämophagozytischem Syndrom verbunden:

  • Fieber,
  • Schwäche oder Kraftlosigkeit,
  • gleichzeitige Vergrößerung der Leber und Milz und
  • vergrößerte Lymphknoten (mglw. Leberversagen oder Atemnot),
  • progressive Verminderung der Anzahl der Zellen im Blut,
  • deutlich erhöhte Ferritin-Serumspiegel,
  • Fettstoffwechselstörung mit Erhöhung der Triacylglyceride im Blut,
  • kongenitaler oder erworbener Mangelzusand an Fibrinogen,
  • Störung der Blutgerinnung, die zu einer erhöhten Blutungsneigung führt,
  • hepatische Zytolyse
  • zu niedriger Natriumspiegel im Blut.

Fingolimod (Gilenya®) wird bei der Behandlung von Erwachsenen mit Multipler Sklerose verabreicht.

© arznei-news.de – Quelle: AkdÄ, Nov. 2013

Update 26.04.2014

CHMP Empfehlung zur Zulassungsänderung

Auf seiner Sitzung vom 25. April 2014 beschloss der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) die Empfehlung zur Änderung der Zulassungsbedingungen für das Arzneimittel
Gilenya (aktive Substanz Fingolimod).

Danach soll die Indikation von Gilenya als krankheitsmodifizierende Monotherapie bei hochaktiver schubförmig-remittierender Multipler Sklerose für folgende erwachsene Patientengruppen verändert werden:

  • Patienten mit hoher Krankheitsaktivität trotz Behandlung mit mindestens einer krankheitsmodifizierenden Therapie (Ausnahmen und Informationen siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).Diese Patienten werden wie diejenigen definiert, die nicht auf eine vollständige und adäquate Kur (in der Regel mindestens eine einjährige Behandlung) mindestens einer krankheitsmodifizierenden Therapie angesprochen haben.

© arznei-news.de – Quelle: EMA, April 2014

Rote-Hand-Brief: Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)

04.05.2015 Novartis berichtet über die erste PML bei einem MS-Patienten, der mit Gilenya behandelt wurde und dem vorher nicht Natalizumab oder ein anderes Immunsuppressivum verabreicht wurde.

Der 49-jährige Patient war vier Jahre mit Fingolimod behandelt worden. Die progressive multifokale Leukoenzephalopathie war im Rahmen einer MRT-Routineuntersuchung vermutet und durch JC-Virus-DNA im Liquor bestätigt worden. Die Behandlung wurde abgebrochen, wobei es bislang keine PML-Symptome gibt.

Die Empfehlung an die Ärzte lautet, sich des Risikos für eine PML bewusst zu sein, und mit Gilenya behandelte Patienten daraufhin zu überwachen. Die Behandlung ist bei progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie sofort dauerhaft abzubrechen.
© arznei-news.de – Quelle: BfArM, Mai 2015

Langzeit-Ergebnisse zur Wirksamkeit bei MS

10.10.2015 Novartis hat eine neue Analyse der Phase III Studien FREEDOMS und FREEDOMS II Studien veröffentlicht, deren Daten das langfristige Wirksamkeitsprofil von Gilenya bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) stärkt.

Der Forschungsbericht bewertete den Anteil der mit dem Wirkstoff Fingolimod behandelten Patienten, die „keine Hinweise auf einer Krankheitsaktivität‘ (NEDA-4) in jedem Jahr über mehr als sieben Jahren zeigten. NEDA-4 wird erreicht, wenn ein Patient keine Rückfälle, MRI-Läsionen, MS-bedingte Schrumpfung des Gehirns und Fortschreiten der Behinderung zeigt.

Die Daten aus FREEDOMS und FREEDOMS II Kern- und Erweiterungsstudien zeigten, dass im ersten Jahr 27,1% der Patienten unter Gilenya NEDA-4 erreichten im Vergleich zu 9,1% unter Plazebo. Der Wechsel von Placebo zu Gilenya nach dem 2. Jahr verdoppelte den Anteil der Patienten, die NEDA-4 im 3. Jahr erreichten (12,7% auf 27,4%). Bei den Patienten mit kontinuierlicher Gilenya-Behandlung erreichten 31,2% bis 44,8% den NEDA-4-Status in jedem der Jahre drei bis sieben.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, Okt. 2015

Rote-Hand-Brief: Risiken für Immunsystem

20.01.2016 Die Novartis Pharma GmbH informiert in einem Rote-Hand-Brief über Risiken in Verbindung mit den Folgen auf das Immunsystem bei einer Behandlung mit dem Medikament Gilenya. Die Fachinformationen des Arzneimittels werden dementsprechend angepasst.

Bei mit Fingolimod behandelten Patienten wurden Nebenwirkungen beobachtet wie Basalzellkarzinom, progressive multifokale Leukenzephalopathie und weitere Infektionen mit opportunistischen Erregern, einschließlich Infektionen des zentralen Nervensystems.

Daher sind die im Rote-Hand-Brief aufgeführten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten (siehe hier).
© arznei-news.de – Quelle: BfArM, Jan. 2016

RRMS: Langfristige Wirksamkeit

18.09.2016 Novartis Studie erfasste die Resultate zur Beeinträchtigung bei Menschen mit remittierender rezidivierender Multipler Sklerose (RRMS) über 10 Jahre, die mit Gilenya (Fingolimod) behandelt wurden.

Die Studie erreichte erfolgreich ihren primären Endpunkt: eine signifikant geringere Veränderung vom Ausgangswert nach 10 Jahren bei Patienten beim Expanded Disability Status Scale (EDSS) Score mit kontinuierlicher im Vergleich zu nicht-kontinuierlicher Fingolimod-Behandlung (0,55 vs. 1,21).

Die Studie war eine Beobachtungsstudie (mit einmaligem Besuch) mit 175 Personen mit RRMS, die zuvor in der Ph-II eingeschrieben waren. Die Analysen der wichtigsten sekundären Endpunkte zeigten, dass nach 10 Jahren das Risiko der Progression zu sekundär progredienter MS (SPMS) bei 66,2% der Patienten reduziert wurde, die für mindestens acht Jahre bei der Gilenya-Behandlung blieben, im Vergleich zu denen, die dies nicht taten.

Es gab auch eine signifikante vierfache zeitliche Verzögerung bei der Benötigung eines Rollstuhls. Und 59,4% der Patienten der Studie nahmen 10 Jahre das Medikament ein.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, Sept. 2016

Schubförmige MS: Real-World-Daten zeigen Nutzen

28.04.2017 Novartis hat klinische Daten aus der Phase IV US-Studie (MS-MRIUS) zur Multiplen Sklerose und zum MRT-Einsatz veröffentlicht, die die Wirksamkeit von Gilenya (Fingolimod) im Alltagsgebrauch bestätigen und die bisherigen Ergebnisse aus Phase-III-Studien unterstützen.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Medikament vier Schlüsselmaße der MS-Erkrankung (Schübe, MRT-Läsionen, Invaliditätsprogression und Hirnschrumpfung) bei Menschen mit rezidivierender Multipler Sklerose (RRMS) für bis zu 16 Monate beeinflusst hat.

Dies ist auch das erste Mal, dass eine multizentrische Studie ausgewertet und gezeigt hat, dass Routine-Magnetresonanztomographie (MRT) Scans, die im alltäglichen Klinik-Setting durchgeführt wurden, zuverlässig eingesetzt werden können, um die Hirnschrumpfung – ein wichtiges Maß für die Progression der Krankheit – bei Menschen mit RRMS zu messen, schreibt Novartis.

MS-MRIUS

Die MS-MRIUS-Studie ist eine multizentrische (33 Zentren), retrospektive Phase IV Studie mit 590 Menschen mit RRMS, die mit Gilenya behandelt wurden.

Beim medianen Follow-Up von 16 Monaten waren 85,8% der mit Fingolimod behandelten Personen noch in der Behandlung. Von den Personen, die für NEDA-3 bewertet wurden (keine Schübe, keine neuen oder vergrößerten MRT-Läsionen und keine Invaliditätsprogression, n = 586), erreichten 59,6% den NEDA-3-Status.

Von denen, die für die NEDA-4-Bewertung in Frage kamen (NEDA-3 plus keine Hirnschrumpfung (Hirnvolumenverlust), n = 325), erreichten mehr als ein Drittel (37,5%) den NEDA-4-Status. Die Studie zeigte, dass bei den mit Gilenya behandelten NEDA-4-Patienten 86,5% keine Schübe, 91,1% keine Behinderungsprogression und 79,7% keine neuen oder vergrößerten MRT-Läsionen hatten.

Darüber hinaus hatten 58,2% der Patienten keine MS-bezogene Hirnschrumpfung über 0,4%, was weitgehend innerhalb des Bereichs liegt, der bei Menschen ohne MS zu erwarten wäre.

MRT

Die Daten zeigen zum ersten Mal, dass MRT-Scans mit Techniken, die in der klinischen Praxis leicht verfügbar sind (FLAIR – fluid attenuation inversion recovery MRI), eine zuverlässige Methode zur Messung der Hirnschrumpfung bei mehr als 95% der Menschen in der Studie waren, schreibt das Unternehmen.

Die Ergebnisse der MS-MRIUS-Studie bestätigen die Wichtigkeit, die vier wichtigsten Maße der MS-Erkrankung – Schübe, MRT-Läsionen, Behinderungsprogression und Hirnschrumpfung – durch eine frühzeitige und wirksame Behandlung anzuvisieren, um den Verlauf von RRMS zu beeinflussen und die physischen und kognitiven Funktionen der Patienten möglichst langfristig zu erhalten.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, April 2017

Paradigms: Fingolimod zeigt deutliche Wirkung

05.09.2017 Gilenya (Wirkstoff Fingolimod) zeigte in der Phase-III-Studie Paradigms eine signifikante Wirkung bei der Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS).

Der Schweizer Pharma-Riese Novartis hat positive Topline-Ergebnisse aus der Studie gemeldet, welche die Sicherheit und Wirksamkeit von oralem einmal täglich einzunehmenden Gilenya bei Kindern und Jugendlichen (Alter 10 bis 17 Jahre) mit MS bewertete.

Die Studie soll die erste randomisierte und kontrollierte Phase-III-Studie einer krankheitsmodifizierenden Therapie (DMT) bei Kindern mit MS sein.

Fingolimod ist eine orale DMT, die die Krankheitsaktivität bei schubförmiger Multipler Sklerose wirksam kontrollieren kann, schreibt das Unternehmen. Der Wirkstoff besitzt einen reversiblen Lymphozyten-Umverteilungseffekt, der sowohl auf fokale als auch diffuse Schäden des zentralen Nervensystems, die durch MS verursacht werden, abzielt.

Jährliche Rezidivrate

Die Studie zeigte, dass die orale Gilenya-Injektion innerhalb von zwei Jahren die Anzahl der multiplen Rezidive (jährliche Rezidivrate) in der Patientenpopulation im Vergleich zu Interferon beta-1a deutlich reduziert hat.

Fingolimod hat noch keine Zulassung für die Behandlung von pädiatrischer MS erhalten.

Paradigms

Die Studie Paradigms ist eine Phase-III-Studie mit flexibler Dauer, doppelblinden und randomisierten Ergebnissen, die dazu bestimmt ist, die Sicherheit und Wirksamkeit von oralem Fingolimod im Vergleich zu Interferon beta-1a bei Kindern und Jugendlichen mit einer bestätigten Diagnose von MS und anschließender fünfjähriger Verlängerungsphase zu bewerten.

Die Studie nahm 215 Kinder und Jugendliche mit MS im Alter zwischen 10 und 17 Jahren mit einem erweiterten Invaliditätsstatus-Skala-Score zwischen 0 und 5,5 auf.

Der primäre Endpunkt der Studie war die Häufigkeit von Rezidiven bei Patienten mit einer Behandlungsdauer von bis zu 24 Monaten. Zu den sekundären Endpunkten gehören die Anzahl neuer oder neu vergrößerter T2-Läsionen, Gadolinium-erhöhende T1-Läsionen, die Sicherheit und die pharmakokinetischen Eigenschaften von Fingolimod.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, Sept. 2017

Medikament verringert MS-Rückfälle bei Kindern und Jugendlichen

13.09.2018 Unter pädiatrischen Patienten mit rezidivierender Multipler Sklerose ist Fingolimod (Handelsname ist Gilenya) mit einer niedrigeren Rückfallrate, aber einer höheren Rate schwerer Nebenwirkungen als Interferon beta-1a verbunden laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie.

Dr. Tanuja Chitnis vom Massachusetts General Hospital in Boston und Kollegen verglichen die Ergebnisse von Patienten im Alter von 10 bis 17 Jahren mit schubförmiger Multipler Sklerose, die auf Fingolimod (107 Teilnehmer) oder Interferon beta-1a (108 Teilnehmer) für bis zu zwei Jahre randomisiert wurden.

Rückfallrate und Läsionen

Die Forscher fanden heraus, dass die angepasste annualisierte Rückfallrate 0,12 bei Gilenya und 0,67 bei Interferon beta-1a betrug.

Die annualisierte Rate der neuen oder neu vergrößerten Läsionen auf T2-gewichteter Magnetresonanztomographie (MRT) betrug 4,39 unter Fingolimod und 9,27 unter Interferon beta-1a.

Unerwünschte Ereignisse, Nebenwirkungen

Unerwünschte Ereignisse traten bei 88,8 Prozent der Patienten auf, die Fingolimod erhielten, und bei 95,3 Prozent unter Interferon beta-1a.

Bei 18 Patienten traten schwere Nebenwirkungen auf (16,8 bzw. 6,5 Prozent). Zu diesen schwerwiegenden Nebenwirkungen gehörten Anfälle (vier Patienten), Infektion (vier Patienten) und Leukopenie (zwei Patienten) in der Gilenya-Gruppe, Infektion (zwei Patienten) und supraventrikuläre Tachykardie (ein Patient) in der Interferon-beta-1a-Gruppe.

Längere Studien sind erforderlich, um die dauerhafte Wirksamkeit und Sicherheit von Fingolimod bei pädiatrischer Multipler Sklerose zu bestimmen, schreiben die Studienautoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: N Engl J Med 2018; 379:1017-1027
DOI: 10.1056/NEJMoa1800149



Schreiben Sie uns über Ihre Erfahrungen mit diesem Medikament:

Kommentare werden nach Prüfung auf Arznei-News.de veröffentlicht.
Machen Sie bitte keine persönlichen Angaben (wie Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefon-Nr., Email-Adresse etc.)!
Benutzen Sie bitte aus Lesbarkeitsgründen auch Komma, Punkt und Absatz. :-)