Gebärmutterhalskrebs: Pembrolizumab (Keytruda) verlängert Überleben

KEYNOTE-826: Immuntherapie verlängert das Überleben bei rezidivierendem, persistierendem oder metastasierendem Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

19.09.2021 Die Ergänzung der Standard-Erstlinienbehandlung durch eine Immuntherapie verlängert die Überlebenszeit von Patientinnen mit rezidivierendem, persistierendem oder metastasiertem Gebärmutterhalskrebs um acht Monate.

Dies geht aus Ergebnissen der KEYNOTE-826-Studie hervor, die auf dem ESMO-Kongress 2021 vorgestellt wurden.

KEYNOTE-826

In der Studie wurden 617 Frauen nach dem Zufallsprinzip einer Immuntherapie mit Pembrolizumab (Keytruda) oder einem Placebo zugeteilt. Beide Gruppen erhielten außerdem eine Chemotherapie (Paclitaxel plus Cisplatin oder Carboplatin nach Wahl des Arztes) und konnten nach Ermessen des Arztes mit Bevacizumab behandelt werden.

Die zusätzliche Gabe von Pembrolizumab verringerte das Sterberisiko um 33 % und die Wahrscheinlichkeit eines Fortschreitens der Krankheit oder des Todes um 35 %.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Anämie (30,3 % in der Pembrolizumab-Gruppe gegenüber 26,9 % in der Placebo-Gruppe) und eine niedrige Konzentration der weißen Blutkörperchen (12,4 % gegenüber 9,7 %).

Studienautorin Prof. Nicoletta Colombo, Direktorin des Gynäkologie-Programms, Europäisches Institut für Onkologie, Mailand, Italien, sagte:

Frühere Studien haben gezeigt, dass die Zugabe einer Anti-Angiogenese-Therapie mit Bevacizumab zur Chemotherapie das Überleben um 3,7 Monate im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie verlängerte. KEYNOTE-826 war die erste Studie, die den Zusatz eines PD-1-Hemmers zur Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab untersuchte, und die Vorteile in Bezug auf das Überleben und das Fortschreiten der Krankheit wurden unabhängig von der Expression von PD-L1, einem mit der Immunmodulation zusammenhängenden Protein, beobachtet. Die Nebenwirkungen der neuen Kombinationstherapie waren überschaubar, und die beobachteten unerwünschten Ereignisse entsprachen den Erwartungen auf der Grundlage früherer Daten zu den einzelnen Medikamenten.

Bevacizumab zusammen mit Pembrolizumab

Colombo wies darauf hin, dass der Nutzen der neuen Kombinationstherapie sowohl bei den mit Bevacizumab als auch bei denen ohne Bevacizumab behandelten Patienten zu beobachten war. Sie fügte jedoch hinzu, dass die Studie nicht darauf ausgelegt war, die Ergebnisse zwischen diesen Untergruppen statistisch zu vergleichen, da die Behandlung mit Bevacizumab nicht randomisiert war, sondern dem Ermessen des Arztes überlassen wurde.

Einige häufige Komplikationen bei rezidivierendem/persistierendem oder metastasiertem Gebärmutterhalskrebs sind Kontraindikationen für den Einsatz dieses Medikaments. In dieser Studie erhielten 63 % der Patientinnen Bevacizumab.

Die Studie zeigt, dass Bevacizumab zusammen mit Pembrolizumab eingesetzt werden sollte, wenn es sicher ist. Für Patienten, die Bevacizumab nicht verwenden können, hat die Zugabe von Pembrolizumab zur Chemotherapie allein immer noch einen klinisch bedeutsamen Nutzen.

Neuer Behandlungsstandard für Frauen mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem Gebärmutterhalskrebs

Dies ist eine praxisverändernde Studie, betonte González-Martín. Die Daten sind in Bezug auf die Verlängerung des Gesamtüberlebens so solide, dass diese Kombination als neuer Behandlungsstandard für Frauen mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem Gebärmutterhalskrebs angesehen werden sollte. Die systemische Therapie, die zusammen mit der Immuntherapie eingesetzt wird (Paclitaxel mit Cisplatin oder Carboplatin, mit oder ohne Bevacizumab), spiegelt die Standardbehandlungsoptionen in der Praxis wider, so dass die Ergebnisse leicht angepasst werden können. Eine mögliche Einschränkung besteht darin, wie diese Innovation in ressourcenbeschränkten Gesundheitssystemen umgesetzt werden kann.

Obwohl die Ergebnisse vielen Patienten helfen könnten, wies González-Martín darauf hin, dass eine der größten Herausforderungen darin bestehe, die richtige Patientengruppe für eine neue Therapie auszuwählen, oder zumindest die Patienten, die wahrscheinlich den größten Nutzen daraus ziehen werden. PD-L1 könnte ein potenzieller Biomarker sein, aber es werden noch weitere Biomarker benötigt.

© arznei-news.de – Quellenangabe: ESMO Congress 2021

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Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

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