Glasdegib

Akute myeloische Leukämie u. Hoch-Risiko Myelodysplastisches Syndrom: Verbessertes Gesamtüberleben

04.12.2016 Pfizer Inc. hat neue Daten aus einer randomisierten Phase-2-Studie zu Glasdegib (PF-04449913) als Zugabe zu niedrig dosiertem Cytarabin (LDAC) veröffentlicht.

Es erhöhte sich dadurch signifikant das Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zu LDAC allein bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) oder Hochrisiko Myelodysplastischem Syndrom (MDS), die für eine intensive Chemotherapie nicht in Frage kamen (HR: 0,501, 80% CI: 0,384, 0,654, einseitig log Rang p-Wert 0,0003).

Der Wirkstoff

glasdegibGlasdegib ist der erste SMO-Inhibitor, der einen klinischen Nutzen bei dieser Patientenpopulation zeigte. Diese Daten wurden auf der 58. American Society of Hematology (ASH) Jahrestagung in San Diego, CA präsentiert.

Der Wirkstoff ist ein oral verabreichter experimenteller Arzneistoff, der den SMO-Rezeptor hemmt, wodurch der Hedgehog (Hh) Signalweg gestört wird, schreibt das Unternehmen.

Die Behandlung

Die vorgestellten Ergebnisse stammen aus einer multizentrischen, randomisierten Phase-2-Studie mit 132 zuvor unbehandelten AML oder Hochrisiko-MDS Patienten, die nicht mit einer intensiven Chemotherapie behandelt werden konnten.

Die Patienten wurden für zehn Tage entweder mit Cytarabin 20mg subkutan zweimal täglich plus oralem Glasdegib 100 mg täglich behandelt oder Cytarabin allein. Der primäre Endpunkt der Studie war OS.

Die Wirkung

Die Ergebnisse zeigten, dass zum Zeitpunkt des Datenstopps das mediane OS für Patienten, die Glasdegib plus niedrigdosiertem Cytarabin (n = 88) einnahmen, 8,8 Monate (80% CI: 6,9, 9,9) betrug im Vergleich zu 4,9 Monaten (80% CI: 3,5, 6.0) für Patienten, die nur LDAC einnahmen (n = 44) (HR: 0.501, 80% CI: 0.384, 0.654, einseitiger Logarithmus p-Wert 0.0003).

Die Nebenwirkungen

Niedrige Blutwerte und gastrointestinale Toxizitäten traten häufiger bei Patienten auf, die mit Glasdegib plus LDAC (G+LDAC) behandelt wurden als bei denjenigen, die mit LDAC allein behandelt wurden.

Blutinfektionen waren seltener bei mit G+LDAC behandelten Patienten verglichen mit LDAC allein (12,2%). Patienten in der G+LDAC-Gruppe berichteten über mehr Geschmacksirritationen (23,8%), Muskelspasmen (20,2%) und Ausdünnung oder Verlust von Haaren (10,2%).

Schwere Nebenwirkungen von febriler Neutropenie waren ebenfalls häufiger bei Patienten (36,9%) unter G+LDAC verglichen mit LDAC allein (26,8%). Die häufigste Todesursache in beiden Behandlungsarmen war die Progression der Krankheit.
© arznei-news.de – Quelle: Pfizer Inc., Dez. 2016



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