Guadecitabin

Sicher bei kolorektalem Karzinom in Kombinationstherapie

18.04.2016 In einer kleinen, klinischen Phase I Studie konnten Forscher des Johns Hopkins Kimmel Cancer Center zeigen, dass das experimentelle Medikament Guadecitabin (SGI-110) in Kombination mit dem Chemotherapeutikum Irinotecan sicher ist und die Resistenz gegen Irinotecan bei Patienten mit metastasierten kolorektalen Karzinom überwinden kann.

Wirkweise

Guadecitabin kehrt die epigenetische Veränderung in Krebszellen – als Methylierung bekannt – um, und soll so die in den Zellen veränderte genetische Aktivität verhindern, die die Wirkung von Tumor-unterdrückenden Genen blockieren kann.

Durch die Umkehrung dieser Veränderung in den Krebszellen stellt der Wirkstoff die Anfälligkeit der Krebszellen für Medikamente wie Irinotecan wieder her.

Sicherheit und Wirksamkeit

Die klinische Studie umfasste 22 Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom, die zuvor mit Irinotecan behandelt worden waren und deren Krankheit fortschritt. Die Patienten wurden in vier Gruppen aufgeteilt, die jeweils verschiedene Dosen von Guadecitabin in Kombination mit Irinotecan über einen durchschnittlichen Zeitraum von vier Monaten erhielten.

Während der Studie wurden 15 Patienten mindestens einmal mit bildgebenden Verfahren gescannt, um Ausmaß und Lage des Karzinoms erneut zu testen – wobei 12 Patienten eine stabile Erkrankung zeigten, und bei einem Patienten eine Reduktion um mindestens 30% des Tumors festgestellt wurde.

Obwohl der Hauptzweck der Studie die Untersuchung der Sicherheit und nicht die der Wirksamkeit der Guadecitabin-Dosen war, „waren wir sehr glücklich, dass die Kombination bei einigen Patienten für viele Monate bis über ein Jahr anschlug“, sagt Nilofer Azad, Professor für Onkologie an der Johns Hopkins University School of Medicine.

Die Studie zeigte auch Anzeichen dafür, dass die Methylierung unter den Krebszellen durch Guadecitabin reduziert wurde. „Wir konnten beobachten, dass eine höhere Dosis des Medikaments eine bessere Methylierungsreaktion bei den Patienten hervorrief“, sagte Koautorin Valerie Lee. „Allerdings schienen die Patienten bei allen Dosen des Medikaments anzusprechen.“

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen bei der Kombinationsbehandlung konnten beobachtet werden:

  • 16 Patienten mit Neutropenie,
  • fünf Patienten mit Neutropenie hatten Fieber,
  • drei Patienten wurden anämisch,
  • zwei Patienten entwickelten Thrombozytopenie.
  • Weitere Nebenwirkungen waren Durchfall (drei Patienten),
  • Müdigkeit (zwei Patienten) und
  • Dehydrierung (zwei Patienten).

Ein Patient starb während der Studie, möglicherweise durch febrile Neutropenie.

Die aktuelle Studie baut auf früheren auf, die zeigten, dass Guadecitabin das Wachstum von Darmkrebs-Zellen begrenzen kann, wenn es in Kombination mit Irinotecan angewendet wird, sagte Azad.

Die Wirkstoffkombination wird in einer laufenden klinischen Phase-II-Studie (NCT01896856) mit einer größeren Patienten-Gruppe mit metastasiertem Kolorektalkarzinom bei mehreren Instituten geprüft, um die Wirksamkeit der Dual-Therapie im Vergleich zu einer Chemotherapie festzustellen, die Guadecitabin nicht enthält.
© arznei-news.de – Quelle: Johns Hopkins Medicine, April 2016



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