Hämophilie-A: Giroctocogen-Fitelparvovec zeigt Aktivität nach 2 Jahren

Aktualisierte Ergebnisse der Phase 1/2 zeigen anhaltende Blutungskontrolle in der höchstdosierten Kohorte bis zu zwei Jahre nach der Hämophilie-a-Gentherapie

Blut

13.12.2021 Pfizer und Sangamo Therapeutics haben aktualisierte Nachbeobachtungsdaten aus der Phase-1/2-Studie Alta zu Giroctocogen Fitelparvovec bekanntgegeben, einer Gentherapie zur Behandlung von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Hämophilie A.

Die Daten der Alta-Studie bei Patienten mit schwerer Hämophilie A wurden auf der 63. American Society for Hematology Annual Meeting and Exposition vorgestellt.

Wirksamkeit

Nach 104 Wochen wiesen die fünf Patienten in der Kohorte mit der höchsten Dosis von 3e13 vg/kg eine mittlere Faktor-VIII-Aktivität (FVIII) von 25,4 % mittels chromogenem Gerinnungstest auf. In dieser Kohorte lag die mittlere annualisierte Blutungsrate (ABR) im ersten Jahr nach der Infusion bei 0,0 und über die gesamte Nachbeobachtungszeit bis zum Stichtag 1. Oktober 2021 bei 1,4.

Alle Blutungsereignisse traten nach Woche 69 nach der Infusion auf. Bei zwei Patienten traten Blutungsereignisse auf, die eine Behandlung mit exogenem FVIII erforderlich machten. Kein Teilnehmer der Kohorte mit der höchsten Dosis hat die Prophylaxe wieder aufgenommen.

Verträglichkeit, Sicherheit

Giroctocogen Fitelparvovec wurde in dieser Phase-1/2-Studie im Allgemeinen gut vertragen. Von den fünf Patienten in der höchsten Dosierungskohorte erhielten vier Kortikosteroide wegen erhöhter Leberenzymwerte (ALT/AST). Alle erhöhten Werte klangen mit oralen Kortikosteroiden vollständig ab.

Wie bereits berichtet, kam es bei einem Patienten in der Kohorte mit der höchsten Dosis zu einem behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignis in Form von Hypotonie (Grad 3) und Fieber (Grad 2) mit Symptomen von Kopfschmerzen und Tachykardie, was sechs Stunden nach der Infusion mit Giroctocogen Fitelparvovec auftrat und etwa 12 Stunden nach der Infusion wieder abklang.

In allen vier Kohorten traten bis zum Stichtag 1. Oktober 2021 bei sechs Patienten 26 behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse auf. Bis zum Stichtag wurden keine weiteren behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse gemeldet. Darüber hinaus trat keine bestätigte Entwicklung eines FVIII-Inhibitors auf, und es wurden keine thrombotischen Ereignisse berichtet.

Phase III Studie AFFINE

Die klinische Phase-3-Studie AFFINE mit Giroctocogen Fitelparvovec bei Patienten mit Hämophilie A hat begonnen und ist zu über 50 % belegt. Nach der Beobachtung von FVIII-Spiegeln von mehr als 150 % bei einigen behandelten Patienten hat Pfizer freiwillig das Screening und die Dosierung weiterer Patienten in der Studie unterbrochen, um eine Protokolländerung umzusetzen, die Leitlinien für das klinische Management erhöhter FVIII-Spiegel enthält. Am 3. November 2021 teilte die US-Arzneimittelbehörde (FDA) Pfizer mit, dass die Studie auf Eis gelegt wurde, während die Protokolländerung und die zugehörigen Dokumente geprüft werden.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Pfizer





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