Harvoni

CHMP empfiehlt Zulassung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) hat auf seiner Sitzung vom 25. September 2014 beschlossen, Harvoni für die Zulassung zur Behandlung von chronischer Hepatitis C zu empfehlen.

Die Wirkstoffe von Harvoni sind Ledipasvir / Sofosbuvir, eine fixe Kombination zweier direkt wirkender Virostatika (ATC-Code ist noch nicht zugeordnet). Der aktive Metabolit von Sofosbuvir ist ein pangenotypischer Inhibitor der Hepatitis C-Virus (HCV) NS5B-RNA-Polymerase, während Ledipasvir auf das NS5A-Protein des Virus abzielt.

Die Vorteile, die mit Harvoni mit oder ohne Ribavirin verbunden sind, sind sehr hohe Wirksamkeit gegen die Genotypen 1, 3 und 4, einschließlich Patienten nach einer Transplantation und / oder mit kompensierter Leberzirrhose.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Ein Pharmakovigilanz-Plan für Harvoni soll als Teil der Zulassung implementiert werden.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Sept. 2014

Update 10.10.2014

FDA-Zulassung

Die US Food and Drug Administration hat heute Harvoni (aktive Substanzen Ledipasvir und Sofosbuvir) zugelassen, um chronische Hepatitis-C-Virus (HCV) Genotyp 1 Infektion zu behandeln.

Wirksamkeit

Harvonis Wirksamkeit wurde in drei klinischen Studien mit 1.518 Teilnehmer evaluiert, die zuvor nicht wegen ihrer Infektion behandelt wurden oder nicht auf eine vorhergehende Therapie reagiert hatten, darunter Teilnehmer mit Leberzirrhose. Die Teilnehmer erhielten randomisiert Harvoni mit oder ohne Ribavirin. Die Versuche sollten feststellen, ob das Hepatitis C Virus mindestens 12 Wochen nach Beendigung der Behandlung nicht mehr im Blut nachgewiesen werden konnte (SVR – sustained viral response), was einer Genesung gleichkommt.

In der ersten Studie mit nicht-vorbehandelten Teilnehmern zeigten 94 Prozent von denen, die Harvoni acht Wochen, und 96 Prozent derjenigen, die das Medikament für 12 Wochen erhielten, keine virologischen Reaktionen mehr. Die zweite Studie zeigte, dass 99 Prozent dieser Teilnehmer mit und ohne Leberzirrhose SVR nach 12 Wochen erreichten. Und in der dritten Studie, die die Wirksamkeit des Medikaments bei vorbehandelten Teilnehmern mit und ohne Leberzirrhose untersuchte, zeigten 94 Prozent derjenigen, die Harvoni für 12 Wochen, und 99 Prozent derjenigen, die das Arzneimittel für 24 Wochen erhielten, SVR. In allen Studien erhöhte Ribavirin nicht die Ansprechraten der Teilnehmer.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Okt. 2014

EU-Genehmigung bei Hepatits C

Die Europäische Kommission hat Harvoni (Kombinationprodukt der aktiven Substanzen Ledipasvir / Sofosbuvir) der Firma Gilead Sciences International Limited die Zulassung erteilt.

Die Indikation lautet: Harvoni ist für die Behandlung von chronischer Hepatitis C (CHC) bei Erwachsenen (siehe Abschnitte 4.2, 4.4 und 5.1 der Zusammenfassung der Produkteigenschaften) indiziert.

Für Hepatitis C-Virus (HCV) Genotyp-spezifische Aktivität sind die Abschnitte 4.4 und 5.1 der Zusammenfassung der Produkteigenschaften zu lesen.
© arznei-news.de – Quelle: European Commission, Nov. 2014

IQWiG: Hinweis auf zusätzlichen Nutzen bei Genotyp 1

05.03.2015 Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) konnte in seiner Überprüfung der zur Verfügung gestellten Studiendaten Hinweise auf einen zusätzlichen Nutzen von Ledipasvir plus Sofosbuvir (Handelsname Harvoni) bei Patienten mit chronischer Hepatitis C vom Genotyp 1 im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichsbehandlung finden.

Laut IQWiG ergab sich der Zusatznutzen von Harvoni bei HCV-Patienten vom Genotyp 1, „wenn vorherige Therapien erfolglos geblieben waren und wenn bisher unbehandelte Patienten noch keine Leberzirrhose entwickelt haben“. Es zeigten sich bei diesen Patientengruppen ein besseres virologisches Ansprechen, wobei fast alle Patienten nach der Behandlung virusfrei waren.

Für die anderen Patientengruppen reichten die vorgelegten Daten nicht aus, um einen zusätzlichen Nutzen abzuleiten laut IQWiG.
© arznei-news.de – Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), März 2015

Rote-Hand-Brief: Herzrhythmusstörungen in Kombination mit Amiodaron

12.05.2015 Das BfArM hat einen Rote-Hand-Brief der Hersteller Gilead Sciences und Bristol-Myers Squibb veröffentlicht, in dem vor Herzrhythmusstörungen bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron mit Harvoni oder Daklinza in Kombination mit Sovaldi gewarnt wird.

Bei der Anwendung der obengenannten Medikamente traten Fälle schwerer Bradykardie oder Herzblock auf. Dabei traten die Fälle innerhalb von 2 Stunden bis zu 2 Wochen nach Behandlungsbeginn auf.

Bei Verabreichung von Sofosbuvir + Ledipasvir oder Daclatasvir zusammen mit Sofosbuvir und gleichzeitiger Einnahme von
Amiodaron sollten die Patienten engmaschig überwacht werden.
© arznei-news.de – Quelle: BfArM, Mai 2015

FDA-Erweiterung u.a. auf Genotyp 4, 5 und 6

13.11.2015 Die US Food and Drug Administration (FDA) hat den erweiterten Einsatz von Gilead Sciences Medikament Harvoni bei Hepatitis C zugelassen.

Genotypen 4, 5 und 6

Das Medikament kann nun bei Patienten mit chronischer Hepatitis C-Virus (HCV) Genotyp 4, 5 und 6 eingesetzt werden und bei mit Human Immunodeficiency Virus (HIV) koinfizierten Patienten.

Die erweiterte Zulassung basiert auf Daten der Studien 1119 und Electron-2. Deren Ergebnisse zeigten, dass 93% (41/44) der Patienten mit Genotyp 4 und 93% (38/41) der Patienten mit Genotyp 5 SVR12 erreichten. ELECTRON-2 wertete das Medikament für 12 Wochen bei nicht vorbehandelten oder zuvor behandelten Patienten mit Genotyp 6 HCV-Infektion mit und ohne Zirrhose aus. In dieser Studie erreichten 96% (24/25) der Patienten SVR12.

Die häufigsten Nebenwirkungen (bei mindestens 10 Prozent der Patienten) waren

  • Asthenie (18 Prozent),
  • Kopfschmerzen (14 Prozent) und
  • Müdigkeit (10 Prozent).

Patienten mit HIV-Koinfektion

Daten aus der Phase-3-Open-Label-ION-4-Studie, in der das Medikament für 12 Wochen an Patienten mit chronischer HCV-Infektion Genotyp 1 oder 4 mit HIV-Koinfektion getestet wurde, zeigten, dass 96% (321/335) der Patienten SVR12 erreichten.

Die Studie umfasste HCV nicht vorbehandelte (45%) und vorbehandelte (55%) Patienten, einschließlich Patienten mit kompensierter Zirrhose (20%). Die Mehrheit der Patienten nahm eine von drei HIV-antiretroviralen (ARV) Regimen: Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF) und Emtricitabin mit Efavirenz (Atripla) Raltegravir oder Rilpivirin (Complera).

Die häufigsten Nebenwirkungen (bei mindestens 10 Prozent der Patienten) waren

  • Kopfschmerzen (20 Prozent) und
  • Müdigkeit (17 Prozent).

Vorbehandelte Patienten mit Leberzirrhose

Harvoni plus Ribavirin (RBV) für 12 Wochen wurde als eine alternative Therapie zu 24 Wochen Harvoni für behandlungserfahrene Genotyp-1-Patienten mit Leberzirrhose genehmigt.

Die Zulassung basierte auf Daten aus der Phase-2-SIRIUS-Studie, die Harvoni zzgl. RBV für 12 Wochen oder Harvoni 24 Wochen ohne RBV bei HCV-infizierten Patienten mit Genotyp 1 und kompensierter Zirrhose, die vorher nicht auf eine Therapie ansprachen, auswertete. 96% (74/77) der mit Harvoni/RBV für 12 Wochen behandelten Patienten und 97% (75/77) der allein mit Harvoni für 24 Wochen behandelten Patienten erreichten SVR12.

Die häufigsten Nebenwirkungen bei Patienten, die Harvoni/RBV für 12 Wochen erhielten (mindestens 10 Prozent der Patienten) waren:

  • Asthenie (36 Prozent),
  • Kopfschmerzen (13 Prozent) und
  • Husten (11 Prozent).

Bei Patienten, die 24 Wochen Harvoni allein erhielten, waren die häufigsten:

  • Asthenie (31 Prozent),
  • Kopfschmerzen (29 Prozent) und
  • Müdigkeit (18 Prozent).

© arznei-news.de – Quelle: Gilead Sciences, Nov. 2015

Hepatitis-C: FDA-Erweiterung auf Behandlung von pädiatrischen Patienten

10.04.2017 Gilead Sciences hat die Zulassung von der US Food and Drug Administration (FDA) für ergänzende Indikationen für Harvoni (Wirkstoffe sind Ledipasvir 90 mg / Sofosbuvir 400 mg) Tabletten für die Behandlung von chronischer Hepatitis C Virus (HCV) Infektion bei Jugendlichen im Alter von 12 Jahren und älter ohne oder mit kompensierter Zirrhose mit einem Gewicht von mindestens 35 kg erhalten.

Harvoni wurde für pädiatrische Patienten mit chronischer HCV-Infektion Genotyp 1, 4, 5 oder 6 zugelassen. Gleichzeitig wurde Sovaldi für jugendliche Patienten mit chronischer HCV-Infektion mit Genotyp 2 oder 3 in Kombination mit Ribavirin zugelassen.

Es gibt schätzungsweise 23.000-46.000 pädiatrische HCV-Patienten in den Vereinigten Staaten, von denen die meisten mit dem Virus bei der Geburt infiziert wurden.

Harvoni und Sovaldi haben jeweils eine Boxwarnung in ihren jeweiligen Produktlabeln bezüglich des Risikos einer Reaktivierung von Hepatitis-B-Viren bei HCV / HBV-infizierten Personen, schreibt Gilead Sciences.

Die ergänzende neue Arzneimittelindikation wurde durch Daten einer offenen klinischen Studie (Studie 1116) unterstützt, die eine 12-wöchige Behandlung mit Harvoni einmal täglich bei Genotyp-1 behandlungsnaiven und behandlungserfahrenen HCV-infizierten Jugendlichen im Alter von 12 Jahren und älter ohne Zirrhose oder mit kompensierter Zirrhose auswertete. Die SVR12-Rate betrug 98 Prozent insgesamt (98/100).

Bei keinem der Teilnehmer wurde während der Behandlung virologisches Versagen oder ein Rückfall beobachtet.

Unerwünschte Ereignisse stimmten mit denen überein, die in klinischen Studien zu Harvoni bei Erwachsenen beobachtet wurden. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen (≥10 Prozent, alle Grade) bei der Behandlung mit Harvoni bei den HCV-infizierten pädiatrischen Patienten waren Müdigkeit, Kopfschmerzen und Asthenie.
© arznei-news.de – Quelle: Gilead Sciences, April 2017

Resultate zur Wirksamkeit in bestimmten HCV-Patienten-Gruppen

23.04.2017 Gilead Sciences hat die Ergebnisse aus zwei Phase-2-Studien zur Bewertung von Harvoni (Ledipasvir 90 mg / Sofosbuvir 400 mg, LDV / SOF) -Tabletten bei Patientenpopulationen mit chronischer Hepatitis-C-Virus (HCV) Infektion bekanntgegeben, die zuvor nicht in dafür bestimmten klinischen Studien mit direkt wirkenden antiviralen Therapien untersucht wurden.

Die Studien zeigten HCV-Heilungsraten von 99 Prozent bei Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren (PS-101) und 100 Prozent bei erwachsenen Patienten, die mit HCV und Hepatitis-B-Virus (HBV) (PS-098) infiziert waren. Detaillierte Ergebnisse aus diesen Studien wurden diese Woche auf dem International Liver CongressTM 2017 in Amsterdam präsentiert.

Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren mit chronischer HCV

In einer Open-Label-Phase-2-Studie wurde die Dosierungsstärke einer einmal täglichen Einzeltablette von Harvoni (Ledipasvir 45 mg / Sofosbuvir 200 mg) bei HCV-infizierten Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren untersucht, wobei sich Heilungsraten von 99 Prozent (n = 89/90) zeigten.

Genotyp 1 Patienten erhielten eine 12-wöchige Behandlung (n = 85). Ein Genotyp 1 Patient mit Zirrhose und vorherigem Behandlungsversagen unter pegyliertem Interferon plus RBV erhielt eine 24-wöchige Behandlung. Genotyp 3 Patienten (n = 2) erhielten Harvoni plus RBV für 24 Wochen. Genotyp 4 Patienten (n = 2) erhielten Harvoni für 12 Wochen.

Ein behandlungsnaiver Genotyp 1 Patient rezidivierte. Alle anderen Patienten erreichten SVR12, den primären Wirksamkeitsendpunkt.

Die häufigsten Nebenwirkungen (> 10 Prozent), die alle leicht bis moderat waren, waren Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Müdigkeit, Pyrexie, Husten und oropharyngeale Schmerzen. Keiner der Patienten brach die Therapie ab.

HCV / HBV koinfizierte Patienten

Die Phase-2-Open-Label-Studie bewertete 12 Wochen Harvoni bei 111 Genotyp 1 oder 2 HCV-infizierten Patienten in Taiwan mit aktiver HBV-Co-Infektion (Hepatitis B-Oberflächen-Antigen-Positiv), die keine HBV-Behandlung erhielten.

Alle Patienten erreichten SVR12 (100 Prozent, 111/111), darunter 68 Genotyp 1 HCV-infizierte Patienten, 43 Genotyp 2 HCV-infizierte Patienten, 17 Patienten mit kompensierter Zirrhose und 37 mit vorherigem HCV-Behandlungsversagen.

Drei Patienten hatten schwerwiegende Nebenwirkungen, die nicht als arzneimittelbezogen erachtet wurden, darunter optische Neuritis, post-prozedurale Blutungen und Zwölffingerdarmgeschwüre. Die häufigsten Nebenwirkungen (= 5 Prozent der Patienten) waren Kopfschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege und Müdigkeit.

Von den 111 eingeschriebenen Patienten konnte bei 23 (21 Prozent) eine Zunahme der HBV-DNA von mindestens 2 log10 IE / ml während oder nach der Behandlung mit Harvoni beobachtet werden. Allerdings zeigte keiner der Patienten eine Grad 3 oder 4 ALT-Erhöhung oder irgendwelche klinischen Manifestationen, die auf eine HBV-Reaktivierung hindeuteten. Es gab zwei Patienten, die eine HBV-Behandlung auf der Grundlage der Erhöhungen der HBV-DNA und leichten Erhöhungen bei der ALT ohne Symptome begannen.
© arznei-news.de – Quelle: Gilead Sciences, April 2017

Arzneimittelfälschungen 90 mg / 400 mg Filmtabletten (Charge 16SFC021D)

01.06.2017 Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt vor einer sich in Deutschland im Umlauf befindenen Fälschung des Medikaments Harvoni 90 mg / 400 mg Filmtabletten der Firma Gilead.

Die Fälschung wurde in einer Apotheke in Nordrhein-Westfalen entdeckt, wobei die Tabletten nicht wie normalerweise von oranger Farbe sind, sondern weiß. Die Bezeichnung der Charge der Fälschung lautet 16SFC021D und trägt das Verfallsdatum 06/2018. Dabei handelt es sich um eine real existierende Charge für den deutschen Markt, schreibt das BfArM. Verpackung und Form der Tabletten und -prägung entsprechen dem Original.

Patienten sollten diese Tabletten nicht einnehmen, wenn es sich um weiße Filmtabletten Harvoni 90 mg / 400 mg der Firma Gilead handelt, sondern sollten sich an ihren Arzt oder Apotheker wenden.
© arznei-news.de – Quelle: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Juni 2017

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