HPV-Impfstoff reduziert Gebärmutterhalskrebs um 87 %

Impfstoff gegen humane Papillomaviren (HPV) senkt die Gebärmutterhalskrebsrate bei Frauen, denen die Impfung im Alter von 12-13 Jahren angeboten wurde, um 87 %

04.11.2021 Forscher des King’s Institute haben herausgefunden, dass das HPV-Impfprogramm bis Mitte 2019 rund 450 Gebärmutterhalskrebserkrankungen und etwa 17.200 Präkanzerosen verhindert hat.

Sie stellten außerdem fest, dass die Gebärmutterhalskrebsrate bei Frauen, denen die Impfung im Alter von 14 bis 16 Jahren angeboten wurde, um 62 % und bei Frauen im Alter von 16 bis 18 Jahren um 34 % gesenkt werden konnte, wenn ihnen die HPV-Impfung angeboten wurde.

Die Studie

Die in The Lancet veröffentlichte und von Cancer Research UK finanzierte Studie untersuchte alle Gebärmutterhalskrebsfälle, die in England bei Frauen zwischen 20 und 64 Jahren zwischen Januar 2006 und Juni 2019 diagnostiziert wurden.

Drei dieser Kohorten bildeten die geimpfte Population, wobei die Frauen im Alter von 12-13, 14-16 bzw. 16-18 Jahren mit Cervarix geimpft wurden. Die Inzidenz von Gebärmutterhalskrebs und nicht-invasivem Zervixkarzinom (CIN3) wurde in den sieben Populationen getrennt erfasst.

Das Impfprogramm wurde 2008 in England eingeführt. Damals wurde der bivalente Impfstoff Cervarix verwendet, der gegen die beiden häufigsten HPV-Typen schützt. Seit September 2012 wird stattdessen der quadrivalente Impfstoff Gardasil verwendet.

Fast alle Gebärmutterhalskrebserkrankungen werden durch HPV verursacht. Der Impfstoff ist am wirksamsten, wenn er vor dem Geschlechtsverkehr verabreicht wird, wenn es unwahrscheinlich ist, dass die Menschen mit HPV in Kontakt gekommen sind. Das Virus wird mit anderen Krebsarten in Verbindung gebracht, darunter Vaginal-, Vulva-, Anal- und Peniskrebs sowie einige Kopf- und Halskrebsarten.

Studienautor Professor Peter Sasieni von der School of Cancer and Pharmaceutical Sciences sagte:

Es war unglaublich, die Wirkung der HPV-Impfung zu sehen, und jetzt können wir belegen, dass sie Hunderte von Frauen in England vor der Entstehung von Krebs bewahrt hat. Wir wissen seit vielen Jahren, dass die HPV-Impfung bei der Vorbeugung gegen bestimmte Virusstämme sehr wirksam ist, aber die Auswirkungen des Impfstoffs in der Praxis zu sehen, ist wirklich befriedigend.

© arznei-news.de – Quellenangabe: The Lancet – DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)02178-4

Weitere Infos / News:





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren