Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom: Ibrutinib erhöht Lebenserwartung bei jüngeren Menschen

Wirkung von Ibrutinib mit R-CHOP-Chemotherapie bei genetischen Subtypen von DLBCL

05.11.2021 Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Zugabe der zielgerichteten Therapie Ibrutinib (Imbruvica) zu einem Standard-Chemotherapieschema die Lebenserwartung einiger jüngerer Menschen mit einer bestimmten Form des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) verbessern kann.

Die in der Fachzeitschrift Cancer Cell veröffentlichten Ergebnisse stammen aus einer neuen Analyse von Forschern des National Cancer Institute (NCI) einer zuvor durchgeführten klinischen Phase-3-Studie.

Jüngere Patienten mit non-GCB DLBCL Subtypen MCD und N1

Die ersten Ergebnisse der PHOENIX-Studie zeigen, dass die Kombination von Ibrutinib mit der Standard-Chemotherapie Patienten mit einer Form des DLBCL, dem sogenannten Nicht-GCB-DLBCL, nicht zu einem insgesamt längeren Leben verhalf.

Durch die Analyse von Tumorbiopsieproben von Patienten, die an der Studie teilgenommen hatten, konnten die NCI-Forscher und ihre Mitarbeiter nun jedoch zeigen, dass jüngere Patienten mit bestimmten genetischen Subtypen des nicht-GCB DLBCL, genannt MCD und N1, außergewöhnlich gut auf die Behandlungskombination ansprachen und alle diese Patienten drei Jahre nach der Diagnose noch ohne Erkrankung lebten.

Beim diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) sind Tumoren, die zur Untergruppe der ABC-, nicht aber der GCB-Genexpression gehören, für ihre Lebensfähigkeit auf eine chronisch aktive B-Zell-Rezeptor-Signalübertragung angewiesen, eine Abhängigkeit, die durch Ibrutinib gezielt angegangen werden kann.

Phoenix

Die Phase-III-Studie „Phoenix“ (ClinicalTrials.gov: NCT01855750) zeigte einen Überlebensvorteil durch Ibrutinib zusätzlich zur R-CHOP-Chemotherapie (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison und der monoklonale Antikörper Rituximab) bei jüngeren Patienten mit non-GCB-DLBCL, aber die molekulare Grundlage für diesen Nutzen war unklar.

Die Analyse der Biopsien von Patienten aus der Phoenix-Studie ergab drei zuvor charakterisierte genetische Subtypen des DLBCL: MCD, BN2 und N1.

Das ereignisfreie 3-Jahres-Überleben von jüngeren Patienten (Alter ≤60 Jahre), die mit Ibrutinib plus R-CHOP behandelt wurden, lag bei den Subtypen MCD und N1 bei 100 %, während das Überleben von Patienten mit diesen Subtypen, die nur mit R-CHOP behandelt wurden, deutlich schlechter war (42,9 % bzw. 50 %).

Diese Arbeit zeigt den Nutzen von Ibrutinib zusätzlich zur Chemotherapie und unterstützt dessen Einsatz bei jüngeren Patienten mit nicht-GCB DLBCL, schließen die Studienautoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Wyndham H. Wilson, George W. Wright, Da Wei Huang, Brendan Hodkinson, Sriram Balasubramanian, Yue Fan, Jessica Vermeulen, Martin Shreeve, Louis M. Staudt. Cancer Cell, 2021; DOI: 10.1016/j.ccell.2021.10.006

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