Iclusig

Krebstherapie bei Leukämie

Iclusig bei seltener Leukämie von FDA genehmigt

Iclusig (Wirkstoff Ponatinib) ist von der U.S. Food and Drug Administration genehmigt worden, um zwei seltene Formen der Leukämie zu behandeln.

Das Medikament Ponatinib wurde für Erwachsene mit Chronische myeloische Leukämie (CML) und Philadelphia-Chromosom-positive akuten lymphatischen Leukämie (Ph+ALL) genehmigt, sagte die FDA in einer Pressemitteilung.

Wirkweise von Iclusig

Iclusig blockiert die Wirkungen von Proteinen, die die Entwicklung von Krebszellen fördern, sagte die Agentur. Dem Medikament wurde eine beschleunigte Zulassung, nach einer einzelnen Studie mit 449 Menschen mit entweder CML oder Ph+, gewährt.

Verpackungswarnung und Nebenwirkungen von Ponatinib

Das Label des Produkts enthält eine Verpackungswarnung, dass Patienten, die Ponatinib einnehmen, ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnseln und Lebervergiftung zeigen.

Häufigere, aber weniger ernste klinische Nebenwirkungen sind:

  • hoher Blutdruck,
  • Rötungen,
  • Unterleibsschmerzen,
  • Erschöpfung,
  • Kopfschmerzen,
  • trockene Haut,
  • Verstopfung,
  • Fieber,
  • Gelenkschmerzen und
  • Übelkeit.

Iclusig wird von Ariad Pharmaceuticals vermarktet, das in Cambridge, Masse zuhause ist.

© arznei-news.de – Quelle: FDA, Dez. 2012

Ponatinib bei Ph+ ALL, CML in EU zugelassen

Die Europäische Kommission hat die Marktzulassung für Iclusig (Ponatinib) als Arzneimittel für seltene Leiden für zwei Indikationen erteilt; das hat ARIAD Pharmaceuticals, Inc. heute bekanntgegeben.

Ponatinib ist fortan in der EU indiziert für:

  1. Ponatinib bei Ph+ ALL und CML in EU zugelassen

    Ponatinib Strukturformel

    Behandlung von erwachsenen Patienten mit chronisch-myeloischer Leukämie (CML) in chronischer Phase, beschleunigter Phase oder Blastenphase, die resistent gegen Dasatinib oder Nilotinib sind; die eine Intoleranz gegen Dasatinib oder Nilotinib haben und für die eine anschließende Behandlung mit Imatinib kinisch nicht adäquat ist, oder die eine T315I Mutation haben.

  2. Behandlung von erwachsenen Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver akuter lymphatischer Leukämie (Ph + ALL), die resistent gegen Dasatinib sind, die eine Intoleranz gegen Dasatinib haben und für die anschließende Behandlung mit Imatinib klinisch nicht infrage kommt, oder die eine T315I Mutation haben.

Nebenwirkungen

Die häufigsten (> 1%) schwerwiegenden Nebenwirkungen bei mit Ponatinib behandelten Patienten waren:

  • Pankreatitis,
  • Bauchschmerzen,
  • Fieber,
  • Anämie,
  • Neutropenie,
  • Verminderung der Blutplättchen und Neutrophilen,
  • Panzytopenie,
  • Myokardinfarkt,
  • Durchfall und
  • erhöhte Lipase.

Die häufigsten (≥ 20%) Nebenwirkungen jeglichen Schweregrades waren:

  • Abnahme der Thrombozytenzahl,
  • Hautausschlag,
  • trockene Haut und
  • Bauchschmerzen.

© arznei-news.de – Quelle: ARIAD Pharmaceuticals, Inc., Juli 2013

Iclusig (Ponatinib): schwere Blutgerinnsel in Arterien/Venen

Die FDA untersucht eine anwachsende Zahl von Berichten über schwerwiegende und lebensbedrohliche Blutgerinnsel und Verengungen von Blutgefäßen (Arterien und Venen) bei Patienten, die Iclusig (Wirkstoff Ponatinib) nehmen.

Schwere Nebenwirkungen bei Iclusig®

 

Daten klinischer Studien und postmarket Berichte über Nebenwirkungen, zeigen, dass schwere unerwünschte Ereignisse bei Patienten aufgetreten sind, die mit dem Leukämie-Chemotherapeutikum Iclusig behandelt wurden; dies waren:

  • Herzinfarkte, die zum Tod führten,
  • sich verschlechternde koronare Herzerkrankungen,
  • Schlaganfall,
  • Verengung großer Arterien des Gehirns,
  • schwerwiegende Verengung von Blutgefäßen in den Gliedmaßen und
  • die dringende Notwendigkeit für chirurgische Eingriffe um den Blutfluss wiederherzustellen.

 

Empfehlung bei Ponatinib-Behandlung

Die FDA empfiehlt Angehörigen der Gesundheitsberufe bei jedem Patienten zu überdenken, ob der Nutzen einer Ponatinib-Behandlung die Risiken der Behandlung übersteigen würde.

Patienten, die Iclusig nehmen, sollten umgehend medizinische Hilfe aufsuchen, wenn sie Symptome bemerken, die auf einen Herzinfarkt hinweisen, wie:

  • Brustschmerz oder Druck,
  • Schmerzen in den Armen, Rücken, Nacken oder Kiefer,
  • Kurzatmigkeit;

oder Symptome eines Schlaganfalls, wie:

  • Taubheit oder Schwäche auf einer Seite des Körpers,
  • Schwierigkeiten beim Sprechen,
  • schwere Kopfschmerzen oder Schwindel.

© arznei-news.de – Quelle: FDA, Okt. 2013

Iclusig®: PRAC-Empfehlung hinsichtlich Nebenwirkungen

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA hat auf seiner 4.-7. November Sitzung neue Informationen über das Krebsmedikament Iclusig® (Wirkstoff Ponatinib) hinsichtlich des Risikos für Nebenwirkungen, wie vaskulärer Verschluss, überprüft.

Es deutet darauf hin, dass Blutgerinnsel in Arterien oder Venen mit einer höheren Rate auftreten als ursprünglich (zum Zeitpunkt der Zulassung durch die Europäischen Union im Juli 2013) beobachtet wurden.

Chemische Strukturformel von Ponatinib

Chemische Strukturformel von Ponatinib

Thrombosenähnliche Bedingungen, wie Herzinfarkt, sind bekannte Nebenwirkungen von Iclusig, und die gegenwärtige EU-Produktinformation erwähnt das Risiko für Herzinfarkt, zerebraler Infarkt (Schlaganfall) und ähnliche Erkrankungen.

Die Empfehlung des PRAC ist, dass Patienten und Angehörige der Gesundheitsberufe Iclusig mit dem Wirkstoff Ponatinib weiterhin einsetzen können, allerdings mit erhöhter Vorsicht hinsichtlich der zugelassenen Verwendung und mit sorgfältiger Überwachung auf Hinweise für Thromboembolie und vaskuläre Okklusion.

© arznei-news.de – Quelle: EMA, Nov. 2013

CML / (Ph+ ALL): 5-Jahres-Daten aus Phase 2 PACE-Studie

27.03.2018 Takeda Pharmaceutical Company Limited hat die endgültigen Daten aus der klinischen Phase-2-Studie PACE zu ICLUSIG (Wirkstoff Ponatinib) bei refraktärer chronisch-myeloischer Leukämie (CML) oder Philadelphia-Chromosom-positiver akuter lymphatischer Leukämie (Ph+ ALL) im Fachblatt Blood veröffentlicht.

Die endgültigen Fünf-Jahres-Ergebnisse unterstützen Iclusig als wirksame Behandlungsoption für Patienten mit chronischer CML (CP-CML), deren vorherige Therapien fehlschlugen.

Iclusig, ein Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) mit starker Aktivität gegen native und mutierte Formen von BCR-ABL1 (eine abnorme Tyrosinkinase, die bei CML und Ph+ ALL exprimiert wird), ist für die Behandlung erwachsener Patienten mit CML oder Ph+ ALL indiziert, für die keine andere TKI angezeigt ist, einschließlich solcher mit T315I-positivem CML oder T315I-positivem Ph+ ALL. Das Medikament ist nicht indiziert für die Behandlung von Patienten mit neu diagnostizierter CP-CML und wird dafür auch nicht empfohlen.

PACE

Die zulassungsrelevante Phase-2-Studie PACE, die das FDA Accelerated Approval Program unterstützte, untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Iclusig bei einer Anfangsdosis von 45 mg einmal täglich bei 449 Patienten mit CML (270 CP-CML), 85 Accelerated-Phase CML (AP-CML), 62 Blast-Phase CML (BP-CML) oder Ph+ ALL (n=32) resistent/intolerant gegenüber vorheriger TKI-Therapie oder mit der T315I-Mutation, von denen 444 für Wirksamkeitsanalysen auswertbar waren.

Die endgültigen Ergebnisse spiegeln eine Datenanalyse vom 6. Februar 2017 wider, mit einem medianen Follow-up von 37,3 Monaten für alle Patienten und 56,8 Monaten für CP-CML-Patienten.

Die endgültigen 5-Jahres-Ergebnisse zeigen:

Wirksamkeit

  • Von 267 stark vorbehandelten CP-CML-Patienten (>90% hatten mindestens 2 zuvor zugelassene TKI erhalten) erreichten 159 (60 Prozent) zu einem beliebigen Zeitpunkt klinisch zytogenes Ansprechen, von denen 144 (54 Prozent der auswertbaren CP-CML-Patienten) ein vollständiges zytogenes Ansprechen (CCyR) erzielten. Eine weitere Vertiefung des Ansprechens wurde erreicht, wobei 108 (40 Prozent) Patienten ein klinisch molekulares Ansprechen (MMR) und 64 (24 Prozent) ein molekulares Ansprechen 4,5 (MR4,5) erreichten.
  • Unter den CP-CML-Patienten wurden 82 Prozent bzw. 59 Prozent derjenigen, die ein signifikantes zytogenes Ansprechen (MCyR) von 12 Monaten bzw. MMR zu einem beliebigen Zeitpunkt erreichten, auf der Basis von Kaplan-Meier-Methoden auf fünf Jahre geschätzt.
  • Die von CP-CML-Patienten in PACE erzielten Ansprechraten korrelierten mit den Langzeitergebnissen – mit geschätzter progressionsfreier Überlebensrate (PFS) / Gesamtüberlebensrate (OS) von 53 Prozent / 73 Prozent insgesamt und mit vergleichbaren Raten in den Resistenz- / Unverträglichkeits- und T315I-Kohorten.

Nebenwirkungen

Im Oktober 2013 wurden Dosisreduktionen durchgeführt, um das Risiko von vaskulären okklusiven Ereignissen (VOE), einschließlich arterieller okklusiver Ereignisse (AOE), zu verringern.

Eine frühere Post-Hoc-Analyse der PACE-Daten ergab, dass AOE dosisabhängig sein können, wobei jede Verringerung der durchschnittlichen täglichen Dosisintensität um 15 mg zu einer Verringerung des AOE-Risikos um etwa 33 Prozent führen dürfte, schreiben die Autoren.

Unter den PACE CP-CML-Patienten, die seit Oktober 2013 in MCyR oder MMR waren und deren Dosis reduziert wurde (einschließlich derjenigen, deren Dosis auf 15 mg pro Tag reduziert wurde), hielten ≥ 5 Prozent ihr Ansprechen 40 Monate nach der präventiven Dosisreduktion aufrecht.

Iclusig enthält eine Verpackungswarnung für arterielle Verschlüsse, venöse Thromboembolien, Herzinsuffizienz und Hepatotoxizität.

  • Einzelne schwere Nebenwirkungen (AE), die von ≥ 5 Prozent der CP-CML-Patienten berichtet wurden, waren Pankreatitis (7 Prozent), Vorhofflimmern (6 Prozent), Lungenentzündung (6 Prozent) und Angina pectoris (5 Prozent).
  • In der Gesamtpopulation wurden von ≥ 5 Prozent der Patienten (ohne Fortschreiten der Erkrankung) Lungenentzündung (7 Prozent) und Pankreatitis (6 Prozent), von 4 Prozent bzw. 3 Prozent der Patienten Vorhofflimmern bzw. Angina pectoris berichtet.
  • Die häufigsten Nebenwirkungen (TEAE) bei CP-CML-Patienten (mit einer Häufigkeit von ≥ 40 Prozent) waren Ausschlag (47 Prozent), Bauchschmerzen (46 Prozent), Thrombozytopenie (46 Prozent), Kopfschmerzen (43 Prozent), trockene Haut (42 Prozent) und Verstopfung (41 Prozent).
  • Die häufigsten Grad 3/4 TEAE bei CP-CML-Patienten (mit der Häufigkeit ≥ 10 % [n≥27]) waren Thrombozytopenie (35 Prozent), Neutropenie (17 Prozent), Bluthochdruck (14 Prozent), erhöhte Lipase (13 Prozent), Bauchschmerzen (10 Prozent) und Anämie (10 Prozent).
  • Die kumulativen Inzidenzen von AOE, einschließlich kardiovaskulärer, zerebrovaskulärer und peripherer vaskulärer Ereignisse, nahmen mit der Zeit weiter zu; 31 Prozent der CP-CML-Patienten und 25 Prozent der Gesamtpopulation berichteten über mindestens eine AOE. Die expositionsbereinigte Inzidenz neu auftretender AOE blieb während des gesamten Studienzeitraums sowohl bei CP-CML-Patienten als auch bei allen Patienten relativ konstant.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Takeda



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