Johanniskraut, Johanniskrautextrakt Nebenwirkungen

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesem Medikament

Mögliche Nebenwirkungen

Johanniskraut wird im Allgemeinen gut vertragen, mit einem Nebenwirkungsprofil ähnlich wie bei Placebos. Die häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind

  • gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Probleme),
  • Schwindel,
  • Verwirrung,
  • Müdigkeit und
  • Sedierung.

Es verringert auch das Niveau der Estrogene, wie Estradiol, durch Beschleunigung des Abbaus im Körper und sollte nicht von Frauen eingenommen werden, die die Pille nehmen, da es das CYP3A4 Zytochrom-P450-System in der Leber hochreguliert.

Lichtempfindlichkeit

Johanniskraut kann in seltenen Fällen die Lichtempfindlichkeit verstärken. Dies kann zur visuellen Empfindlichkeit gegenüber Licht und Sonnenbränden in Situationen führen, in denen diese normalerweise nicht auftreten.

Eine neuere Studie (doi:10.1562/0031-8655(2000)0720200POLCBH2.0.CO2) konnte zeigen, dass der Extrakt mit Licht reagiert, sowohl sichtbarem als auch ultraviolettem, und freie Radikale erzeugt, die die Zellen des Körpers schädigen. Diese könnten mit lebenswichtigen Proteinen in den Augen reagieren und zu Grauem Star führen.

Antioxidative Eigenschaften

Eine andere Studie ergab, dass in geringen Konzentrationen Johanniskraut die Produktion freier Radikale in zellfreien und menschlichen Gefäßgeweben hemmt und zeigte die antioxidativen Eigenschaften der Verbindung. Die gleiche Studie fand Prooxidans-Aktivität in der höchsten getesteten Konzentration [doi:10.1016/S0024-3205(01)01102-X].

Psychische Störungen

Johanniskraut ist mit erschwerenden Psychosen bei Menschen mit Schizophrenie in einer Studie verbunden worden.

Menschen mit bipolarer Störung wird die Einnahme von Johanniskraut abgeraten. Es besteht die Befürchtung, dass es zu einem höheren Risiko für Manien kommt.

Während Johanniskraut bei der Behandlung von Kindern Wirkung zeigte, ist es ratsam, es nur unter ärztlicher Kontrolle zu verabreichen.

Auch Johanniskraut hat Nebenwirkungen und kann krank machen

04.07.2015 Johanniskraut kann ähnliche unerwünschte Wirkungen wie Antidepressiva hervorrufen und es können schwerwiegende Wechselwirkungen unter Johanniskraut auftreten, wenn beide zusammen eingenommen werden laut einer in der Zeitschrift Clinical and Experimental Pharmacology and Physiology veröffentlichten australischen Studie.

Johanniskraut ist auch ein Medikament

Forscher der Universität von Adelaide verglichen die spontan berichteten Nebenwirkungen auf Johanniskraut, eine Kräuterbehandlung gegen Depression, und Fluoxetin – ein oft verschriebenes Antidepressivum. Sie stellten fest, dass die Nebenwirkungen bei beiden Arzneimitteln ähnlich waren.

Studienautorin Claire Hoban sagte, dass Johanniskraut – wie alle anderen pflanzlichen Arzneimittel – ein Medikament ist. Wichtig: Es ist ein Medikament, das ernste Nebenwirkungen haben kann, wie z.B. eine gefährliche Zunahme der Körpertemperatur und des Blutdrucks.

Der Glaube ist weitverbreitet, dass, wenn etwas natürlich und im Reformhaus ohne Verschreibung zu erwerben ist, es auch ungefährlich und sicher ist. Doch Johanniskraut und andere Kräuter und pflanzliche Arzneimittel sollten als Medikamente gesehen und Rat von qualifizierten Behandlern eingeholt werden, damit man es sicher verwendet, sagte Hoban.

“Es ist besorgniserregend, wenn man solch schwerwiegende Nebenwirkungen bei den Anwendern sieht, denn die Leute glauben, sie tun etwas – ohne großes Risiko – für ihre Gesundheit.”

Vergleich mit Fluoxetin

Die Forscher fanden 84 Berichte über unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Johanniskraut und 447 zu Fluoxetin. Die geringere Zahl der Berichte zu Johanniskraut liegt daran, dass diese Präparate weniger eingesetzt werden und die Nebenwirkungen durch pflanzliche Arzneimittel größtenteils nicht gemeldet werden, weil sie nicht als Medikamente angesehen werden, sagte Hoban.

Bei der Analyse der berichteten Nebenwirkungen von Johanniskraut stellten die Wissenschaftler fest, dass sie eine sehr große Ähnlichkeit mit denen des Antidepressivums Fluoxetin haben, z.B. traten häufiger auf:

  • Ängstlichkeit,
  • Panikattacken,
  • Schwindel,
  • Erbrechen,
  • Gedächtnisverluste und
  • Aggression,
  • weitere Nebenwirkungen.

Die Mehrheit der spontan berichteten Nebenwirkungen für Johanniskraut und Fluoxetin wurden von Frauen im Alter von 26-50 Jahren (28,6% – 22,8%) gemeldet.

Die von den Nebenwirkungen von Johanniskraut und Fluoxetin beeinflussten Organsysteme zeigen ein ähnliches Profil, wobei die Mehrzahl der Fälle das zentrale Nervensystem (45,2% – 61,7%) betreffen.

Gefahren

Koautor Dr. Ian Musgrave sagt, die wirkliche Gefahr sei, dass die Leute auf Johanniskraut ohne Rezept zugreifen können, so dass es keine Kontrolle über die Dosierung oder die Medikamente gibt, mit denen es eingenommen wird.

“Viele, die Johanniskraut nehmen, werden keine Nebenwirkungen bekommen; jedoch sollte man trotzdem Arzt und Apotheker vor der Einnahme aufsuchen”, sagte Musgrave.

Es ist wichtig, dass Ärzte und Apotheker über all die Medikamente Bescheid wissen, die ihre Patienten nehmen, nicht nur über die verschreibungspflichtigen. Denn auch pflanzliche Medikamente können ernste Reaktionen mit einigen pharmazeutischen Medikamenten haben, wie Antidepressiva, Antibabypille und einige Blutverdünner, sagte er.

“Ich würde auf Grundlage dieser Forschungsergebnisse auch gerne Warnungen vor den potentiellen Nebenwirkungen von Johanniskraut auf den Verpackungen sehen”, sagt er.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Universität Adelaide, Clinical and Experimental Pharmacology and Physiology; Juni 2015

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