Kaffeekonsum verringert das Sterblichkeitsrisiko

Studie untersuchte Zusammenhänge zwischen dem Konsum von mit Zucker gesüßtem, künstlich gesüßtem und ungesüßtem Kaffee und der allgemeinen und ursachenspezifischen Sterblichkeit

31.05.2022 Erwachsene, die mäßige Mengen (1,5 bis 3,5 Tassen pro Tag) ungesüßten oder mit Zucker gesüßten Kaffee tranken, starben im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern während einer siebenjährigen Nachbeobachtungszeit weniger wahrscheinlich laut einer in Annals of Internal Medicine veröffentlichten Studie. Die Ergebnisse für Kaffeetrinker, die künstliche Süßstoffe verwendeten, waren weniger eindeutig.

Frühere Studien, in denen die gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffee untersucht wurden, haben ergeben, dass der Kaffeekonsum mit einem geringeren Sterberisiko verbunden ist, wobei jedoch nicht zwischen ungesüßtem Kaffee und Kaffee mit Zucker oder künstlichen Süßungsmitteln unterschieden wurde.

Die Studie

Forscher der Southern Medical University in Guangzhou, China, verwendeten Daten aus dem Fragebogen zum Gesundheitsverhalten der britischen Biobank-Studie, um den Zusammenhang zwischen dem Konsum von zuckergesüßtem, künstlich gesüßtem und ungesüßtem Kaffee und der Gesamtmortalität sowie der ursachenspezifischen Mortalität zu untersuchen.

Mehr als 171.000 Teilnehmer aus Großbritannien, bei denen keine Herz- oder Krebserkrankung bekannt war, beantworteten mehrere Fragen zum Ernährungs- und Gesundheitsverhalten, um ihre Kaffeekonsumgewohnheiten zu ermitteln.

  • Danach hatten die Teilnehmer, die eine beliebige Menge an ungesüßtem Kaffee tranken, während der 7-jährigen Nachbeobachtungszeit ein um 16 bis 21 % geringeres Sterberisiko als Teilnehmer, die keinen Kaffee tranken.
  • Teilnehmer, die täglich 1,5 bis 3,5 Tassen mit Zucker gesüßten Kaffee tranken, hatten ein um 29 bis 31 % geringeres Sterberisiko als Personen, die keinen Kaffee tranken.
  • Erwachsene, die mit Zucker gesüßten Kaffee tranken, nahmen im Durchschnitt nur etwa 1 Teelöffel Zucker pro Tasse Kaffee zu sich.
  • Die Ergebnisse für Teilnehmer, die künstliche Süßstoffe in ihrem Kaffee verwendeten, waren nicht schlüssig.
  • Die Verbindung von Kaffeekonsum mit der Sterblichkeit durch Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stimmte weitgehend mit dem Zusammenhang mit der Gesamtsterblichkeit überein.
  • U-förmige Zusammenhänge wurden auch für löslichen, gemahlenen und entkoffeinierten Kaffee beobachtet.

In einem begleitenden Leitartikel der Redakteure der Annals of Internal Medicine wird darauf hingewiesen, dass Kaffee zwar Eigenschaften besitzt, die einen gesundheitlichen Nutzen ermöglichen könnten, dass aber Störvariablen, einschließlich schwieriger zu messender Unterschiede im sozioökonomischen Status, in der Ernährung und anderen Lebensstilfaktoren, die Ergebnisse beeinflussen können.

Empfehlung

Die Autoren fügen hinzu, dass die Daten der Teilnehmer mindestens 10 Jahre alt sind und in einem Land erhoben wurden, in dem Tee ein ähnlich beliebtes Getränk ist. Sie geben zu bedenken, dass die in dieser Analyse erfasste durchschnittliche tägliche Zuckermenge pro Tasse Kaffee viel niedriger ist als bei den Spezialitätengetränken in beliebten Restaurantketten, und dass viele Kaffeekonsumenten ihn möglicherweise anstelle anderer Getränke trinken, was einen Vergleich mit Nichttrinkern erschwert.

Auf der Grundlage dieser Daten können Ärzte ihren Patienten sagen, dass es für die meisten Kaffeetrinker keinen Grund gibt, das Getränk aus ihrer Ernährung zu streichen, dass sie aber bei kalorienreicheren Kaffeespezialitäten vorsichtig sein sollten.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Annals of Internal Medicine (2022). DOI: 10.7326/M21-2977

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