Ketamin im Gehirn

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesem Medikament

Wo im Gehirn wirkt Ketamin?

12.06.2015 Ein Forscherteam der Yale Universität hat festgestellt, dass eine Region des präfrontalen Cortex – infralimbischer präfrontaler Cortex (IL-PFC) genannt – der Teil des Gehirns zu sein scheint, der auf Ketamin mit einer Linderung der Depressionssymptome reagiert.

IL-PFC

Trotz des großen Bekannheitsgrades ist die Wirkweise im Gehirn noch nicht gut erforscht.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich in dieser Studie auf seine Wirkung auf den IL-PFC, eine Region des Gehirns, das mit den emotionalen Reaktionen verbunden ist.

Um besser zu verstehen, was geschieht, wenn Ketamin ins Gehirn gelangt, beobachteten die Forscher die neuralen und Verhaltensaktivitäten, während der Wirkstoff indirekt (über das Blut) und direkt in ein Rattengehirn eingebracht wurde.

Sie stellten fest, dass eine Deaktivierung der neuralen Aktivität im IL-PFC vor der Verabreichung des Medikaments einen Stopp der systemischen Wirkungen verursachte, und die direkte Injektion in den IL-PFC bewirkte die systemischen Effekte, was nahelegt, dass der IL-PFC die Region des Gehirns ist, die am stärksten von Ketamin betroffen ist.

Das Team fand auch heraus, dass, wenn dieselbe Region optogenetisch (Kontrolle von genetisch modifizierten Zellen mittels Licht) stimuliert wird, es zu denselben systemischen Effekten kam, als ob Ketamin injiziert worden wäre.

Langfristige bzw. dauerhafte Wirkung?

Außerdem stellten die Forscher fest, dass der Einsatz von Ketamin eine Zunahme der Synapsenzahl im IL-PFC verursachte. Dies weist daraufhin, dass das Medikament eine langfristige oder sogar dauerhafte Wirkung auf das Gehirn hat.

Zusammengefasst zeigen die Befunde, dass Ketamin-Alternativen zur Behandlung von Depression gefunden werden könnten, die die schädlichen Nebenwirkungen nicht haben. Das Team beabsichtigt, ihre Forschung fortzusetzen, um besser zu verstehen, wie Ketamin die beobachteten Veränderungen der neuralen Aktivität im IL-PFC verursacht.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Yale Universität, PNAS; Juni 2015

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