Ketamin gegen Suizid

Ketamin als kurzfristige Prophylaxe gegen Suizid

28.03.2013 Forscher der Universität von Alabama in Birmingham (UAB) in den USA nehmen an, dass Ketamin (ein Anästhesiemedikament seit den 1970ern im Gebrauch) ein wertvolles Hilfsmittel bei der Behandlung von schwerer Depression und der Reduktion suizidalen Verhaltens sein könnte.

Ketamin bei suizidalen Patienten

In einer Studie wurde Ketamin bei suizidalen Patienten in der UAB Krankenhausnotfallstation verabreicht.

Es scheint immer mehr Belege dafür zu geben, dass niedrigere Dosen von Ketamin suizidale Gefühle reduzieren und Symptome schwerer Depression in kurzer Zeit vermindern kann, sagt Dr. Richard Shelton, Professor in der Abteilung für Psychiatrie und Verhaltensneurobiologie, und leitender Forscher der Studie.

Antidepressive Wirkung bereits nach 15 Minuten

In der Untersuchung wurden Patienten mit suizidalen Gedanken Ketamin über Infusion verabreicht, was etwa fünf Minuten dauert. „Wir haben eine Verminderung bei den Depressions- und Suizidtests manchmal innerhalb von 15 Minuten nach der Verabreichung des Medikaments gesehen“, sagten die Forscher.

Die meistens bei Depression und Suizid eingesetzten Antidepressiva brauchen Wochen bis Monate bis sie beginnen, positive Wirkungen zu zeigen. Wenn ein Patient akut suizidgefährdet ist, haben wir nicht so viel Zeit, schreiben sie.

Die Forscher sagten, dass die zur Ketamin-Studie zugelassenen Patienten aus der psychiatrischen stationären Abteilung kamen. „Wir versuchen gerade festzustellen, wie schnell das Medikament positive Effekte hervorbringt, und wie lange dieses Ergebnis anhält“.

Nebenwirkungen

Ketamin hat, wenn es für die Anästhesie eingesetzt wird, einige mögliche Nebenwirkungen, wie z.B. Halluzinationen und psychotische Symptome. Die Forscher sagen, dass die in der Suizid- und Depressionsstudie verwendete Dosis viel niedriger gewesen sei, und während eines längeren Zeitraums verabreicht wurde.

© arznei-news.de – Quellenangabe: University of Alabama at Birmingham, März 2013

Ketamin verringert schnell und wirksam Suizidgedanken

17.12.2017 Das Arylcyclohexylamin Ketamin reduzierte deutlich effektiver als ein häufig verwendetes Beruhigungsmittel – und schnell (innerhalb von Stunden) – die Suizidgedanken bei depressiven Patienten laut einer im American Journal of Psychiatry veröffentlichten Studie.

Dr. Michael Grunebaum vom Columbia University Medical Center und Kollegen verabreichten 80 depressiven Erwachsenen mit klinisch signifikanten Selbstmordgedanken entweder eine Infusion niedrig dosierten Ketamins oder das Beruhigungsmittel Midazolam.

Länger anhaltende Wirkung

Innerhalb von 24 Stunden konnte in der Ketamin-Gruppe eine klinisch signifikante Reduktion der Suizidgedanken festgestellt werden, und der Effekt war größer als in der Midazolam-Gruppe.

Die Verbesserung bei suizidalen Gedanken und Depressionen in der Ketamin-Gruppe schien bis zu sechs Wochen lang anzuhalten.

Die mit Ketamin behandelten Patienten zeigten auch eine größere Verbesserung bei der allgemeinen Stimmung, Depressionen und Erschöpfung im Vergleich zur Midazolam-Gruppe. Die Wirkung des Arylcyclohexylamins auf die Depressivität machte nur etwa ein Drittel von dessen Wirkung auf die Suizidalität aus, was darauf hindeutet, dass die Behandlung eine spezifische antisuizidale Wirkung hat.

Die Nebenwirkungen, vor allem Dissoziation und ein Anstieg des Blutdrucks während der Infusion, waren leicht bis moderat und verschwanden in der Regel innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Einnahme von Ketamin.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Columbia University; American Journal of Psychiatry – DOI: 10.1176/appi.ajp.2017.17060647; Dez. 2017





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