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Ketamin wirksam gegen Kokainsucht?

Neuausrichtung von Ketamin zur Behandlung von Kokainkonsumstörungen: Integration von auf künstlicher Intelligenz basierender Vorhersage, Expertenbewertung, klinischer Bestätigung und Analysen des Wirkmechanismus

Ketamin wirksam gegen Kokainsucht?

21.02.2023 Ketamin, ein kleines synthetisches organisches Molekül, das klinisch als Narkosemittel und zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird, konnte mit einer signifikanten Verbesserung der Remission bei Menschen mit Kokainkonsumstörungen (auch Kokainsucht oder Kokainabhängigkeit genannt) in Verbindung gebracht laut einer Studie der Case Western Reserve University.

Jahrzehntelange Forschungsarbeiten haben ergeben, dass die vorhandenen Medikamente wie Antidepressiva oder Stimulanzien keine nennenswerte Wirkung bei der Behandlung von Kokainsucht haben, während andere Untersuchungen so kleine Patientenstichproben umfassen, dass man noch Jahre von sicheren Schlussfolgerungen entfernt ist. Therapeutische Interventionen haben positive Ergebnisse gebracht, aber Hindernisse wie Kosten, Personal und Stigmatisierung schränken die breite Anwendung erheblich ein.

Durch die Entwicklung neuartiger KI-basierter Algorithmen zur Entdeckung von Arzneimitteln, mit denen vielversprechende Kandidaten aus allen von der FDA zugelassenen Arzneimitteln identifiziert werden können, und die Überprüfung der besten Arzneimittelkandidaten durch Expertengremien von Suchtexperten wie T. John Winhusen von der University of Cincinnati kamen Studienautorin Rong Xu und ihre Kollegen zu dem Schluss, dass Ketamin das größte Potenzial für nützliche Erkenntnisse besitzt.

Sie untersuchten die potenzielle klinische Wirksamkeit von Ketamin im Hinblick auf die Verbesserung der Remissionsraten bei Kokainsüchtigen, indem sie mehrere Millionen elektronische Gesundheitsdaten analysierten. Sie fanden heraus, dass Patienten mit Kokainkonsum, denen Ketamin zur Behandlung von Schmerzen oder Depressionen verabreicht wurde, zwei- bis viermal höhere Remissionsraten aufwiesen.

In einigen früheren Studien wurde zwar eine erhöhte Wirksamkeit von Ketamin bei der Behandlung von Kokainabhängigkeit festgestellt, doch waren die beteiligten Gruppen weitgehend homogen. Die Case Western Reserve-Studie umfasste nicht nur eine größere Vielfalt an Teilnehmern nach Rasse und Geschlecht, sondern auch solche, die an zusätzlichen medizinischen und psychiatrischen Erkrankungen litten.

Obwohl diese Studie die Argumente für den Einsatz von Ketamin bei der Behandlung von Kokainkonsumstörungen erheblich stärkt, betonen die Forscher, dass weitere klinische Studien erforderlich sind, um die potenziellen Auswirkungen von Ketamin gründlicher zu bewerten.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Addiction DOI: 10.1111/add.16168

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