Kombination zweier MS-Medikamente vermindert nicht Rückfall-Risiko

Immunmodulatoren – Immunstimulantien

Eine Kombination aus Beta-Interferon und Glatirameracetat Therapie liefert keinen klinischen Nutzen für Patienten mit multipler Sklerose (MS), nach einer am 11. März online im Annals of Neurology herausgegebenen Studie.

Kombination oder Wirkstoffe allein

Fred D. Lublin, M.D. von der Icahn School of Medicine, Mount Sinai, New York City, USA, und Kollegen teilten 1.008 Patienten mit schubförmig remittierender multipler Sklerose zufällig Gruppen zu, die entweder

  • wöchentlich intramuskulär Beta-Interferon 30 µg und pro Tag 20 mg Glatirameracetat erhielt oder
  • Gruppen, in denen die Teilnehmer nur einen Wirkstoff allein erhielten.

Die Teilnehmer wurden drei Jahre beobachtet.

Beta-Interferon + Glatirameracetat kein zusätzlicher Nutzen insgesamt

Die Forscher stellten fest, dass die Kombination Beta-Interferon + Glatirameracetat beim Rückfall-Risiko Glatirameracetat nicht überlegen war, aber Kombinationstherapie und Glatirameracetat schnitten bedeutend besser ab als Beta-Interferon beim Reduzieren des Risikos von Rückfällen.

Progression der Multiplen Sklerose

Nervenzelle

Nervenzelle

Über 36 Monate schnitt die Kombination hinsichtlich der Progression, gemessen mit der Expanded Disability Status Scale, oder Änderung, gemessen mit Multiple Sclerosis Functional Composite, nicht besser ab als jeder Wirkstoff allein.

Jedoch war die Kombination bei der Reduzierung neuer Läsionsaktivität und der Akkumulation totaler Läsionen den Wirkstoffen allein überlegen. Die Kombinationstherapie resultierte in einem höheren Anteil an Teilnehmern, die einen aktivitätsfreien Status der Krankheit erhielt, im Vergleich zu den Teilnehmern mit nur einem Wirkstoff.

„Die Kombination der zwei am häufigsten verschriebenen Medikamente für multiple Sklerose produzierte über drei Jahre keinen bedeutsamen klinischen Nutzen“, schreiben die Autoren.

Mehrere Autoren offenbarten finanzielle Verbindungen zur Pharmaindustrie.

© arznei-news.de – Quelle: Annals of Neurology, März 2013



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