Letermovir (Prevymis)

Cytomegalovirus-Infektion: Ph3-Resultate

22.10.2016 Eine klinische Phase-3-Studie zur Bewertung von Letermovir (Markenname Prevymis) zur Prävention einer Cytomegalievirus-Infektion (CMV) bei Hochrisiko-Patienten mit Knochenmarktransplantation erreichte ihren primären Endpunkt.

letermovirIn der Studie bekamen 540 Probanden das Medikament entweder einmal täglich über eine Tablette oder eine intravenöse Formulierung.

Die Therapie begann am selben Tag der allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation bzw. nicht später als 28 Tage nach der Transplantation und dauerte etwa 100 Tage an.

Der primäre Endpunkt war der Anteil der Teilnehmer mit klinisch signifikanter CMV-Infektion über 24 Wochen nach der Transplantation.

Merck plant, die Ergebnisse der Studie auf einer künftigen wissenschaftlichen Konferenz vorzustellen.

Letermovir hemmt die virale Replikation durch Targeting des viralen Terminase-Komplex. Es hat Orphan Drug Status in den USA, Europa und Japan.

Die US Food and Drug Administration gewährte dem Medikament auch Fast-Track-Status.
© arznei-news.de – Quelle: Merck & Co., Inc., Merck Sharp & Dohme (MSD), Okt. 2016

FDA-Zulassung für Prevymis zur Vorbeugung von CMV-Infektion u. Erkrankung bei adulten allogenen Stammzelltransplantations-Patienten

10.11.2017 Merck Sharp & Dohme hat bekanntgegeben, dass die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) Prevymis (Wirkstoff Letermovir) – einmal täglich oral einzunehmende Filmtabletten (240 mg und 480 mg) und intravenöse Injektionen – zugelassen hat.

Das Medikament ist indiziert zur Prophylaxe (Prävention) von Cytomegalovirus (CMV) Infektionen und Erkrankungen bei erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern [R+] eines allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantats (HSCT).

In der zentralen klinischen Phase-3-Studie zur Unterstützung der Zulassung entwickelten signifikant weniger Patienten in der Prevymis-Gruppe (38%, n=122/325) als in der Placebogruppe (61%, n=103/170) klinisch signifikante CMV-Infektionen, stellten die Behandlung ein oder hatten fehlende Daten in Woche 24 post-HSCT. Die Gesamtmortalität bei Patienten in der Wirkstoffgruppe war niedriger als in der Placebo-Gruppe 12% bzw. 17% in Woche 24 nach der Transplantation.

In dieser Studie war die Inzidenz der Knochenmarksuppression in der Prevymis-Gruppe vergleichbar mit der Placebogruppe. Die mediane Zeit zur Implantation betrug 19 Tage bzw. 18 Tage in der Placebogruppe.

Kontraindikation

Letermovir ist kontraindiziert bei mit Pimozid- oder Ergotalkaloiden behandelten Patienten. Erhöhte Pimozidkonzentrationen können zu einer QT-Verlängerung und Torsades de pointes führen. Erhöhte Ergotalkaloidkonzentrationen können zu Ergotismus führen.

Weiterhin ist es kontraindiziert bei Behandlung mit Pitavastatin und Simvastatin, wenn es zusammen mit Cyclosporin verabreicht wird. Signifikant erhöhte Pitavastatin- oder Simvastatinkonzentrationen können zu Myopathie oder Rhabdomyolyse führen.

Nebenwirkungen

Die kardiale Rate unerwünschter Nebenwirkungen (unabhängig von der untersuchten Kausalität) war bei Patienten, die Letermovir erhielten, höher als bei Placebo (13% vs. 6%). Die häufigsten Nebenwirkungen für das Herz waren Tachykardie (berichtet von 4% der Patienten bzw. 2% der Placebo-Patienten) und Vorhofflimmern (3% bzw. 1%). Diese unerwünschten Ereignisse wurden als leicht oder mittelschwer beschrieben.

Die Rate der unerwünschten Ereignisse, die bei mindestens 10% der mit PREVYMIS behandelten HSCT-Empfänger auftraten und bei mindestens 2% mehr als bei Placebo auftraten, waren Übelkeit (27% vs. 23%), Durchfall (26% vs. 24%), Erbrechen (19% vs. 14%), peripheres Ödem (14% vs. 9%), Husten (14% vs. 10%), Kopfschmerz (14% vs. 14%).

Die am häufigsten berichtete unerwünschte Nebenwirkung, die zur Einstellung der Studienmedikation führte, war Übelkeit (bei 2 % der Letermovir-Patienten und bei 1 % der Placebo-Patienten). Eine Überempfindlichkeitsreaktion mit einer damit verbundenen moderaten Dyspnoe trat bei einem Patienten nach der ersten Infusion von IV-Prevymis nach einem Wechsel von oralem Prevymis auf, was zu einem Abbruch der Behandlung führte.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Nov. 2017



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