Lutathera bei neuroendokrinen Tumoren

Lutathera als Erstlinienbehandlung reduzierte das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung oder des Todes bei Patienten mit fortgeschrittenen gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren signifikant um 72%

Lutathera bei neuroendokrinen Tumoren

19.01.2024 Novartis hat Daten aus der Phase-III-Studie NETTER-2 präsentiert, wonach Lutathera® (INN: Lutetium (177Lu)-Oxodotreotid / USAN: Lutetium-Lu-177-Dotat) plus Octreotid mit langwirksamer Freisetzung (LAR) das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung oder des Todes um 72% reduzierte, wenn es als Erstlinientherapie bei Patienten mit Somatostatinrezeptor-positiven (SSTR+), gut differenzierten fortgeschrittenen gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren (GEP-NET) des Grades 2/3 eingesetzt wird, im Vergleich zu hochdosiertem Octreotid-LAR allein.

In der Studie wurden keine neuen oder unerwarteten Sicherheitsbefunde beobachtet, und die Daten stimmen mit dem bereits gut etablierten Sicherheitsprofil von Lutathera überein. Die meisten Patienten (88 %) in der Lutathera-Gruppe erhielten alle vier Zyklen der Lutathera-Behandlung. Die häufigsten Nebenwirkungen aller Grade (≥20 %) im Lutathera-Arm gegenüber dem Kontrollarm waren Übelkeit (27,2 % gegenüber 17,8 %), Durchfall (25,9 % gegenüber 34,2 %) und Bauchschmerzen (17,7 % gegenüber 27,4 %), und die häufigste Nebenwirkung des Grades ≥3 (>5 %) war eine verminderte Lymphozytenzahl (5,4 % gegenüber 0 %).

Die Daten wurden auf dem 2024 American Society of Clinical Oncology (ASCO) Gastrointestinal (GI) Cancers Symposium vorgestellt.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Novartis

News zu Lutathera bei neuroendokrinen Tumoren

Studie NETTER-1: Novartis veröffentlicht Daten zum Gesamtüberleben unter Radioligand Lutathera bei Patienten mit neuroendokrinen Tumoren im Mitteldarmbereich

06.06.2021 Novartis hat Daten der abschließenden Analyse der Phase-III-Studie NETTER-1 vorgelegt, in der die Behandlung mit Lutathera® (INN: Lutetium (177Lu) Oxodotreotid / USAN: Lutetium Lu 177 dotatate) plus 30 mg Octreotid LAR bis 60 mg Octreotid LAR bei Patienten mit neuroendokrinen Tumoren des Mitteldarmbereichs verglichen wurde.

Wirksamkeit

Die zuvor berichtete primäre Analyse der Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) (HR: 0,18, p < 0,0001).

In der abschließenden Analyse des Gesamtüberlebens, einem sekundären Ziel der Studie, führte die Behandlung mit Lutathera zu einer klinisch relevanten Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens um 11,7 Monate [48,0 Monate (95%CI: 37,4-55,2) im Vergleich zum Kontrollarm (36,3 Monate (95%CI: 25,9-51,7)].

Während diese Analyse keine statistische Signifikanz erreichte (Hazard Ratio für OS (HR): 0,84 mit 95% CI: (0,60, 1,17) (p=0,30, zweiseitig)), könnten die Analysen des Gesamtüberlebens durch mehrere Faktoren beeinflusst worden sein, einschließlich des Crossovers von Patienten aus dem Kontrollarm, die eine anschließende Radioligandentherapie erhielten (36% der Patienten), sowie durch heterogene anschließende Anti-Krebs-Behandlungen in beiden Studienarmen.

Sicherheit

In der endgültigen Analyse ergaben sich keine neuen Sicherheitssignale. Diese Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung 2021 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt.

Bei dieser abschließenden Analyse ergaben sich in der Langzeitsicherheitsbeobachtung mit einem Median von 6,3 Jahren keine neuen Sicherheitssignale. In Bezug auf sekundäre hämatologische Malignome wurden in der Langzeitnachbeobachtung keine neuen Fälle von MDS oder akuter Leukämie berichtet.

Radioligandentherapie mit Lutathera

Die Radioligandentherapie kombiniert einen zielgerichteten Wirkstoff, der an von Tumoren exprimierte Rezeptoren bindet, mit einem radioaktiven Isotop und verursacht dadurch DNA-Schäden, die das Wachstum und die Replikation des Tumors hemmen und zum Zelltod führen können.

Im Fall von Lutathera bindet es an den Somatostatin-Rezeptor Typ 2, der auf bestimmten Zelltypen, wie gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumorzellen, überexprimiert wird.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Novartis.

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