Restless-Legs-Syndrom (Medikamente)

Hilfe durch Requip (Ropinirol), Levodopa, Neurontin (Gabapentin) und Lyrica (Pregabalin)?

Menschen, die unter Restless-Legs-Syndrom leiden, kann vielleicht durch die Medikamente Requip (Ropinirol), Levodopa, Neurontin (Gabapentin) und Lyrica (Pregabalin) geholfen werden laut einer neuen Metastudie.

Dopaminagonisten und Antiepileptika

Die Parkinsonmittel Requip (Wirkstoff Ropinirol) und Levodopa erhöhen das Dopaminniveau im Körper, die Antiepileptika Neurontin (Wirkstoff Gabapentin) und Lyrica (Wirkstoff Pregabalin) reduzieren die Menge des Kalziums, das die Gehirnzellen erreicht, und lösen die Produktion von anderen Chemikalien aus, die Schmerzen vermindern.

Alle vier scheinen die Symptome des Syndroms bei mehr als 60 Prozent der Patienten zu reduzieren, berichten die Forscher. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der Bewegung und Stimmung reguliert.

Die Erkrankung Restless-Legs-Syndrom

Das Restless-Legs-Syndrom gibt jemanden das Gefühl, dass ein mächtiger Drang seine oder ihre Beine zur Bewegung zwingt. Die Beine werden unruhig, wenn man sich hinlegt oder sitzt, und die Erkrankung kann den Schlaf unterbrechen und einen hohen Zoll hinsichtlich der Lebensqualität fordern, sagen die Forscher.

Requip und Levodopa

Dopamin

Dopamin Struktur

Für die Analyse überprüften sie 29 klinische Studien. Die Forscher stellten fest, dass Requip und Levodopa bei 61 Prozent der Patienten mindestens eine 50 prozentige Verbesserung bezüglich ihrer Symptome zeigte, verglichen mit 41 Prozent bei jenen, die ein inaktives Placebo nahmen.

Außerdem schliefen die Patienten mit den Dopamin Agonisten besser und berichteten von einer höheren Lebensqualität. Dopamin Agonisten wurden ursprünglich für die Behandlung von Parkinson Krankheit entwickelt.

Nebenwirkungen von Ropinirol und Levodopa

Nebenwirkungen von Ropinirol und Levodopa waren: Euphorie, Halluzinationen, Gewichtsverlust, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Müdigkeit oder Schwäche, Schwindel und Schläfrigkeit.

Neurontin und Lyrica

Neurontin und Lyrica halfen auch die Symptome bei 61 Prozent der Patienten zu lindern, verglichen mit 37 Prozent bei denjenigen, die ein Placebo nahmen.

Die häufigsten Nebenwirkungen dieser Medikamente (Gabapentin und Pregabalin) waren Erschöpfung, Schwellungen in den Beinen, Schwindel und Gewichtszunahme.

Nebenwirkungen können Nutzen überwiegen

Die Schäden durch die Medikamente können den Nutzen bei diesen Personen überwiegen, sagten die Forscher. „25 bis 50 Prozent der Patienten mit moderaten bis schwerwiegenden und langjährigen Symptomen hatten aufgehört die Medikamente zu nehmen (nach einem Jahr) aufgrund der Nebenwirkungen oder der mangelnden Wirksamkeit.

Nichtsdestotrotz können diese Medikamente bei Personen mit moderaten bis schwerwiegenden Symptomen des Restless-Legs-Syndroms einen Nutzen zumindest kurzfristig erwirken, sagten die Forscher.
© arznei-news.de – Quelle: JAMA Internal Medicine, März 2013

Durchbruch in der Behandlung des Restless-Legs-Syndroms

15.11.2018 Neue im Journal of Physiology veröffentlichte Forschungsergebnisse könnten einen Durchbruch in der Behandlung des Restless Legs Syndrom (RLS) darstellen.

RLS-Symptome

RLS ist ein häufiges Leiden des Nervensystems, das einen überwältigenden, unwiderstehlichen Drang zur Bewegung der Beine verursacht.

Die Patienten klagen über unangenehme Symptome wie Kribbeln, Brennen und schmerzhafte Krämpfe im Bein.

Mehr als 80% der Menschen mit RLS erleben, wie ihre Beine unkontrolliert zucken oder zappeln, meist nachts.

Ursachen

Bisher wurde angenommen, dass RLS durch genetische, metabolische und zentralnervöse Mechanismen verursacht wird. Erstmals zeigen die Forscher, dass nicht nur das zentrale Nervensystem, sondern auch die Nervenzellen, die auf die Muskeln selbst abzielen, verantwortlich sind.

Diese neue Forschung legt nahe, dass die unwillkürlichen Beinbewegungen bei RLS durch eine erhöhte Erregbarkeit der Nervenzellen verursacht werden, die die Muskeln im Bein versorgen, was zu einer erhöhten Anzahl von Signalen zwischen den Nervenzellen führt.

Medikamente zur Hemmung der Ionenkanäle

Die gezielte Ausrichtung darauf wie Nachrichten zwischen Nervenzellen gesendet werden, um die Anzahl der Nachrichten auf ein normales Niveau zu reduzieren, kann helfen, die Symptome von RLS zu verhindern. Dies könnte durch neue Medikamente erreicht werden, die die für die Kommunikation zwischen Nervenzellen wichtigen Ionenkanäle blockieren.

Die von Dirk Czesnik von der Universität Göttingen und Kollegen durchgeführte Forschung umfasste die Messung der Nervenerregbarkeit von motorischen Nervenzellen von Patienten mit RLS und gesunden Probanden.

Der nächste Schritt ist die Untersuchung der Wirkung verschiedener Medikamente bei Patienten und der Wirkung auf das Restless Legs Syndrom.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of Physiology (2018). DOI: 10.1113/JP275341



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