Fluconazol

Fluconazol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antimykotika und wirksam gegen pathogene Pilze.

Fluconazol erhöht nicht das Risiko von Totgeburten, neonatalen Todesfällen

15.06.2018 Der Einsatz von Fluconazol in der Schwangerschaft scheint nicht mit einem erheblich erhöhten Risiko für eine Totgeburt oder neonatalen Tod verbunden zu sein laut einer in der Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association veröffentlichten Studie.

Dr. Björn Pasternak vom Karolinska Institutet in Stockholm und Kollegen untersuchten, ob der Einsatz von Fluconazol während der Schwangerschaft mit Totgeburt oder neonatalen Tod verbunden ist.

Die Autoren analysierten landesweite Registerdaten, um alle Schwangerschaften mit Lebendgeburten und Totgeburten in Schweden und Norwegen zu erfassen. Insgesamt wurden 10.669 exponierte bzw. 106.690 nicht exponierte Schwangerschaften aus einer Kohorte von 1.485.316 Schwangerschaften in der Vergleichsanalyse der Totgeburten ausgewertet, und 10.640 exponierte bzw. 106.387 nicht exponierte Schwangerschaften wurden in die Vergleichsanalyse zum neonatalen Tod einbezogen.

Die Forscher fanden heraus, dass es 2,7 bzw. 3,6 Totgeburten pro 1.000 exponierte bzw. nicht exponierte Schwangerschaften gab (Hazard Ratio, 0,76) und 1,2 bzw. 1,7 neonatale Todesfälle pro 1.000 exponierte bzw. nicht exponierte Schwangerschaften (Risiko-Verhältnis 0,73). Ähnliche Ergebnisse wurden für Dosen von 300 mg oder weniger und mehr als 300 mg beobachtet.

Obwohl die Daten über die Verwendung von Fluconazol in der Schwangerschaft kein erhöhtes Risiko einer Totgeburt vermuten lassen, sollten zusätzliche Studien durchgeführt und der gemeinsame Datenbestand von den Arzneimittelbehörden überprüft werden, bevor Empfehlungen für die klinische Entscheidungsfindung gegeben werden, und gegen den Nutzen der Therapie abgewogen werden, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA. 2018;319(22):2333-2335. doi:10.1001/jama.2018.6237

Orales Antimykotikum zur Behandlung von Hefeinfektionen zeigt Zusammenhang mit höherer Rate an Fehlgeburten

19.02.2019 Das häufig verwendete Medikament Fluconazol, das zur Behandlung von Vaginalhefe-Infektionen verwendet wird, ist mit einer höheren Rate für Fehlgeburten verbunden, wenn es während der Schwangerschaft eingesetzt wird laut einer im Canadian Medical Association Journal veröffentlichten Studie.

Während topische Behandlungen bei Schwangeren mit Pilzinfektionen zuerst eingesetzt werden, wird orales Fluconazol oft während der Schwangerschaft verordnet.

Die Forscher um Anick Bérard von der Universität Montreal analysierten die Daten von 441.949 Schwangerschaften aus der Schwangerschaftskohorte von Quebec zwischen 1998 und 2015 und verknüpften sie mit ausgefüllten Rezepten, die in der Datenbank der Quebec Prescription Drug Insurance aufgeführt sind. Sie fanden heraus, dass die Einnahme von oralem Fluconazol mit negativen Ergebnissen verbunden war.

Die Studie zeigt, dass die Einnahme einer beliebigen Dosis oralen Fluconazols während der Schwangerschaft mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt verbunden sein könnte, sagte Bérard. Eine höhere Dosis Fluconazol von über 150 mg in der frühen Schwangerschaft kann mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ein Neugeborenes mit einem Herzfehler verbunden sein.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Canadian Medical Association Journal – DOI: https://doi.org/10.1503/cmaj.180963



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