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Entzündliche Darmerkrankungen durch Medikamente?

Medikamenten-übergreifende Studie: Untersuchung der Medikamenteneinnahme 10 Jahre vor der Diagnose einer entzündlichen Darmerkrankung

Entzündliche Darmerkrankungen durch Medikamente?

20.01.2024 Laut einer im American Journal of Gastroenterology veröffentlichten Studie weisen Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) bereits Jahre vor der Diagnose einen erhöhten Verbrauch an verschreibungspflichtigen Medikamenten auf.

Dr. Linéa Bonfils von der Universität Aalborg in Kopenhagen, Dänemark, und Kollegen verglichen die Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten bei Personen mit und ohne entzündliche Darmerkrankungen in einem Zeitraum von 10 Jahren vor der Diagnose. Die Analyse umfasste 29.219 Personen, bei denen zwischen 2005 und 2018 in Dänemark CED diagnostiziert wurde, und 292.190 Personen ohne chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.

  • Die Forscher fanden heraus, dass die CED-Gruppe vor der CED-Diagnose durchgängig mehr verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen hatte als die Kontrollgruppe.
  • Bei 12 von 14 anatomisch-therapeutisch-chemischen Hauptgruppen von Medikamenten war der Anteil der Anwender in der CED-Population 10 Jahre vor der Diagnose um das 1,1- bis 1,8-fache höher.
  • Die Ergebnisse waren in Bezug auf Alter, Geschlecht und IBD-Subtypen konsistent, waren aber bei Morbus Crohn (CD) am stärksten ausgeprägt.
  • Die CED-Population verzeichnete zwei Jahre vor der Diagnose einen steilen Anstieg der Medikamenteneinnahme für mehrere Organsysteme.
  • In der Morbus-Crohn-Population wurden 10 Jahre vor der Diagnose 2,7-mal mehr Immunsuppressiva, 2,3-mal mehr Antianämika und 1,9-mal mehr Analgetika und Psychopharmaka eingenommen als in der Vergleichsgruppe.

„Unsere Ergebnisse zeigen einen allgemein erhöhten Medikamentenkonsum Jahre vor der Diagnose von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, insbesondere Morbus Crohn, und weisen auf eine Multiorganbeteiligung bei CED hin“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: The American Journal of Gastroenterology 118(12):p 2220-2229, December 2023. | DOI: 10.14309/ajg.0000000000002399

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