Medikamentenmissbrauch an Kindern

Arzneimittelmissbrauch: Das Betäuben von Kindern ist Kindesmisshandlung

Neue Form der Kindesmisshandlung

Es ist traurig: Kindesmisshandlung betrifft im Jahr fast eine Million Kinder allein in den Vereinigten Staaten.

Laut der American Academy of Pediatrics und dem U.S. Department of Health and Human Services kann Kindesmisshandlung in vier Kategorien eingeteilt werden: Vernachlässigung, physischer Missbrauch, Schändung und emotionaler Missbrauch.

Keine dieser Kategorien schließt jedoch eindeutig die missbrauchende Verwendung von Medikamenten bei Kindern ein.

Eine im Journal of Pediatrics veröffentlichte Studie untersuchte die bewusste, arglistige Verwendung von Medikamenten und versuchte, Licht in dieses noch wenig beachtete Problem zu bringen.

Dr. Shan Yin von der Universität von Colorado und dem Rocky Mountain Poison Drug Center der Denver Health überprüfte Fälle von pharmazeutischen Missbrauch, die dem National Poison Data System zwischen 2000 und 2008 gemeldet wurden.

Dr. Yin schloss Berichte über die böswillige Verwendung von Alkohol, Schmerzmitteln, Husten- und Grippemedikamenten, Beruhigungsmitteln, Schlaftabletten und Antipsychotika ein.

Von den mehr als 1.400 untersuchten Fällen führten fast 14 Prozent zu mittelschweren bis schweren Folgen und sogar zum Tod. Fast die Hälfte der so misshandelten Kinder waren mindestens einem Beruhigungsmittel ausgesetzt worden. Durchschnittlich 160 Fälle einschließlich zweier Todesfälle wurden im Jahr gemeldet.

Motive

Motive und juristische Befunde waren für diese besonderen Fälle nicht verfügbar; jedoch im Allgemeinen variierten die Motive zum missbrauchenden Gebrauch von Medikamenten und können Bestrafung, Vergnügen oder den Wunsch nach einer Pause von der Verantwortung der Kinderbetreuung einschliessen.

Diese Studie erläutert den Ernst des missbräuchlichen Gebrauchs von an Kinder verabreichten Medikamenten, schreiben die Autoren.

Laut Dr. Yin sollte die arglistige Verabreichung von Pharmaka als eine schwere Form der Kindesmisshandlung betrachtet werden.

Er ermutigt Kinderärzte und medizinisches Notfallpersonal nach dieser Form der Misshandlung Ausschau zu halten, und schlägt die Verwendung umfassender Medikamentenscreenings während der Untersuchung eines Kindes vor, wenn vermutet werden kann, dass es das Opfer eines Medikamentenmissbrauchs ist.

Dr. Yin warnt Eltern, dass die nicht-therapeutische Verwendung von Medikamenten bei Kindern zu schwerwiegenden Folgen – und auch zum Tod des Kindes – führen kann.

Quelle: Journal of Pediatrics, Juli 2010





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

Schreiben Sie uns über Ihre Erfahrungen mit diesem Medikament. Aus Lesbarkeitsgründen bitte Komma, Punkt und Absatz setzen (keine persönlichen Angaben - wie Name, Anschrift etc).

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren