Haloperidol (Haldol) bei Demenz

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu diesem Medikament

Erhöhte Sterblichkeit durch Haloperidol bei Demenz

Verglichen mit anderen neuroleptischen / antipsychotischen Psychopharmaka erhöht Haldol (Haloperidol) das Sterblichkeitsrisiko bei älteren Patienten mit Demenz, berichtet eine neue Studie. Haloperidol ist ein hochpotentes Neuroleptikum und wird u.a. zur Behandlung bei akuten Erregungszustände und Schizophrenie-Symptomen verabreicht.

Die Studie wurde online am 23. Februar im British Medical Journal herausgegeben.

Bestimmte Neuroleptika erhöhen Sterblichkeit bei Demenz-Kranken

Im Jahr 2005 warnte die U.S. Food and Drug Administration, dass bestimmte antipsychotische Medikamente mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko bei älteren Patienten mit Demenz verbunden sind. Diese Warnung wurde ausgedehnt auf konventionelle Neuroleptika im Jahre 2008 laut einer Zeitschriftenpressemitteilung.

Die Autoren der neuen Studie sagten, dass trotz der FDA Warnung, die Verwendung von antipsychotischen Psychopharmaka für diese Patienten wahrscheinlich wachsen wird. Laut den Harvard Medical School Forschern geschieht dies, weil es eine wachsende Anzahl von älteren Patienten mit Demenz gibt, die eine Behandlung benötigen.

Dr. Gisele Wolf-Klein, Directorin der geriatrischen Ausbildung des North Shore-LIJ Health System in New Hyde Park, N.Y. stimmt darin überein und bemerkt, dass die Sicherheit bei der Verwendung von Antipsychotika „Vorsorgeuntersuchungsärzte, Geriater, Neurologen und Psychiater in eine Verlegenheit bringen, wenn sie versuchen, auf die für die Pflege (zu Hause) Verantwortlichen zu reagieren, wenn diese vor unkontrollierbaren Verhaltensweisen zu Hause stehen. Diskussionen mit den Familienmitgliedern über die Risiken und Nutzen von atypischen Neuroleptika schaffen zusätzlichen Stress und Belastung in einer schon schwierigen Situation.“

In der Studie überprüfte die Harvard Gruppe Daten von 2001-2005 von mehr als 75.000 Pflegeheimbewohnern, 65 jährig und älter, in Einrichtungen aus 45 Staaten. Sie versuchten, das Sterblichkeitsrisiko, das mit oft verwendeten antipsychotischen Psychopharmaka wie Aripiprazol, Haloperidol (Handelsname Haldol), Olanzapin, Quetiapin, Risperidon und Ziprasidon einhergeht, zu beurteilen.

Während der sechs Monate, die diese Studie dauerte, starben über 6.600 Pflegeheim-Bewohner an Ursachen, die mit Krebs nicht zusammenhängend waren. Mit Haldol behandelte Patienten hatten ein doppelt so hohes Sterblichkeitsrisiko wie jene, die Risperidon einnahmen, während Teilnehmer, die Quetiapin (Seroquel) einnahmen, ein niedrigeres Sterblichkeitsrisiko hatten.

Die Forscher stellten fest, dass die Wirkung von Haldol am stärksten in den ersten 40 Tagen der Behandlung war, und dass dies sich nicht änderte, nachdem die Dosen eingestellt (adjustiert) wurden. Kreislaufstörungen waren bei 49 Prozent die Ursache für den Tod, Atemstörungen bei 15 Prozent und Gehirnstörungen bei 10 Prozent.

© arznei-news.de – Quelle: British Medical Journal. März 2012

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