Medizinisches Cannabis – Schlafapnoe-Syndrom

Medizinisches Cannabis nicht empfohlen für Schlafapnoe

22.04.2018 Medizinisches Cannabis und/oder seine synthetischen Extrakte sollten nicht zur Behandlung von Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) verwendet werden, so eine Stellungnahme der American Academy of Sleep Medicine, die in Journal of Clinical Sleep Medicine veröffentlicht wurde.

Dr. Kannan Ramar von der Mayo Clinic in Rochester, USA und Kollegen legen nahe, dass es nur begrenzte Belege für einen Nutzen des synthetischen medizinischen Cannabisextrakts Dronabinol bei OSA gibt.

Nebenwirkungen in Dronabinol-Behandlung

Die Forscher schreiben, dass bei den meisten Patienten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Dronabinol-Behandlung, einschließlich Somnolenz, berichtet wurden, während langfristige Auswirkungen auf die Schlafqualität, Sicherheit und Verträglichkeit unbekannt sind.

Dronabinol wurde von der US Food and Drug Administration nicht zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe zugelassen; medizinisches Cannabis und andere synthetische Extrakte wurden nicht zur Behandlung von OSA geprüft.

Unzuverlässigkeit und fehlende Nachweise

Innerhalb des medizinischen Cannabis variiert die Zusammensetzung der Cannabinoide erheblich, ohne dass eine Regulierung stattfindet. Aufgrund unzuverlässiger Liefermethoden und unzureichender Nachweise über Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit kommt die American Academy of Sleep Medicine zu dem Schluss, dass medizinisches Cannabis und/oder seine synthetischen Extrakte nicht zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe verwendet werden sollten.

Obstruktive Schlafapnoe sollte von der Liste der chronischen Krankheiten für staatliche medizinische Cannabisprogramme ausgeschlossen werden, und Patienten mit OSA sollten ihre Behandlungsmöglichkeiten mit einem lizenzierten medizinischen Anbieter in einer akkreditierten Schlafeinrichtung besprechen, schreiben die Autoren. Weitere Forschung sei notwendig, um die Funktionalität von medizinischen Cannabisextrakten zu verstehen, bevor sie als Behandlung für obstruktive Schlafapnoe empfohlen werden.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of Clinical Sleep Medicine – http://dx.doi.org/10.5664/jcsm.7070



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